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Halo Infinite im Test (PC) – Game Review

Unendlich, aber nicht im Umfang. Was Spieler von Halo Infinite erwarten können, erfährt in unseren Spiele-Test: Das Game Review zum Shooter des Jahres

Review von
Halo Infinite (Kampagne) im Test - (C) 343 Industries, Xbox Game Studios

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Multiplayer ist (außer das Fortschrittssystem) der bisher beste seiner Klasse
  • Eine herausragende Kampagne (die leider zu schnell zu Ende geht)
  • Jetzt fehlt nur noch Koop-Gameplay für die Kampagne, dann wäre es "perfekt"

Eines vorweg: Halo Infinite ist der Shooters des Jahres 2021. Vielleicht sogar eines der besten Spiele, die wir heuer gesehen haben. Eine Evolution, aber keine Revolution. Halo Infinite im Test.

Die Kampagne von Halo Infinite hat lange auf sich warten lassen. 343 Industries beschrieb Infinite als “den Beginn unserer Plattform für die Zukunft” und “den Beginn der nächsten 10 Jahre für Halo”. Nachdem eine miese Demonstration im August 2020 den Release verschoben hatte, konnte man sich den technischen Tiefe des Spiels widmen. Es sieht viel besser aus, als noch letztes Jahr.

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Ohne vorher die Kampagne gespielt zu haben, können sich bereits vor Release am 8. Dezember 2021 um 19:00 Uhr deutscher Zeit, Spieler von Halo Infinite einen Eindruck machen: Die Multiplayer-Beta ist seit dem 15. November 2021 für alle online, sie ist Free-2-Play (also kostenlos). 343 Industries und Microsoft haben damit das Franchise auf einen größeren Sockel gestellt, auch dass man dieses Spiel von Anfang an am PC spielen kann, wie ich. Die Kampagne kostet Geld, aber für Xbox Game Pass-Besitzer ist sie inbegriffen.

Halo Infinite ist ein sanfter Neustart

Man muss nicht alles lieben, was 343 in der Vergangenheit aus der Spielserie gemacht hat. Nach dem sagenhaften Halo Reach war es für den neuen Entwickler schwierig, hier etwas “Story-technisch” draufzusetzen. Halo 4 war bescheiden. Halo 5: Guardians brauchte, zumindest der Multiplayer, von der Kampagne ist so gut wie nichts im Gedächtnis geblieben. Vielleicht war gerade deshalb Halo Infinite im Test so erfrischend (auch wenn sie mich nicht umgehauen hat). Immerhin bin ich seit 2001 mit der Halo-Serie dabei und habe alle durchgespielt.

343 Industries war klar, dass man mit Halo Infinite einen “sanften Neustart” benötigte, um den Master Chief und die Spielserie breiter aufzustellen. Und es wurde einiges getan, das Kerndesign aufgebrochen. Dennoch bietet es genügend Rückblicke in die Vergangenheit, möchte also Fans und kommende Fans bedienen.

Man hat die “Komplikationen” mit Halo 5 weitgehend beschönigt, eine neue Erzählung darüber aufgebaut. Halo Infinite findet zwei Jahre nach Halo 5: Guardians statt, im Jahr 2560.

Der im Weltraum treibende Master Chief wird von “The Pilot”, einem Überlebenden eines mysteriösen Konflikts auf dem Zeta Halo-Ring zwischen dem UNSC, den Verbannten, gefunden und gerettet. Aber auch Cortana hat “überlebt”. Nachdem die Verbannten nun als Sieger hervorgegangen sind, planen sie, den Halo-Ring zu verwenden, um ihre Ziele zu erreichen. Es liegt am Master Chief, zusammen mit The Pilot und The Weapon – einer KI, die vom UNSC entwickelt wurde, um Cortana zu besiegen – sie aufzuhalten.

Willkommen auf Zeta Halo. Schaut ein wenig mitgenommen aus, ist es auch.- (C) 343 Industries

Willkommen auf Zeta Halo. Schaut ein wenig mitgenommen aus, ist es auch.- (C) 343 Industries

Die Niederlage

Bevor wir das Spiel selbst in die Hände bekommen haben, ging immer wieder das Sub-Genre “RPG-Shooter” für Halo Infinite durch diverse Artikel. Gut, ein Rollenspiel ist Halo Infinite definitiv nicht, aber das Open-World-Gameplay hat mehr mit Breath of the Wild gemeinsam, als mit anderen linearen Halo-Spielen davor. Aber es ist auch wiederum nicht wirklich ein Open World, wie The Witcher.

An bestimmten Punkten der Kampagne genießt man viel Freiheiten, um Zeta Halo, den neuen Ring, zu erkunden. Es gibt sogar Nebenquests auf der Map. Man kann Gegenstände entdecken, mit den man seine Ausrüstung verbessert und verschiedene optionale Aktionen bringen Tapferkeits-Punkte, mit denen man Verstärkung herbeirufen kann. Auch wenn “Drumherum” viel zu erkunden ist, gibt es trotzdem einen linearen Ablauf. Die Geschichten, die man durchleben muss, wenn man das Ende des Spiels sehen möchte. Man kann also nicht gleich auf den Endgegner losrennen, wie eben in Breath of the Wild (auch wenn mit dieser Vergleich etwas eigenartig gerade vorkommt).

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Was sich auch mit dem Nintendo Switch-Spiel überschneidet: Es beginnt alles mit einer Niederlage. Nur liegen nur 2 Jahre dazwischen und keine 100.

Halo Infinite im Test: Keine Probleme

Das Gameplay von Halo Infinite kann man so stehen lassen, dass haben auch schon Millionen Spieler im Multiplayer so empfunden. Was man vorweg kritisieren kann ist der Inhalt, der durchaus ausbaufähig ist. Manchmal fühlt es sich leer an. Dafür gibt es den wohl besten Greifhaken, den man jemals gespielt hat. Nicht das ich schon wieder einen Übergang zu einen Zelda-Spiel suche, aber das “vertikale Gameplay” ist neu, macht Spaß und fühlt sich richtig an. “Freude an der Bewegung”, hätte wohl ein Automobilhersteller in seiner Werbung gesagt.

Halo Infinite ist kein reiner Open-World-Shooter, aber eine offene Welt, bei denen man viele Wege zum Kampf findet. Der Greifhaken ist nur ein Werkzeug, da gibt es noch die vielen ikonischen Fahrzeuge.

Einen Uber-Fahrer findet man nicht auf Zeta Halo, dafür gibt es Banshees der Verbannten frei zur Entnahme (oder Eroberung). - (C) 343 Industries

Einen Uber-Fahrer findet man nicht auf Zeta Halo, dafür gibt es Banshees der Verbannten frei zur Entnahme (oder Eroberung). – (C) 343 Industries

Bereits früher war das etwas, was Halo ausmachte. Es gab oft verschiedene Punkte auf einer großen Karte, die man durchmachen musste, oft auch wieder zurück. Bei Halo Infinite gibt es Missionen die einem auf kilometerentfernte Ziele schickt. Schön wenn man dann einen Banshee, ein außerirdisches Fluggerät, oder sonst etwas “Schnelles” findet. Laune macht es allemal. Es gibt dir das Gefühl von Freiheit auf Zeta Halo.

Gleichgeschaltete Nebenmissionen

Auch wenn viel im Freien stattfindet, geht es auch oft in (wiederholende) Innenräume. Es ist nicht so, als würde nicht auch das Spaß machen, aber irgendwie sucht man den Weg nach draußen. Man verbringt halt auch viel Zeit damit Energiekerne einzusammeln, die man in Terminals einstecken muss, versucht Türen zu öffnen und erledigt seine Gegner. Es gibt viele Dinge, die sich wiederholen, aber dank des “farbenfrohen Stils”, dem Umgebungsdesign und das neue Maß an Freiheit, fühlt es sich wie ein Halo an, dass man lange Zeit vermisst hat.

Unterstützung in Form von schlagkräftigen Marines gibt es wie schon früher. - (C) 343 Industries

Unterstützung in Form von schlagkräftigen Marines gibt es wie schon früher. – (C) 343 Industries

Bosskämpfe

Irgendetwas war doch in Halo 5? Ja, genau, die langweiligen Bosskämpfe. Deswegen langweilig, weil sie immer gleich waren. Und Halo Infinite bot im Test jede Menge verschiedener Bosskämpfe, die wesentlich interessanter waren. Man benötigt verschiedene Fähigkeiten oder Waffen, um die Bosskämpfe zu bestreiten.

Nicht so einfach wie früher, manchmal auch ein wenig kniffelig, aber immer unterhaltsam. Vielleicht wenn man es ein zweites Mal durchspielt, nicht mehr so aufregend, aber dafür schwerer (weil man es natürlich nicht lassen kann ein Halo am schwierigsten Grad durchzuspielen).

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Warum Halo Infinite nicht Halo 6 heißt!

Nicht falsch verstehen: Seit Halo Reach ist Halo Infinite das beste Halo-Spiel, dass ich gespielt habe. Aber unter “Unendlich” hätte ich mir mehr vorgestellt, dafür war ich zu schnell fertig. Klar, die Geschichte ist für hartgesottene Fans, die sich auskennen, die bisher alle Spiele gespielt haben, aber wirklich “gepackt” hat mich die Story nicht. Ich bin zwar nicht gleich ausgestiegen, aber umgehauen hat es mich nicht wirklich. Ich war dabei und habe es genossen, werde mir aber kein Poster kaufen und an die Wand dafür klatschen.

Halo Infinite hat viel zu bieten, aber “unendlich”, davon ist es noch weit entfernt. Es ist eben kein Open-World-Spiel, kein Breath of the Wild, mit dem man 300 Stunden verbringt und immer noch etwas Neues findet. Auch wenn die Kampagne vielleicht nur der Anfang ist und noch ausgebaut wird, derzeit ist es (noch) zu wenig. Aber das ist Geschmackssache und fällt nicht in die Wertung.

Halo Infinite im Test: Grafik und Sound

4K und 60 FPS schafft das Spiel, mit einer PC-Hardware, die etwas besser ist als wie jene einer Xbox Series X. Auch wenn der Regen in Call of Duty: Vanguard noch so schön ist, mir persönlich gefällt ein Halo Infinite besser. Die atemberaubenden Ausblicke auf Zeta Halo sind einfach näher am Leben dran. Kristallklares Wasser, eine lebendige Flore und Faune im Kontrast mit den silber- und rotfarbigen Einrichtungen der Verbannten. Und auch die metallischen sechseckigen Säulen, die Zeta Halo beieinander halten, passen sich in das Design perfekt ein.

Auch wenn die Grafik nicht perfekt erscheint, es passt zum Gameplay. - (C) 343 Industries

Auch wenn die Grafik nicht perfekt erscheint, es passt zum Gameplay. – (C) 343 Industries

Manchmal sieht man sogar wo der Weltraum beginnt und wo die Zerstörung des Rings bereits fortgeschritten ist. Großartig und bizarr. Gegenüber einem aktuellen Call of Duty oder Battlefield braucht man sich nicht verstecken, vor allem nicht wegen des farbenfrohen Stils.

Für was ich Halo immer geliebt habe: den Soundtrack, und der ist verdammt gut. Die Komponisten Gareth Coker, Curtis Schweitzer und Joel Corelitz haben hier klassische “Halo-Musik” mit neuen Ideen kombiniert.

Auch die Soundeffekte und Sprachausgaben im Spiel sind sehr gut gelungen, fühlen sich richtig und “mächtig” an. Im Gegensatz zu anderen Shootern, bei denen man immer wieder etwas meckern muss, gibt es hier nichts zu meckern.

YouTube video

Fazit zu Halo Infinite im Test

Während 343 Industries mit den beiden Vorgängern nicht nur ein schweres Erbe antreten musste, sie “verkackten” auch auf vielen Ebenen. Mit Halo Infinite war man mutiger, vielleicht ist es auch die neue Größe der Xbox Game Studios, wo viel mehr Meinungen aufeinandertreffen. Halo Infinite ist ein Meisterwerk. Es ist ausgreift, auch wenn man sich “noch mehr” gewünscht hätte. Dafür hat man auch den Multiplayer, der einen einfach nicht loslässt. Seit dem 15. November spiele ich eigentlich täglich eine “große Schlacht” und freue mich schon auf alle anderen Modis, die mit dem Release des Spiels kommen werden.

Diese Bezeichnung “Meisterwerk” verdienen sich laut meinen ganz persönlichen Ranking nicht viele Spiele. Es ist auf einer Liga mit Half-Life (2), The Legend of Zelda: Breath of the Wild und GTA 5.  Egal ob man ein “Halo-Legendär-Veteran” ist oder ein gänzlicher Anfänger: Halo Infinite sollte man gespielt haben, wenn man Shooter mag. 

Das ich zu Halo Infinite zurückkehren werde (oder dabei bleibe) steht außer Frage. Nächstes Jahr soll es die Möglichkeit für die Koop-Kampagne geben, aber auch die Schmiede kehrt zurück.

ReviewWertung

10SCORE

Die Kampagne ehrt das Erbe von Halo, macht vieles neu und der einzige Haken ist, dass es nicht mehr Inhalt gibt. Halo Infinite ist ein Meisterwerk. Punkt.

Detail-Wertung

Grafik

10

Sound

10

Gameplay

10

Story

10

Motivation

10

Steuerung

10

Multiplayer

10

Test-Hardware: Intel Core i7 10700K, 8x 3.80GHz; ASUS TUF GAMING Z490-PLUS, S. 1200 Motherboard, NVIDIA GeForce RTX 3080 10GB; 64GB Ballistix RAM DDR4-3600; Gespeichert auf NVMe M.2.

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