Marvel/ DC: Ist die Zeit der Superheldenfilme vorbei?

Ob Marvel oder DC, Superhelden haben es derzeit nicht leicht. Sind ihre Filme schon bald dem Untergang geweiht?

2008 war das Jahr, das rückblickend wie der Anfang eines neuen Zeitalters wirkt. Auch wenn Kinobesucher sich das vermutlich nicht dachten als sie Marvels zweitrangigen Helden, Iron Man, im Kino erlebten. Robert Downey Jr. als charismatischer Milliardär und Regisseur John Favreau erschufen jedoch die richtige Mischung aus Action und Comedy, die in den Jahren danach zur Blaupause für ein wachsendes Filmuniversum werden sollte. Der Film wurde zum riesen Hit, das MCU war geboren und der Rest ist Geschichte.

Fünfzehn Jahre später sieht die ganze Sache schon etwas anders aus. Das MCU, das bis zu seinem großen Finale der Infinity-Saga einen Erfolg nach dem anderen erzielte, ist ins Straucheln gerate. Nach Jahren der Pandemie, Klagen der eigenen Schauspieler, unzähliger ,,Disney+”-Serien und dem Beginn einer neuen Saga, bröckelt das ehemals so große Imperium langsam. Während Avengers: Endgame 2019 noch ein haushoher Erfolg war und zum zweiterfolgreichsten Film aller Zeiten aufstieg, konnten die anderen seitdem veröffentlichten Filme nicht den selben Effekt erzielen.

Haben wir Marvel und DC satt?

Vor allem in der Zeit nach Endgame schaffte es kein Film mehr die in der Blockbuster-Branche so wichtige Einspielergebnismarke von über einer Milliarde Dollar zu knacken. (mit einer bedeutenden Ausnahme) Eine Entwicklung, die auch auf der Kritikerseite widergespiegelt wird. Während das MCU größtenteils sowohl auf finanziell erfolgreiche als auch von Kritikern und Fans positiv aufgenommen Filme zurückblicken kann, änderte sich das vor kurzem schlagartig. Eternals enttäuschte mit einem niedrigen Einspielergebnis und wartet derzeit mit einem ,,Rotten Tomatoes”-Score von 47% auf. Die erste echte Enttäuschung des Franchise.

Doch da endete es nicht. Doctor Strange in the Multiverse of Madness blieb hinter den Erwartungen zurück. Thor: Love and Thunder grenzte an eine Marvel-Parodie. Und Black Panther: Wakanda Forever konnte nicht an die Meilensteine heranreichen, die der erste Teil aufgestellt hatte. Der stetige Zerfall kulminierte im Februar schlussendlich in Ant-Man: Quantumania. Die Fortsetzung gilt als einer der Marvel-Filme mit den schlechtesten Bewertungen und spielte – für Superhelden-Verhältnisse – kaum Geld ein. Wenn man den Blick zur Konkurrenz wagt, sieht es auch dort nicht anders aus.

DC hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, auch wenn das Franchise von den Marvel-Höhen bisher nur träumen konnte. The Suicide Squad scheiterte pandemiebedingt an den Kinokassen. Black Adam schaffte es nicht eine erfolgsversprechende neue Reihe einzuführen. Und derzeit zeigt Shazam: Fury of the Gods, dass Superheldenfilme auch zum finanziellen Verlust werden können. Mit einem Einspielergebnis von 119 Millionen US-Dollar (Stand 03.04.2023) und einer ,,Rotten Tomatoes”-Wertung von 51%, bleibt die Fortsetzung sogar hinter ihrem Vorgänger.

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Auch wenn DC mit ihrer großen Umstrukturierung ambitionierte Pläne verfolgt, muss auch das Publikum dafür bereit sein. Doch wenn Einspielergebnisse und Kritiken Indikatoren dafür sind, deutet alles darauf hin, dass unser Hunger nach Superheldenfilmen fürs erste gestillt ist.

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