Silent Hill: Townfall im Test: Dieses neue Horror-Gadget macht den Unterschied
Simon sucht im nebligen Küstenort St. Amelia nach Antworten, während ein tragbarer Fernseher, beklemmender Sound und neue Rätsel dem Survival-Horror eine eigene
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Eva Krumm Evas erste Gaming-Erfahrung war Pokémon auf dem Game Boy - ein prägendes Erlebnis, das ihre Leidenschaft für Videospiele entfacht hat. Zusammen mit ihrem Großvater entdeckte sie die Regenbogenstrecke in Mario Kart auf dem SNES, ein Moment, den sie bis heute mit Gaming verbindet. Besonders angetan haben es ihr JRPGs, Otome-Games und Horror, doch auch Indie-Perlen gehören zu ihrem festen Repertoire. Abseits des Spielens verfolgt sie mit Begeisterung aktuelle Entwicklungen in der Gaming-Szene und teilt ihre Eindrücke als Chefredakteurin bei DailyGame.
Silent Hill: Townfall ist der neueste Ableger der Horrorreihe und geht mit einem neuen Schauplatz, frischen Gameplay-Ideen und der ungewohnten Ego-Perspektive eigene Wege. Dabei müssen wir uns auf einer nebligen schottischen Insel gegen unheimliche Kreaturen behaupten, knappe Ressourcen verwalten und mit einem ungewöhnlichen technischen Hilfsmittel die Geheimnisse der Umgebung aufdecken.
Wir übernehmen die Rolle von Simon Ordell, der auf der Insel St. Amelia an Land kommt. Was genau er hier in Ordnung bringen soll, bleibt zunächst unklar. Statt uns die Hintergründe direkt zu erklären, setzt das Spiel auf einzelne Informationsfragmente, die wir während unserer Erkundung finden. Verlassene Straßen, rätselhafte Hinweise und Spuren eines offenbar schrecklichen Ereignisses lassen schnell erahnen, dass auf der Insel etwas gewaltig schiefgelaufen ist. Während wir versuchen, mehr über Simon und die Geschehnisse herauszufinden, begegnen wir weiteren wichtigen Figuren und setzen nach und nach die einzelnen Puzzleteile zusammen.
Horror aus einer neuen Perspektive
Eine der größten Änderungen gegenüber den bisherigen Serienteilen ist die Ego-Perspektive. Anders als in Silent Hill 2 Remake und Silent Hill f, in denen wir das Geschehen aus der Third-Person-Perspektive erleben, sehen wir in Townfall direkt durch Simons Augen. Dadurch rücken die Umgebung und die Begegnungen mit den Kreaturen stärker in den Mittelpunkt. Gerade in engen Gassen, dunklen Gebäuden und schlecht einsehbaren Korridoren kann das für ein unangenehmes Gefühl sorgen.
Die Perspektive passt gut zum Survivalhorror, denn wir können Gefahren nicht immer sofort einschätzen. Wenn wir uns durch ein verlassenes Gebäude bewegen oder hinter einer Ecke ein Geräusch hören, wissen wir nicht unbedingt, was uns erwartet. Das Spiel setzt dabei weniger auf ständige Schockmomente als auf eine bedrückende Atmosphäre, die sich durch die gesamte Erkundung zieht.
Auch die Schauplätze tragen ihren Teil dazu bei. St. Amelia ist in dichten Nebel gehüllt und wirkt wie ein Ort, an dem längst etwas Unumkehrbares passiert ist. Neben dem Fischerdorf erkunden wir weitere Gebiete, darunter ein Hochhaus mit bedrückender Architektur und verschiedene Bereiche der Anderswelt. Die Umgebungen unterscheiden sich optisch voneinander und schaffen dadurch immer wieder neue Situationen.
Besonders gelungen ist die audiovisuelle Gestaltung. Regen, feuchte Straßen, detaillierte Oberflächen und die düstere Beleuchtung lassen die Spielwelt überzeugend wirken. Dazu kommt eine Geräuschkulisse, die mit Rauschen, tiefen Tönen und unheimlichen Geräuschen arbeitet. Mit Kopfhörern lassen sich die Geräusche der Gegner zudem besser einordnen. Auch ihre Bewegungen und Animationen können für unangenehme Momente sorgen, wenn sie plötzlich im flackernden Licht auftauchen oder sich durch die Umgebung bewegen.
Der Mini-Fernseher wird zum Überlebenswerkzeug
Eine der interessantesten Neuerungen ist Simons tragbarer Mini-Fernseher. Das Gerät ist weit mehr als ein ungewöhnliches Gadget, denn es hilft uns dabei, Gefahren einzuschätzen und Hinweise zu finden. Stellen wir die richtige Frequenz ein und positionieren den Fernseher passend, können wir Gegner auf dem Bildschirm beobachten, selbst wenn Wände unsere direkte Sicht versperren.
Das ist vor allem dann hilfreich, wenn wir uns zunächst verstecken müssen. Zu Beginn stehen uns nur wenige Möglichkeiten zur Verfügung, um uns gegen die Kreaturen zu wehren. Statt jeden Gegner anzugreifen, sollten wir deshalb beobachten, wo er sich befindet, und nach einem sicheren Weg suchen. Gerade diese Situationen passen gut zur Ego-Perspektive, weil wir uns beim Schleichen und Verstecken stärker auf unsere unmittelbare Umgebung konzentrieren müssen.
Der Mini-Fernseher kann außerdem weitere Informationen liefern. An bestimmten Stellen lassen sich Hinweise und Ausschnitte aus vergangenen Ereignissen empfangen, wenn wir das Gerät korrekt einstellen. Diese Informationen helfen uns nicht nur beim Lösen von Rätseln, sondern liefern auch zusätzliche Hintergründe zur Geschichte. Da wir nur selten anderen Menschen begegnen, sind solche Fundstücke besonders wichtig, um die Geschehnisse auf St. Amelia besser zu verstehen.
Kämpfe mit knappen Ressourcen
Natürlich kommen wir nicht vollständig ohne Gegenwehr aus. Im Verlauf des Spiels finden wir unterschiedliche Waffen, darunter einen Holzprügel, eine Signalpistole und eine Schrotflinte. Allerdings ist Munition begrenzt, weshalb wir uns genau überlegen sollten, wann sich ein Kampf lohnt. Gerade zu Beginn ist es sinnvoller, Gegnern aus dem Weg zu gehen, anstatt unnötig Ressourcen zu verbrauchen.
Hinzu kommen hartnäckige Verfolger, die sich nicht einfach abschütteln lassen. Selbst stärkere Waffen sind nicht in jeder Situation eine verlässliche Lösung. Wir müssen daher aufmerksam bleiben und entscheiden, ob wir kämpfen, uns verstecken oder einen anderen Weg suchen.
Silent Hill: Townfall bietet mehrere Schwierigkeitsgrade für die Gegner. Dadurch lässt sich der Kampfanteil an die eigenen Vorlieben anpassen. Bei den Rätseln gibt es dagegen weniger Auswahl als in Silent Hill 2 Remake und Silent Hill f. Während wir bei diesen beiden Spielen unterschiedliche Rätselschwierigkeitsgrade wählen können, beschränkt sich Townfall auf einen regulären Schwierigkeitsgrad und eine zusätzliche Einstellung, bei der wichtige Hinweise hervorgehoben werden. Wer sich anspruchsvollere Rätsel mit mehr Lösungsschritten wünscht, dürfte deshalb etwas enttäuscht sein.
Rätsel mit Retro-Technik
Neben dem Schleichen und den Kämpfen gehören Rätsel zu den wichtigsten Bestandteilen des Spiels. Dabei setzt Townfall auf technische Geräte und alltägliche Gegenstände, die wir untersuchen und bedienen müssen. Wir beschäftigen uns unter anderem mit alten Computern, Disketten, Dias und Steuerungseinheiten für Industrieanlagen.
Die Aufgaben sind abwechslungsreich gestaltet, fallen allerdings häufig recht einfach aus. Dokumente und Nachrichten enthalten dabei wichtige Hinweise, die wir mit den jeweiligen Mechanismen kombinieren müssen. Gegen Ende gibt es auch komplexere Aufgaben, die mehr Aufmerksamkeit verlangen. Insgesamt hätte ich mir jedoch eine zusätzliche Schwierigkeitsstufe gewünscht, die erfahrenen Horrorfans mehr abverlangt.
Auch die Erkundung ist wichtig. Wir durchsuchen Räume nach Gegenständen, lesen Dokumente und halten nach Möglichkeiten Ausschau, unseren Fortschritt zu sichern. Dafür stehen uns Telefonapparate zur Verfügung, über die wir eine bestimmte Nummer wählen. Das passt zum technischen Stil des Spiels und sorgt für eine ungewöhnliche Alternative zu den üblichen Speicherpunkten.
Die Geschichte mit kleinen Schwächen
Die Erzählweise passt grundsätzlich gut zur Reihe. Wir erfahren nicht sofort alles über Simon, sondern müssen uns die Hintergründe selbst erschließen. Die Informationen über Dokumente, Nachrichten und den Mini-Fernseher ergeben nach und nach ein größeres Bild. Dadurch bleibt die Geschichte interessant, auch wenn nicht jeder Hinweis unmittelbar verständlich ist.
Allerdings erreicht die Handlung nicht durchgehend die Höhepunkte, die ich von Silent Hill erwarte. Das grundlegende Szenario bietet viel Potenzial, und die Atmosphäre funktioniert hervorragend. Einige Momente erinnern an frühere Serienteile, können deren stärkste Schreckmomente aber nicht immer erreichen. Auch das Erzähltempo ist nicht überall optimal. Einzelne Abschnitte ziehen sich etwas zu lange und fühlen sich dadurch monoton an, bevor das Spiel wieder mit einem neuen Schauplatz oder einer anderen Situation für Abwechslung sorgt.
Trotzdem funktioniert die Mischung aus Erkundung, Rätseln und Survivalhorror insgesamt gut. Die neuen Ideen geben Townfall eine eigene Identität, ohne die grundlegenden Stärken der Reihe aus den Augen zu verlieren.
Fazit zu Silent Hill: Townfall
Silent Hill: Townfall überzeugt vor allem mit seiner dichten Atmosphäre, den abwechslungsreichen Schauplätzen und der gelungenen Einbindung des Mini-Fernsehers. Die Ego-Perspektive passt hervorragend zum Survivalhorror und hebt das Spiel von Silent Hill 2 Remake und Silent Hill f ab. Auch die Mischung aus Schleichen, knappen Ressourcen und technischen Rätseln sorgt für ein eigenständiges Spielerlebnis. Konami und Screen Burn Interactive haben hier gute Arbeit geleistet.
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Schwächen zeigen sich vor allem bei der Geschichte und dem Erzähltempo. Zudem sind die Rätsel häufig zu einfach, und eine zusätzliche Schwierigkeitsstufe für erfahrene Spieler wäre sinnvoll gewesen. Insgesamt ist Silent Hill: Townfall dennoch ein überzeugender Horrortrip, der mit seiner Atmosphäre und seinen eigenen Ideen punktet. Wer Survivalhorror mag und sich auf die neue Perspektive einlassen kann, bekommt einen interessanten neuen Ableger der Reihe.
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Silent Hill: Townfall überzeugt mit seiner dichten Horroratmosphäre, der Ego-Perspektive und dem kreativen Mini-Fernseher.
- Grafik10
- Sound10
- Gameplay8
- Story7
- Motivation8
- Steuerung10










