Sony hat offenbar einen Plan für Händler, aber Disc-Fans wird das kaum beruhigen
Sony spricht laut mit Handelspartnern über die digitale Zukunft und nennt Code-in-a-Box-Lösungen als mögliches Modell in bestimmten Regionen.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Sony bleibt dabei: Ab Januar 2028 sollen keine neuen PS5-Spiele mehr auf Disc erscheinen. Auch Fan-Proteste, Petitionen und heftige Kritik an der digitalen Zukunft von PlayStation haben den Konzern bislang nicht zu einem Kurswechsel bewegt. Stattdessen sucht Sony offenbar nach einer Antwort auf die nächste große Frage: Was passiert eigentlich mit den Spiele-Regalen im Handel?
Die mögliche Lösung klingt zunächst physisch, ist es aber nicht. Die Hülle könnte bleiben. Darin steckt allerdings keine Disc mehr, sondern nur noch ein Downloadcode.
Wie VGC berichtet, äußerte sich Sony nach der Präsentation der Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 zu den Gesprächen mit dem Handel. Sony-CFO Lin Tao betonte, dass Händler seit rund 30 Jahren wichtige Partner für PlayStation seien. Deshalb habe man frühzeitig über das Ende der Disc-Produktion informiert und höre sich nun die Anliegen der Handelspartner an.
Sonys mögliche Lösung: Code statt Disc
Tao verwies dabei auf Nordamerika. Dort würden Spiele bereits in Verpackungen ohne Datenträger verkauft, denen stattdessen ein Code beiliegt. Wegen der regionalen Unterschiede wolle Sony mit den jeweiligen Handelspartnern nach einer „Win-win-Situation“ suchen.
Das ist allerdings noch keine Bestätigung, dass künftig jedes PlayStation-Spiel als Code-in-a-Box-Version im Regal stehen wird. Auch für Europa oder Österreich nannte Sony bislang kein konkretes Modell. Die Aussage zeigt aber, in welche Richtung die Überlegungen gehen könnten.
Für Händler wäre das zumindest ein kleines Lebenszeichen. Spiele könnten weiterhin im Regal stehen, verschenkt und außerhalb des PlayStation Stores verkauft werden. Für Disc-Fans ist es dagegen eher die digitale Version von: „Wir haben immerhin die Verpackung aufgehoben.“
Denn ab Januar 2028 sollen neue PlayStation-Spiele nicht mehr auf Disc produziert werden. Bereits veröffentlichte Spiele sowie zuvor angekündigte Disc-Versionen sollen davon nicht betroffen sein.
Eine Spielehülle ist noch kein physisches Spiel
Eine Code-in-a-Box-Version sieht im Regal vielleicht wie ein physisches Spiel aus. Sie ist aber keines. Nach dem Einlösen ist der Code verbraucht und das Spiel in der Regel an ein Konto gebunden. Eine Disc kann dagegen weiterverkauft, verliehen oder als übertragbares Sammlerstück aufbewahrt werden.
Genau darum geht es vielen Kritikern. Nicht um Plastik um des Plastiks willen. Es geht um Besitz, Weiterverkauf, Archivierung und eine gewisse Unabhängigkeit von digitalen Stores und Konten.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: In 121 Ländern und Regionen ist das PlayStation Network bislang nicht offiziell verfügbar. Eine Spielehülle mit Downloadcode hilft dort wenig, wenn für das eigentliche Spiel weiterhin ein unterstütztes Konto und ein großer Download erforderlich sind.
Kauft der Massenmarkt längst digital?
Aus Sonys Sicht ist der eingeschlagene Weg wirtschaftlich leicht zu erklären. Physische Spiele verlieren an Bedeutung. Wie dramatisch die Lage tatsächlich ist, bleibt allerdings umstritten.
Laut einer Circana-Auswertung verkauften 2025 in den USA lediglich sieben PlayStation-Spiele mehr als 100.000 physische Exemplare. Genaue Verkaufszahlen, Daten zum Gebrauchtmarkt und mehrere wichtige Veröffentlichungen aus der zweiten Jahreshälfte fehlen in dieser Betrachtung jedoch.
Andere Märkte zeichnen zudem ein anderes Bild. In Japan setzte allein Tomodachi Life mehr als eine halbe Million physische Exemplare ab. Außerdem sollen über 50 Prozent der Käufer von Astro Bot zur Disc-Version gegriffen haben.
Sonys aktuelle Geschäftszahlen liefern dennoch ein klares Signal: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wurden 82 Prozent aller PS4- und PS5-Vollspiele digital verkauft. Rechnerisch entfielen damit nur noch 18 Prozent auf physische Exemplare. Das ist brutal deutlich. Trotzdem können 18 Prozent eines globalen Millionenmarktes noch immer sehr viele verkaufte Spiele bedeuten. Eine Minderheit ist nicht automatisch bedeutungslos.
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Eine Petition ist schließlich kein Bestellformular. Sie zeigt aber, welche Sorgen sich nicht vollständig in Verkaufsstatistiken ablesen lassen. Sony möchte die Händler als Vertriebspartner behalten, ohne weiter an der Disc festhalten zu müssen. Der Handel behält die Box. Sony behält den digitalen Vertrieb. Und die Spieler? Sie bekommen eine Hülle mit Code. Wenn am Ende nur noch die Verpackung physisch ist: Was genau bleibt dann noch vom physischen Spiel?
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