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Artikel von Markus Bauer +
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  • Das Wichtigste in Kürze
  • GTA 6 kostet mehr als viele frühere Blockbuster und könnte damit eine neue Preisdebatte auslösen
  • Analysten glauben: Nicht jedes Spiel kann künftig einfach 80 Euro verlangen
  • Kommen nur große Marken damit durch?

GTA 6 könnte nicht nur eines der größten Spiele der nächsten Jahre werden. Es könnte auch verändern, wie viel wir künftig für neue Games bezahlen. Nachdem Rockstar und Take-Two den Preis für Grand Theft Auto VI bekannt gegeben haben, wird in der Branche wieder über eine große Frage diskutiert: Werden 80 Euro für ein Videospiel bald der neue Standard?

Ganz so einfach ist es offenbar nicht. Laut einem Bericht von GamesRadar+ gehen mehrere Analysten davon aus, dass Spiele nach Grand Theft Auto VI häufiger teurer werden. Gleichzeitig glauben sie aber nicht, dass jeder Publisher diesen Preis einfach durchsetzen kann. Der entscheidende Punkt: GTA 6 darf 80 Euro kosten, weil es GTA 6 ist. Das gilt aber nicht automatisch für jedes andere Spiel.

Nur wenige Spiele können diesen Preis wirklich verlangen

Analyst David Cole von DFC Intelligence erklärt gegenüber GamesRadar+, dass sich die Branche bereits in Richtung dieses höheren Preispunkts bewegt habe. Nintendo habe diese Entwicklung mit unterschiedlichen Preismodellen und Titeln wie Mario Kart World bereits angestoßen. Cole betont aber auch, dass nur eine Handvoll Premium-Spiele diesen Preis wirklich rechtfertigen können. Es geht also nicht darum, dass plötzlich jedes neue Spiel automatisch 80 Euro (oder mehr) kostet. Vielmehr entsteht ein abgestuftes Preismodell. Besonders gefragte Marken mit riesiger Startzielgruppe können mehr verlangen. Kleinere oder weniger dominante Titel riskieren dagegen Gegenwind.

Das ist ein wichtiger Unterschied. GTA 6 ist kein normales Spiel. Rockstar Games bringt hier den Nachfolger zu einem der erfolgreichsten Unterhaltungsprodukte aller Zeiten. Immerhin konnte sich GTA 5 seit 2013 nicht nur über 3 Konsolen-Plattformen halten, sondern auch 230 Millionen Mal verkaufen. Die Nachfrage ist enorm, die Marke ist riesig und viele Spieler werden den Preis wohl akzeptieren, selbst wenn sie darüber schimpfen möchten.

In der Ultimate Edition von Grand Theft Auto VI (GTA 6) gibt es mehr Gewand zur Auswahl. Dafür legt man 20 Euro hin, wenn man möchte. - Bild: Rockstar Games

In der Ultimate Edition von Grand Theft Auto VI (GTA 6) gibt es mehr Gewand zur Auswahl. Dafür legt man 20 Euro hin, wenn man möchte. – Bild: Rockstar Games

Dürfen große Namen einfach mehr kosten?

Nein, Rockstar Games waren nicht die ersten. Nintendo hatte bereits mit seinem Launch-Titel für die Switch 2, Mario Kart World, eine kleine Preisdebatte ausgelöst. Doch bei einem neuen Spiel ohne Fanbasis wird das nicht leicht werden, einfach mehr zu verlangen. Analyst Joost van Dreunen warnt, dass die 80-Euro-Messlatte nur für ausgewählte Titel und Franchises funktionieren wird.

Hier liegt auch der Knackpunkt. Höhere Preise werden nicht automatisch akzeptiert. Lieber wartet man auf Rabattaktionen, die es jährlich mehrmals gibt oder auf Game Pass, PlayStation Plus und Co.

Das Problem für andere Publisher bei der Preisfrage: GTA 6 setzt nicht nur beim Preis ein Signal, sondern auch bei der Erwartung. Wenn Rockstar 80 Euro verlangt, erwarten Spieler ein riesiges, technisch starkes und langfristig relevantes Spiel. Genau daran werden andere teure Spiele künftig gemessen. Ein mittelgroßes Actionspiel, ein kurzes Abenteuer oder ein technisch wackeliger AAA-Titel wird es schwer haben, denselben Preis zu rechtfertigen.

Ich kann mich daher dem Analysten nur anschließen. Erstens gab es nach Mario Kart World keine 80-Euro-Welle. Und auch GTA 6 wird keine neue Pauschalgrenze setzen. 80 Euro für ein unbekanntes Videospiel wird es so schnell nicht geben.

Mario Kart World kostet 80 Euro, auch ein Jahr nach Release hat sich daran nichts verändert. - Bild: Nintendo

Mario Kart World kostet 80 Euro, auch ein Jahr nach Release hat sich daran nichts verändert. – Bild: Nintendo

Für Spieler wird Kaufen noch stärker zur Abwägung

Für dich als Spieler bedeutet das: Die Preislandschaft wird unübersichtlicher. Manche Spiele bleiben bei 60 oder 70 Euro. Andere gehen auf 80 Euro. Dazu kommen Deluxe-Editionen, Ultimate-Editionen, Early Access, Season-Pässe, Ingame-Währung und Abo-Modelle.

Die eigentliche Frage wird daher nicht mehr nur lauten: „Wie viel kostet das Spiel?“ Sondern: „Was bekomme ich wirklich dafür?“ Bei GTA 6 fällt diese Antwort leicht. Eine riesige Rockstar-Welt, Vice City, Leonida, Jason, Lucia und wahrscheinlich ein langfristiger Online-Unterbau. Bei anderen Spielen wird diese Rechnung deutlich schwieriger.

Für Rockstar ist das Risiko überschaubar. Für andere Publisher nicht. Wer den GTA-Preis verlangt, muss auch annähernd GTA-Erwartungen erfüllen. Am Ende könnte Grand Theft Auto VI die Branche also nicht teurer machen, sondern ehrlicher sortieren: Welche Spiele sind echte Premium-Ereignisse? Und welche wollen nur so wirken?

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