GTA 6 kommt später für PC und der Grund ist offenbar nicht „Bosheit“
Ein ehemaliger "GTA 5"-Produzent erklärt, warum Rockstar zuerst auf Konsolen setzt. Der PC ist nicht vergessen, aber deutlich komplizierter.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Eine PC-Version wurde bisher nicht angekündigt. Für viele Spieler ist das frustrierend, aber auch nicht überraschend. Rockstar Games hat große Spiele in der Vergangenheit oft zuerst auf Konsolen veröffentlicht und erst später auf den PC gebracht.
Genau deshalb gibt es seit Monaten dieselbe Debatte: Lässt Rockstar PC-Spieler bewusst warten, damit Fans später doppelt kaufen? Oder steckt mehr dahinter? Ein ehemaliger Rockstar-Produzent liefert jetzt eine deutlich nüchternere Erklärung. John Ricchio, der von 2003 bis 2014 bei Rockstar arbeitete und an GTA 5 beteiligt war, im Gespräch mit KIWI TALKZ sprach über die Hintergründe solcher Entscheidungen.
Seine wichtigste Botschaft vorweg: Es geht nicht um eine grundsätzliche Ablehnung des PCs. Es geht um Ressourcen, Optimierung und darum, ein riesiges Spiel auf klar definierter Hardware zuerst stabil zum Laufen zu bringen.
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Konsolen sind für Entwickler berechenbarer
Ricchio erklärt, warum die Entwickler bei einem Spiel wie Grand Theft Auto VI zuerst auf Konsolen setzen. PS5 und Xbox Series X/S sind feste Systeme. Entwickler wissen genau, welche CPU, GPU, Speichergrenzen und thermischen Limits sie vor sich haben. Bei PCs ist das anders. Dort reicht die Spanne von alten Grafikkarten bis zu High-End-Systemen.
Ricchio formuliert es so (transkribiert von Wccftech.com):
Sie haben ein Ökosystem, sie haben Hardware, bei der sie genau wissen, welche Spezifikationen sie hat, sie wissen, wo die thermischen Grenzen des Geräts liegen, und sie können all ihre Ressourcen darauf konzentrieren. Sie müssen sich keine Sorgen machen: ‚Oh, was ist, wenn diese Person eine Grafikkarte hat, die zehn Jahre alt ist?
Das klingt trocken, ist aber bei GTA 6 enorm wichtig. Rockstar Games will eine riesige offene Welt bauen, die auf Konsolen möglichst stabil läuft. Wenn die Entwickler gleichzeitig unzählige PC-Konfigurationen berücksichtigen müssten, würde das den Aufwand massiv erhöhen. Vor allem dann, wenn das Spiel technisch ohnehin an die Grenzen der aktuellen Konsolen geht.
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GTA 6 für PC: Runterskalieren ist schwieriger als „hochdrehen“
Besonders spannend ist Ricchios Erklärung zum Thema Optimierung. Viele PC-Spieler denken verständlicherweise: Entwickelt doch für starke PCs und dreht dann für Konsolen einfach die Details runter. Laut Ricchio ist genau das aber nicht so einfach. Ein Spiel kleiner zu machen, ist oft schwieriger, als auf stärkerer Hardware mehr Details einzuschalten.
Er sagt:
Es ist viel schwerer, dein Spiel performant zu machen, als einfach zu sagen: ‚Oh, wir haben noch Spielraum, cool, wir können die Schattenauflösung erhöhen, wir können Dinge weiter entfernt rendern.‘ Aber wenn du Dinge näher rendern musst, bedeutet das, dass du Code schreiben musst, der aktiv früher aufhört, Dinge zu rendern, oder dass du Meshes reduzieren musst … das ist sehr viel Handarbeit.
Genau dieser Punkt erklärt, warum Konsolen nicht einfach „schwächere PCs“ sind, die man am Ende nebenbei bedient. Wenn Rockstar die Spielwelt auf PS5 und Xbox Series X/S stabil halten will, müssen Streaming, Sichtweite, Physik, NPC-Dichte, Verkehr, Beleuchtung und Animationen sehr genau auf diese Hardware zugeschnitten werden.
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Grand Theft Auto VI (GTA 6) sieht auf Screenshots fantastisch aus, daher stellt sich die große Frage: Wann kommt es für den PC? – Bild: Rockstar Games
Red Dead Redemption lief früh auf PC, war aber nicht fertig
Ricchio nennt auch ein Beispiel aus der Rockstar-Vergangenheit: Red Dead Redemption. Das Spiel erschien ursprünglich 2010, kam aber erst 14 (!) Jahre später offiziell auf den PC. Laut Ricchio existierte intern schon früh eine PC-Version. Das bedeutete aber nicht, dass sie veröffentlichungsreif war.
Er erinnert sich:
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Wir hatten tatsächlich sehr früh einen PC-Build laufen, nur um zu sehen, wie weit wir damit kommen würden … Wir hatten RDR1 im Büro auf einem PC laufen. Es war so: cool, das ist spielbar, aber es ist nicht auslieferbar. Es hatte überall Bugs.
Das ist ein wichtiger Unterschied. „Läuft auf PC“ heißt nicht automatisch „kann verkauft werden“. Eine interne Version kann testbar sein, aber trotzdem voller Fehler stecken. Für eine Veröffentlichung braucht es Stabilität, Performance, Eingabeoptionen, Grafikeinstellungen, Treiber-Kompatibilität, QA auf vielen Systemen und Support. Als jahrelanger Battlefield-Spieler auf PC weiß ich wovon er da spricht…

Auf die PC-Version von Red Dead Redemption mussten PC-Spieler satte 14 Jahre warten. Hoffen wir, dass es bei GTA 6 keine 14 Monate nach PS5/Xbox Series-Release werden! – Bild: Rockstar Games
Am Ende gewinnt oft das größere Projekt
Der vielleicht ehrlichste Teil seiner Aussage betrifft Ressourcen. John Ricchio beschreibt Rockstar Games nicht als Studio, das den PC aus Prinzip ignoriert, sondern als Unternehmen, das harte Prioritäten setzen muss. Wenn ein Team entscheiden muss, ob 50 Entwickler an einem PC-Port arbeiten oder am nächsten riesigen Hauptspiel, gewinnt offenbar meistens das Hauptspiel.
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Für PC-Spieler ist das keine schöne Antwort. Aber es ist eine nachvollziehbare. Die GTA-Entwickler bauen Spiele, die wirtschaftlich gigantisch sind. Wenn Grand Theft Auto VI zum Start auf Konsolen die wichtigste Priorität ist, werden dort die meisten Ressourcen landen.
Dass GTA 6 später für PC erscheint, wirkt trotzdem sehr wahrscheinlich. GTA 5 wurde auf PC enorm erfolgreich, auch dank Mods, hoher Bildraten, langer Lebensdauer und vor allem GTA Online. Rockstar kann diesen Markt kaum dauerhaft ignorieren. Und will es wahrscheinlich auch gar nicht. Für Spieler am PC heißt das: warten. Einfach gesagt. Wahrscheinlich länger als gewünscht. Dafür könnte die spätere Version technisch deutlich stärker werden, wenn Rockstar genug Zeit in Optimierung, Grafikoptionen und Skalierung steckt.
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Und genau das ist vielleicht die bitterste Erkenntnis aus dieser Geschichte: Der PC ist technisch mächtiger, aber für Entwickler manchmal die kompliziertere Plattform.
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