Gears of War: E-Day verkauft sich bei Xbox nur 62.000 Mal, doch diese Zahl täuscht gewaltig
1,7 Millionen spielen über Game Pass. Mehr als 722.000 davon zahlten trotzdem extra. Das klassische Vollpreismodell gerät unter Druck.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
- Das Wichtigste in Kürze
- Alinea Analytics schätzt 230.000 verkaufte Exemplare von Gears of War: E-Day, davon 168.000 auf Steam und 62.000 über Xbox und den Xbox-PC-Store.
- Weitere 1,7 Millionen Spieler sollen über Game Pass eingestiegen sein.
- 722.000 Game-Pass-Nutzer kauften trotzdem das Premium-Upgrade für 30 Dollar. Insgesamt sollen so rund 37 Millionen Dollar Umsatz entstanden sein.
Gears of War: E-Day soll seit seinem Start nur rund 62.000 klassische Verkäufe im Xbox-Ökosystem erreicht haben. Gleichzeitig spielten geschätzt 1,7 Millionen Menschen über den Xbox Game Pass. Noch auffälliger ist eine dritte Zahl: Mehr als 722.000 Game-Pass-Spieler kauften zusätzlich das 30 Euro teure Premium-Upgrade, obwohl sie das eigentliche Spiel über ihr Abonnement bereits spielen konnten. Für Analyst Rhys Elliott von Alinea Analytics ist die Konsequenz klar: Die klassische 70-Euro-Vollpreisversion ist bei Xbox inzwischen „funktional tot“. Ganz so einfach ist die Geschichte allerdings nicht.
Die Zahlen stammen nicht von Microsoft, sondern aus einer aktuellen Auswertung von Alinea Analytics. Stand 09. Oktober schätzt das Marktforschungsunternehmen die Verkäufe von E-Day auf insgesamt 230.000 Exemplare. Steam kommt demnach auf etwa 168.000 Käufer. Weitere 62.000 Verkäufe entfallen auf das Xbox-Ökosystem, wobei Alinea hier Konsole und den Xbox-PC-Vertrieb zusammenfasst. Wichtig: Microsoft hat diese Zahlen bislang nicht bestätigt.
Für ein neues Gears of War klingt das zunächst ernüchternd. Erst recht, weil E-Day eines der wichtigsten Spiele in Microsofts neuer Strategie ist und bewusst nicht für die PlayStation 5 veröffentlicht wurde. Doch die reinen Verkaufszahlen erzählen bei einem Day-One-Spiel im Game Pass nur einen Teil der Geschichte.
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1,7 Millionen spielen E-Day über den Game Pass
Alinea schätzt, dass zusätzlich rund 1,7 Millionen Spieler über den Game Pass auf Gears of War: E-Day zugegriffen haben. Für diese Nutzer bestand kaum ein Grund, noch einmal den normalen Vollpreis für das Basisspiel zu bezahlen. Sie hatten über ihr bestehendes Abo bereits Zugriff.
Genau deshalb bezeichnet Elliott die klassische 70-Euro-Version auf Xbox als faktisch tot. Auf einen normalen Verkauf kamen laut seinen Berechnungen fast zwölf verkaufte Premium-Upgrades. Das ist ein ungewöhnliches Verhältnis und zeigt ziemlich deutlich, wie sehr ein Day-One-Release im Game Pass das Kaufverhalten verändert.

Gears of War: E-Day funktioniert anscheinend im Xbox Game Pass richtig gut. – Bild: The Coalition/Xbox Game Studios
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722.000 Spielerinnen und Spieler zahlten trotzdem extra
Und genau hier wird die vermeintlich schlechte Verkaufszahl interessanter. Rund 722.000 Game-Pass-Nutzer sollen das Premium-Upgrade für rund 30 Euro gekauft haben. Dieses Paket ermöglichte unter anderem bis zu fünf Tage Early Access und zusätzliche Inhalte.
Das bedeutet: Diese Spieler wollten E-Day zwar nicht zum Vollpreis kaufen, waren aber durchaus bereit, zusätzlich zu ihrem Game-Pass-Abo Geld dafür auszugeben. Allein diese Upgrades sollen laut Alinea etwa 21,7 Millionen US-Dollar (rund 19,3 Mio. Euro) eingebracht haben.
Rechnet man die rund 230.000 normalen Verkäufe und die 722.000 Premium-Upgrades zusammen, haben damit laut der Schätzung knapp 950.000 Spieler zusätzlich Geld für E-Day ausgegeben. Alinea schätzt den bisherigen Umsatz aus Verkäufen und Upgrades auf rund 37 Millionen Dollar (rund 33 Mio. Euro).
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| Gears of War: E-Day | Schätzung von Alinea |
|---|---|
| Verkäufe insgesamt | ca. 230.000 |
| Steam-Verkäufe | ca. 168.000 |
| Xbox + Xbox-PC-Verkäufe | ca. 62.000 |
| Game-Pass-Spieler | ca. 1,7 Millionen |
| Premium-Upgrades | ca. 722.000 |
| Geschätzter Umsatz aus Verkäufen und Upgrades | ca. 33 Mio. Euro |
Wie viel E-Day durch neue Abonnenten, verlängerte Mitgliedschaften oder Spielerbindung tatsächlich für Microsoft wert ist, lässt sich von außen nicht berechnen.
Steam verkauft fast dreimal so viele Exemplare
Der Vergleich mit Steam macht den Unterschied besonders sichtbar. Dort gibt es keinen Game-Pass-Zugang und entsprechend wurden laut Alinea rund 168.000 Exemplare verkauft. Das sind fast dreimal so viele klassische Verkäufe wie über Xbox und den Xbox-PC-Store zusammen.
SteamDB-Schätzungen liegen mit ungefähr 171.000 bis 195.000 Besitzern sogar in einer ähnlichen Größenordnung, wobei auch solche Hochrechnungen wenige Tage nach Release noch stark schwanken können. Die 168.000 von Alinea wirken deshalb zumindest nicht völlig aus der Luft gegriffen.
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Für Microsoft entsteht daraus ein ungewöhnliches Geschäftsmodell. Auf Steam verdient Xbox am klassischen Spieleverkauf. Auf der eigenen Plattform wird E-Day dagegen viel stärker über Abonnement, Upgrades und langfristige Bindung monetarisiert.
Und ausgerechnet E-Day soll die Xbox wieder exklusiver machen
Die Zahlen sind auch deshalb interessant, weil Microsoft Gears of War: E-Day bewusst als Xbox-Konsolen-exklusives Spiel positioniert. Nach Jahren zunehmender Multiplattform-Veröffentlichungen sollte die Marke wieder zeigen, warum Spieler eine Xbox beziehungsweise das Xbox-Ökosystem brauchen.
Die ersten Zahlen werfen deshalb eine interessante Frage auf. Nicht, ob E-Day erfolgreich ist. Dafür fehlen uns offizielle Microsoft-Daten, Produktionskosten, Game-Pass-Effekte und langfristige Verkäufe. Sondern welchen Wert ein einzelner klassischer Spieleverkauf für Xbox überhaupt noch hat.
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62.000 Verkäufe sehen für eine Marke wie Gears of War erschreckend niedrig aus. Gleichzeitig zahlen mehr als 700.000 Abonnenten freiwillig zusätzlich für ein Upgrade, obwohl das Spiel bereits in ihrem Abo steckt. Vielleicht ist genau das die wichtigste Zahl dieser Geschichte. Der Game Pass hat den zahlenden Xbox-Spieler offenbar nicht abgeschafft. Er hat nur verändert, wofür Xbox-Fans bezahlen.
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