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Artikel von Markus Bauer +
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GTA 6 ist noch nicht erschienen, doch das Spiel ist schon wieder Mittelpunkt eines massiven Leaks. Im Netz kursieren neue Clips, Bilder und angebliche Gameplay-Details. Rockstar Games selbst hat die Echtheit der Inhalte bisher nicht bestätigt. Genau deshalb ist Vorsicht angebracht: Selbst wenn das Material echt sein sollte, könnte es aus einer älteren Version stammen. Oder sogar KI-geniert sein.

Trotzdem sorgen die aktuellen Leaks für Aufsehen. Nicht nur wegen möglicher neuer Details zu Grand Theft Auto VI. Sondern auch, weil die Personen hinter dem Leak eine politische Botschaft daraus machen wollen. Sie werfen Rockstar und Take-Two angeblichen „Anti-Konsumenten-Kurs“ vor und fordern öffentliche Zugeständnisse.

Das Problem: Die Aktion wird nicht nur mit geleaktem Material verbunden, sondern offenbar auch mit Krypto-Werbung. Genau das sorgt dafür, dass selbst Unterstützer von Spieleerhalt und Verbraucherrechten auf Abstand gehen.

GTA 6-Leak: Darum geht es diesmal nicht nur um neue Szenen

Leaks zu GTA 6 sind nichts Neues. Schon 2022 wurde Rockstar von einem der größten Leaks der Videospielgeschichte getroffen. Damals tauchten frühe Videos aus der Entwicklung auf. Rockstar Games bestätigte später einen Netzwerkeinbruch und erklärte, dass man das Spiel vorstellen werde, wenn es bereit ist.

Jetzt ist die Lage anders. Laut aktuellen Berichten sind erneut Clips und Bilder aufgetaucht. Diese sollen unter anderem Gameplay-Szenen, Kartenausschnitte und weitere Details zeigen. Ich selbst habe mir auf X.com einige „angebliche GTA 6-Videos“ angesehen. Ja, sie wirken sehr echt. Allerdings weiß niemand, ob es sich dabei um einen aktuellen Build handelt.

Screenshot aus Grand Theft Auto VI (GTA 6). - Bild: Rockstar Games

Screenshot aus Grand Theft Auto VI (GTA 6). – Bild: Rockstar Games

Leaker stellt Forderungen an Rockstar und Take-Two

Besonders kurios ist das angebliche Manifest hinter dem Leak. Die Verantwortlichen fordern laut eine „Entschuldigung“ von Entwickler Rockstar Games und Publisher Take-Two. Außerdem verlangen sie eine konkrete Zusage, künftig besser mit Spielern umzugehen.

Die Forderungen richten sich gegen mehrere aktuelle Branchentrends. Genannt werden unter anderem digitale Vorbestellungen, angeblich künstlich zurückgehaltene Einzelspieler-DLCs und fehlende Offline-Lösungen für Singleplayer-Spiele. Die Leaker wollen demnach, dass Publisher Singleplayer-Inhalte langfristig spielbar halten.

Das klingt auf den ersten Blick nach einem Thema, das viele Spieler beschäftigt. Denn die Sorge um digitale Käufe, Server-Abhängigkeit und den Verlust gekaufter Spiele ist real. Genau darum gibt es Initiativen wie Stop Killing Games. Der Unterschied ist aber entscheidend. Die Initiative setzt auf öffentlichen Druck und politischen Debatten. Der Angebliche GTA 6-Leak nutzt dagegen offenbar offenbar gestohlenes oder illegal verbreitetes Material.

Die Initiative Stop Killing Games hat sich deshalb klar von der Aktion distanziert. In einem Statement heißt es sinngemäß, dass „illegale Mittel nicht akzeptabel seien und nicht dabei helfen, das Recht auf gekaufte Spiele zu schützen“.

Warum der Krypto-Verdacht alles noch schlimmer macht?

Mehrere Berichte weisen darauf hin, dass rund um den Leak auch ein Krypto-Projekt beworben wurde. Das verändert die Wahrnehmung der ganzen Aktion massiv. Denn wenn ein Leak angeblich aus Idealismus passiert, gleichzeitig aber ein Meme-Coin oder ähnliche Finanzwerbung auftaucht, wirkt die moralische Begründung schnell vorgeschoben. Dann geht es nicht mehr nur um Verbraucherrechte. Dann steht auch der Verdacht im Raum, dass der enorme GTA 6-Hype für Aufmerksamkeit und mögliche Gewinne genutzt werden soll.

Für Rockstar und Take-Two macht das die Lage nicht besser. Aber für die Leaker auch nicht. Wer sich als Kämpfer für Spielerrechte inszeniert und gleichzeitig an der Aufmerksamkeit verdienen will, verliert sehr schnell Glaubwürdigkeit.

GTA 6 wird dadurch nicht kleiner, sondern noch größer

Für Rockstar ist der Leak unangenehm. Für Grand Theft Auto 6 selbst dürfte er aber kaum den Hype bremsen. Eher passiert das Gegenteil: Jede neue Information, jedes Bild und jede Diskussion sorgt dafür, dass das Spiel noch stärker im Mittelpunkt steht. Das heißt nicht, dass Leaks harmlos sind. Unfertige Arbeit wird aus dem Zusammenhang gerissen. Spieler diskutieren über Systeme, die vielleicht längst verändert wurden. Marketingpläne werden gestört. Und am Ende reden alle über Material, das so nie für die Öffentlichkeit gedacht war.

Rockstar Games hat bisher keinen Grund, auf Forderungen von Leaker-Gruppen einzugehen. Das Unternehmen dürfte stattdessen weiter versuchen, geleaktes Material entfernen zu lassen und die eigene Kommunikation zu kontrollieren. Bei den Xbox-Bewertungen hat die Kontrolle auf jeden Fall nicht funktioniert.

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