Call of Duty stellt sich GTA 6 und Infinity Ward wirkt dabei erstaunlich gelassen
Während viele Publisher dem Rockstar-Blockbuster ausweichen, spricht Infinity Ward von einem "gesunden Duell der Giganten".
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
GTA 6 wirft längst einen Schatten auf den gesamten Spieleherbst. Viele Publisher schauen sehr genau darauf, wann Rockstars Open-World-Gigant erscheint. Manche weichen aus, andere verschieben lieber früher oder später. Nur Call of Duty: Modern Warfare 4 wirkt erstaunlich entspannt.
Mark Grigsby, Co-Studio-Chef von Infinity Ward, sieht den direkten Vergleich mit GTA 6 nicht als zusätzlichen Druck. Im Gespräch mit Destructoid erklärte er, Druck sei in der Spieleentwicklung ohnehin immer da. Nach 28 Jahren in der Branche trage jedes Projekt sein eigenes Gewicht.
Das ist natürlich eine sehr kontrollierte Antwort. Kein Entwickler wird öffentlich sagen: „Ja, GTA 6 macht uns nervös.“ Trotzdem ist die Aussage spannend, weil Call of Duty eines der wenigen Spiele ist, das dem Rockstar-Hype überhaupt etwas entgegensetzen kann, wie man bei den aktuellen PlayStation Store-Vorbestellungen sehen kann.
„Angst davor? Nein.“
Grigsby macht keinen Hehl daraus, dass er selbst Grand Theft Auto-Fan ist. Er kenne die Reihe noch aus den alten Top-Down-Zeiten und freue sich auf den neuen Teil. Gleichzeitig sieht er GTA 6 offenbar nicht als Bedrohung, sondern als Teil einer größeren Gaming-Landschaft.
Seine Haltung fasst er ziemlich klar zusammen:
„Angst davor? Nein.“
Und weiter:
„Ein kleines Kopf-an-Kopf-Rennen, das ist großartig.“
Damit trifft er einen interessanten Punkt. Wenn zwei Marken wie Grand Theft Auto und Call of Duty im beinahe selben Zeitraum aufschlagen, kann das nicht nur Konkurrenz bedeuten. Es kann auch dafür sorgen, dass der gesamte Markt stärker im Rampenlicht steht. Grigsby nennt neben GTA und Call of Duty auch Fortnite als Beispiel für große Marken, die die Branche insgesamt nach oben ziehen können.

Rasante Shooter-Action in Call of Duty: Modern Warfare 4 gegen eine Open World im fiktiven Florida? Zwei Mega-Franchises im Duell um die Gunst der Gaming-Community. – Bild: Activision
Modern Warfare 4 kommt trotzdem früher
Ganz ohne Abstand zu Rockstar geht es aber dann doch nicht. Call of Duty: Modern Warfare 4 erscheint offiziell am 23. Oktober 2026. Der Rockstar-Blockbuster GTA 6 folgt am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S. Damit liegen beide Spiele weniger als einen Monat auseinander.
Das ist für Call of Duty nicht völlig ungewöhnlich. Die Reihe erschien schon früher im Oktober. Trotzdem wirkt der Termin in diesem Jahr besonders wichtig. Ein direkter November-Launch gegen Grand Theft Auto VI wäre riskanter gewesen. So bekommt Modern Warfare 4 ein paar Wochen, um Kampagne, Multiplayer, Warzone-Anbindung und vielleicht auch neue Modi in die Köpfe der Spieler zu drücken, bevor Leonida gefühlt alles verschluckt. Call of Duty gibt dem Spiel zwar ebenfalls etwas Abstand, stellt sich aber nicht komplett weg.

Wechseln Shooter-Fans zahlenmäßig zu Grand Theft Auto VI (GTA 6), wenn es erscheint? Wir werden es im November 2026 sehen! – Bild: Rockstar Games
Call of Duty muss ohnehin etwas beweisen
Der eigentliche Druck kommt aber nicht nur von GTA 6. Call of Duty hat in den vergangenen Jahren selbst an Vertrauen verloren. Viele Fans kritisierten überladene Menüs, aggressive Monetarisierung, schwankende Kampagnenqualität und eine Serie, die sich manchmal mehr wie eine Plattform als wie ein klarer Shooter anfühlt. Genau deshalb ist Modern Warfare 4 für Infinity Ward und Activision so wichtig.
GTA 6 wird sehr wahrscheinlich ein kulturelles Ereignis. Ein Spiel, über das auch Menschen sprechen, die sonst kaum Games verfolgen. Call of Duty ist anders. Es ist Routine. Jährlicher Shooter, Multiplayer-Abend, Zombies, Warzone und Battle Pass. Genau darin liegt aber auch seine Stärke. Viele Spieler werden den Rockstar-Titel kaufen und trotzdem (wieder) Call of Duty spielen. Nicht zwingend am selben Abend, aber über Wochen und Monate. Ein Open-World-Spiel ersetzt keinen kompetitiven Shooter. Und ein Multiplayer-Shooter ersetzt kein neues Rockstar-Epos. Darum wirkt die Gelassenheit von Mark Grigsby nicht völlig aufgesetzt.
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