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Artikel von Markus Bauer +
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Netflix wollte sich offenbar für sieben Jahre exklusiven Zugriff auf Xbox-Marken für Filme und Serien sichern. Dafür soll der Streaming-Gigant Microsoft satte 500 Millionen US-Dollar angeboten haben. Xbox war das allerdings nicht genug. Das Team um Xbox-Chefin Asha Sharma soll mit einer Forderung von 800 Millionen US-Dollar gekontert haben. Der Deal ist inzwischen vom Tisch.

Die neuen Details stammen von Entertainment-Journalist Matthew Belloni und Puck.news (via VGC). Dem Bericht zufolge machte die inzwischen ausgeschiedene Netflix-Contentchefin Bela Bajaria das Angebot. Netflix wollte Xbox-Titel sieben Jahre lang exklusiv für Film- und TV-Adaptionen lizenzieren. Microsofts Business-Team verlangte daraufhin 300 Millionen US-Dollar mehr.

Aus 500 Millionen wurden plötzlich 800 Millionen Dollar

Ganz neu ist Microsofts Hollywood-Offensive nicht. Bereits im August haben wir darüber berichtet, dass Xbox mehr als ein Dutzend seiner Marken für einen großen Film- und Serienvertrag angeboten haben soll. Damals standen unter anderem Halo, World of Warcraft, The Elder Scrolls und Diablo im Raum. Netflix, Paramount und Universal galten als Interessenten.

World of Warcraft als Live-Action-Serie für Netflix? Eine nette Idee... - Bild: Blizzard

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Zu diesem Zeitpunkt war lediglich von einer gewünschten Summe von mehr als 300 Millionen Dollar die Rede. Der neue Bericht zeigt nun, wie groß die tatsächlichen Verhandlungen mit Netflix offenbar geworden waren.

Netflix soll sein Angebot inzwischen vollständig zurückgezogen haben. Ein Grund ist offenbar auch der Führungswechsel beim Streamingdienst. Bajaria verließ das Unternehmen im Oktober, während Finanzchef Spencer Neumann die verlangte Summe laut Bericht ohnehin für zu hoch hielt. Netflix wollte die Angaben nicht kommentieren.

Xbox reagierte dagegen zumindest grundsätzlich auf den Bericht.

Wir erleben ein rekordverdächtiges Interesse an unseren Marken.

Microsoft bezeichnet Netflix außerdem weiterhin als wichtigen Partner und verweist auf kommende animierte Serien zu Minecraft und Diablo. Die genannten 500 beziehungsweise 800 Millionen Dollar bestätigte Xbox allerdings nicht.

Xbox will seine Marken jetzt offenbar einzeln verkaufen

Nach dem gescheiterten Mega-Deal verfolgt Microsoft laut „Puck.news“ nun eine andere Strategie. Statt zahlreiche Marken sieben Jahre lang exklusiv an einen einzigen Partner zu binden, sollen kleinere Vereinbarungen mit mehreren Unternehmen abgeschlossen werden.

Das passt ziemlich genau zur neuen Xbox-Strategie. Erst Anfang Oktober gründete Microsoft mit Xbox XP eine eigene Sparte für Filme, Serien, Merchandise, Partnerschaften und sogar Themenparks. Der Bereich Xbox Pictures kümmert sich dabei ausdrücklich um Film- und TV-Adaptionen. Microsoft selbst erklärte bei der Vorstellung, Xbox langfristig zur führenden Entertainment-Marke ausbauen zu wollen.

Ein einzelner Netflix-Vertrag hätte Microsoft zwar auf einen Schlag eine halbe Milliarde Dollar eingebracht. Dafür wären einige der wertvollsten Xbox-Marken aber sieben Jahre lang exklusiv an einen einzigen Anbieter gebunden gewesen.

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