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Artikel von Markus Bauer +
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  • Das Wichtigste in Kürze
  • Activision entwickelt das nächste Halo und übernimmt zusätzlich die Verantwortung für Rare und World’s Edge.
  • Bethesda bekommt Obsidian, während Playground Games und Turn 10 zu einem Studio zusammengeführt werden.
  • Weitere 268 Stellen fallen weg. Ninja Theory droht nach zwei gescheiterten Übernahmeversuchen sogar die Schließung.

Bei Xbox passiert gerade mehr als nur die nächste Entlassungsrunde. Microsoft baut seine komplette First-Party-Struktur um und verschiebt dabei einige seiner bekanntesten Studios und Marken unter neue Verantwortlichkeiten. Das nächste Halo geht zu Activision, Rare und World’s Edge wechseln ebenfalls dorthin, Obsidian rückt unter Bethesda und Playground Games wird mit Turn 10 zusammengeführt.

Microsoft selbst bezeichnet die Veränderungen als Fortsetzung des bereits im Juli angekündigten Xbox Reset. Damals hatte Xbox angekündigt, im laufenden Geschäftsjahr insgesamt rund 3.200 Stellen abzubauen. Mit den bisherigen Maßnahmen sei man mittlerweile ungefähr drei Viertel des Weges durch diese Umstrukturierung.

Activision entwickelt das nächste Halo

Die wohl größte Überraschung betrifft Halo. Activision soll das nächste Spiel der Reihe entwickeln. Dafür entsteht ein eigenes Team, das ausdrücklich getrennt von der laufenden Call of Duty-Entwicklung arbeitet. Halo Studios bleibt zwar bestehen, soll sich mit einem kleineren Team aber vor allem um die Community und bereits veröffentlichte Halo-Spiele kümmern.

Activision-Präsident Rob Kostich setzt die Erwartungen dabei sofort hoch. Das Ziel sei nichts weniger als das „das großartigste Halo-Spiel aller Zeiten“. Das ist ein massiver Einschnitt. Seit Bungies Abschied wurde die Reihe von 343 Industries und später Halo Studios geführt. Erst vor wenigen Wochen gab es Hinweise darauf, dass ein CoD-Studio bereits an einem Halo-Prototyp gearbeitet hatte.

Activision bekommt zusätzlich Rare und World’s Edge. Damit landen Sea of Thieves und Age of Empires ebenfalls unter dem Activision-Blizzard-Dach. Bei Rare steckt sogar eine kuriose Pointe dahinter: Activision wollte das Studio bereits 2002 kaufen, verlor den damaligen Bieterwettstreit aber gegen Microsoft.

Einst wollte Activision den Sea of Thieves-Entwickler Rare kaufen. 2026 sind sie unter der Xbox-Flagge plötzlich dafür zuständig. - Bild: Rare, Microsoft

Einst wollte Activision den Sea of Thieves-Entwickler Rare kaufen. 2026 sind sie unter der Xbox-Flagge plötzlich dafür zuständig. – Bild: Rare, Microsoft

Bethesda bekommt Obsidian und damit noch mehr Fallout

Auch bei den Rollenspielen werden die Karten neu gemischt. Bethesda übernimmt künftig die Verantwortung für Obsidian Entertainment. Obsidian arbeitet weiterhin an seinen bestehenden Projekten und entwickelt gemeinsam mit Bethesda Game Studios ein bislang geheimnisvolles neues Fallout-Projekt. Welches Fallout dahintersteckt, verrät Microsoft weiterhin nicht. Gerade wegen Obsidians Vergangenheit mit Fallout: New Vegas dürfte diese Kombination aber viele Fans hellhörig machen.

Parallel werden Playground Games und Turn 10 zu einem gemeinsamen Studio zusammengeführt. Die neue Einheit soll sich auf Forza und Fable konzentrieren. Auch King bekommt mehr Einfluss und übernimmt Microsoft Casual Games.

Fallout: New Vegas - Zukunfts-Cowboys in einer postapokalyptischen Welt. - Bild: Obsidian, Bethesda

Fallout: New Vegas – Zukunfts-Cowboys in einer postapokalyptischen Welt. – Bild: Obsidian, Bethesda

268 weitere Jobs weg und Ninja Theory droht die Schließung

Die neue Struktur hat allerdings eine wesentlich härtere Seite. Weitere 268 Stellen fallen bei Halo Studios, anderen First-Party-Teams sowie im Xbox-Management und zentralen Funktionen weg. Bereits im Juli hatte Microsoft den Abbau von insgesamt rund 3.200 Stellen angekündigt.

Besonders kritisch ist inzwischen die Lage bei Ninja Theory. Microsoft wollte das Hellblade-Studio eigentlich in neue Hände übergeben. Laut Xbox scheiterten jedoch zwei unterschiedliche Vereinbarungen. Jetzt beginnt ein offizielles Verfahren über eine mögliche Schließung, während gleichzeitig noch nach anderen Lösungen gesucht wird. Was das für das bereits angekündigte Senua bedeutet, ist offen. Das Action-Adventure im Hellblade-Universum soll eigentlich 2027 erscheinen.

Auch Arkane ist noch nicht aus dem Schneider. Die Beratungen über die Zukunft des französischen Studios laufen weiter und sollen bis Ende des Jahres dauern. Zu Marvel’s Blade gab es im Zuge der heutigen Ankündigung kein neues Update.

So ganz wissen wir noch nicht, was aus Marvel's Blade wird. - Bild: (C) Marvel, Arkane Lyon

So ganz wissen wir noch nicht, was aus Marvel’s Blade wird. – Bild: (C) Marvel, Arkane Lyon

Xbox sieht nach diesem Umbau völlig anders aus

Andere Studios haben den Ausstieg dagegen bereits geschafft. Double Fine und Compulsion Games sind wieder unabhängig. Undead Labs wurde ebenfalls aus Xbox herausgelöst, hat einen neuen Publisher gefunden und soll State of Decay 3 trotzdem am ersten Tag im Game Pass veröffentlichen.

Der Xbox Reset ist damit längst keine reine Sparrunde mehr. Microsoft verteilt seine größten Entwickler und Marken auf deutlich weniger organisatorische Einheiten. Activision, Bethesda und King bekommen mehr Verantwortung, während die klassische Struktur der Xbox Game Studios schrumpft. Die Spiele verschwinden dadurch nicht automatisch. Hinter den Kulissen sieht Xbox Ende 2026 aber bereits völlig anders aus als noch zu Beginn des Jahres. Und Microsoft ist noch nicht fertig: Nach eigener Aussage ist erst ungefähr drei Viertel des geplanten Umbaus abgeschlossen.

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