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Artikel von Markus Bauer +
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London war schon in Arbeit? Midnight Club 5 war offenbar mehr als nur eine Idee. Rockstar San Diego hatte bereits mit der Entwicklung begonnen und soll sogar an ersten Stadt-Prototypen gearbeitet haben. Eine davon: London. Dann wurde das Rennspiel gestrichen und die verantwortliche Mannschaft aufgelöst.

Das berichtet Kris Roberts, ein ehemaliger Senior Designer bei Rockstar Games, in einem Gespräch mit Kiwi Talkz und Insider Gaming. Roberts arbeitete unter anderem an der „Midnight Club“-Reihe und am Mehrspielermodus von Red Dead Redemption. Seiner Erinnerung nach setzte das Kernteam die Arbeit nach seinem Ausscheiden im Jahr 2010 zunächst fort.

Dabei sei bereits an mehreren möglichen Städten gearbeitet worden. Besonders London habe sich in einer frühen Entwicklungsphase befunden. Ob die britische Hauptstadt tatsächlich als endgültiger Schauplatz feststand oder nur als Prototyp diente, bleibt allerdings offen.

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Midnight Club 5 hatte noch keinen offiziellen Namen

Roberts spricht zwar von Midnight Club 5, schränkt aber selbst ein, dass das Projekt möglicherweise einen anderen Namen erhalten hätte. Rockstar Games kündigte das Spiel nie offiziell an. Es existieren daher weder bestätigte Screenshots noch Trailer oder verlässliche Informationen zu Fahrzeugen und Spielmodi.

Die Aussagen zeigen dennoch, dass der fünfte Teil zumindest eine frühe Produktionsphase erreicht hatte. Es wurde nicht nur über eine Fortsetzung gesprochen. Ein Team entwickelte bereits Karten und experimentierte mit möglichen Städten, bevor Rockstar das Projekt stoppte.

Interner Streit soll Entwicklung belastet haben

Als wichtigen Grund für das Ende nennt Roberts einen erheblichen Konflikt zwischen der Rockstar-Zentrale in New York und dem „Midnight Club“-Team bei Rockstar San Diego. Ein Teil der Kritik sei durchaus nachvollziehbar gewesen. Während der Entwicklung von Midnight Club: Los Angeles hatte das Studio mehrere Termine verpasst. Gerade in einer Zeit, in der Spiele noch deutlich stärker vom stationären Handel und festen Produktionsfenstern abhängig waren, konnten Verzögerungen schnell teuer werden.

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Doch laut Roberts ging es nicht nur um verpasste Fristen. Auch die kreative Kontrolle und die unterschiedliche Wahrnehmung der Rennspielserie innerhalb des Unternehmens hätten eine Rolle gespielt. Das Team in San Diego habe Midnight Club als konkurrenzfähige und hochwertige Marke betrachtet. Die Führung in New York soll dagegen vor allem einen Vergleich gezogen haben: „Es war nicht GTA.“

Das ist vermutlich der bitterste Teil der Geschichte. Andere Studios wären froh gewesen, eine bekannte Rennspielserie im Portfolio zu haben. Bei Rockstar stand sie im Schatten einer Marke, die bereits damals beinahe alles überragte.

Midnight Club (4) Los Angeles erschien im Oktober 2008 für PS3 und Xbox 360 und war das letzte Spiel aus der Reihe. - Bild: Rockstar Games

Midnight Club (4) Los Angeles erschien im Oktober 2008 für PS3 und Xbox 360 und war das letzte Spiel aus der Reihe. – Bild: Rockstar Games

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Midnight Club konkurrierte mit Need for Speed und Burnout

Roberts zufolge konnte sich Midnight Club durchaus gegen große Konkurrenten wie Need for Speed und Burnout behaupten. Interne Daten hätten sogar gezeigt, dass Spieler länger bei Rockstars Rennspiel blieben als bei manchen Konkurrenzprodukten.

Die Reihe setzte auf illegale Straßenrennen in offenen Stadtgebieten, lizenzierte Fahrzeuge und umfangreiche Tuning-Möglichkeiten. Statt abgesperrter Rennstrecken wurden Abkürzungen gesucht, Kreuzungen überquert und ganze Stadtteile zur persönlichen Rennstrecke gemacht.

Der kommerzielle Abstand zu Grand Theft Auto war trotzdem gewaltig. Laut Roberts fühlte sich das Team deshalb wie ein Projekt zweiter Klasse, obwohl es aus seiner Sicht Spiele auf Weltklasse-Niveau entwickelte. Mit dem Ende von Midnight Club 5 wurde offenbar auch das bisherige Entwicklerteam zerlegt. Einige Mitarbeiter wechselten laut Roberts zur Arbeit an Rockstars eigener RAGE-Engine, andere unterstützten Red Dead Redemption. Ein weiterer Teil der Belegschaft musste das Unternehmen verlassen.

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Dass Rockstar seine älteren Spiele nicht vollständig vergessen hat, zeigte zuletzt eine Stellenanzeige. Diese löste Spekulationen über mögliche Neuauflagen von GTA 4, Bully oder Midnight Club aus. Offiziell angekündigt wurde allerdings nichts.

Kommt Midnight Club jemals zurück?

Take-Two ließ die Marke nach dem Ende der Reihe nicht vollständig fallen. Das Unternehmen registrierte das Markenzeichen 2012 erneut, und CEO Strauss Zelnick erwähnte Midnight Club noch 2022 im Rahmen eines Investorengesprächs. Daraus entstand jedoch bis heute kein angekündigtes Spiel.

Theoretisch könnte Rockstar die Marke nach GTA 6 wiederbeleben oder die Entwicklung an ein anderes Studio übergeben. Dafür gibt es derzeit aber keine konkreten Hinweise. Auch Remaster von Midnight Club: Los Angeles oder Midnight Club 3 wurden bisher nicht bestätigt.

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