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Artikel von Markus Bauer +
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Gears of War: E-Day könnte eines der teuersten Videospiele aller Zeiten sein. Laut einem neuen Bericht von „Kotaku“ soll Microsoft mehr als 500 Millionen US-Dollar in das Xbox-Spiel gesteckt haben und darin wären die Marketingkosten noch nicht einmal enthalten. Umgerechnet sind das aktuell rund 446 Millionen Euro. Microsoft selbst hat diese Zahl allerdings nicht bestätigt oder kommentiert.

Kotaku beruft sich auf eine anonyme Quelle, die mit dem Xbox-Geschäft vertraut sein soll. Demnach seien die tatsächlichen Kosten von „E-Day“ sogar noch höher als die bereits im Sommer kursierenden 400 Millionen Dollar. Auf eine Anfrage des Magazins reagierte Microsoft nicht.

Schon im Juni hatten wir darüber berichtet, dass Gears of War: E-Day angeblich mehr als 400 Millionen Dollar kosten könnte. Diese Zahl stammte damals von „Insider Gaming“-Journalist Tom Henderson. Bereits damals gab es allerdings Zweifel daran, ob diese Summe tatsächlich ausschließlich der Entwicklung von E-Day zugerechnet werden kann.

Über 500 Millionen Dollar und das Marketing kommt noch dazu?

Sollte die Quelle von Kotaku.com richtigliegen, wären die Dimensionen enorm. Die angeblichen mehr als 500 Millionen Dollar beziehen sich ausdrücklich auf die Herstellung des Spiels. Marketing wäre noch zusätzlich zu bezahlen. Damit würde Gears of War: E-Day selbst viele andere große AAA-Produktionen deutlich übertreffen.

Allerdings gibt es einen wichtigen Einwand. Windows-Central-Journalist Jez Corden hatte bereits zur früheren 400-Millionen-Dollar-Angabe erklärt, dass die Kosten von Entwickler The Coalition nicht einfach komplett Gears of War: E-Day zugeschrieben werden könnten. Das Studio unterstützt innerhalb von Xbox auch andere Projekte, arbeitet an Entwicklungswerkzeugen sowie Unreal-Engine-Technik und half laut Corden unter anderem bei Forza und Fable.

Die neue 500-Millionen-Dollar-Angabe und Cordens Einordnung stehen damit zumindest teilweise im Widerspruch. Ob diese neue Quelle tatsächlich ausschließlich die „direkten Entwicklungskosten von E-Day“ meint oder weitere Ausgaben eingerechnet wurden, lässt sich von außen nicht wirklich überprüfen.

Gears of War: E-Day soll angeblich 500 Millionen US-Dollar an Entwicklungsgeldern verschlungen haben. Ob diese Summe stimmt kann derzeit nicht verifiziert werden. - Bild: The Coalition/Xbox Game Studios

Gears of War: E-Day soll angeblich 500 Millionen US-Dollar an Entwicklungsgeldern verschlungen haben. Ob diese Summe stimmt kann derzeit nicht verifiziert werden. – Bild: The Coalition/Xbox Game Studios

Die ersten Verkaufszahlen wirken dagegen ziemlich klein

Brisant wird die Geschichte durch die ersten Schätzungen zum kommerziellen Start. Alinea Analytics ging Anfang Oktober von lediglich 230.000 verkauften Exemplaren aus. Davon sollen 168.000 auf Steam und 62.000 über Xbox und den Microsoft-PC-Store verkauft worden sein. Den Umsatz schätzte das Analyseunternehmen zu diesem Zeitpunkt auf ungefähr 37 Millionen US-Dollar. alineaanalytics.substack.com

Diese Zahlen bilden allerdings nur die erste Verkaufsphase ab und sind keine offiziellen Microsoft-Daten. Gleichzeitig sollen rund 1,7 Millionen Spieler über den Game Pass eingestiegen sein. Mehr als 722.000 davon hätten zusätzlich das Premium-Upgrade für rund 30 Euro gekauft. Genau deshalb haben wir die vermeintlich niedrigen Verkaufszahlen von Gears of War: E-Day bereits ausführlicher eingeordnet.

Microsoft hat bislang weder offizielle Verkaufszahlen noch ein Entwicklungsbudget veröffentlicht.

Mehr als 500 Millionen Dollar bleiben deshalb vorerst eine Behauptung und keine bestätigte Rechnung. Sollte die Summe tatsächlich nur für Gears of War: E-Day gelten, wäre die Diskrepanz zu den bisher geschätzten Einnahmen allerdings gewaltig. Sollte Corden recht haben und ein Teil dieser Kosten eigentlich die gesamte technische Arbeit von The Coalition innerhalb von Xbox abdecken, sieht die Geschichte wiederum deutlich anders aus.

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