Bethesda setzt alles auf Fallout und The Elder Scrolls, die neue Xbox-Strategie
Nach dem großen Xbox-Reset soll ZeniMax stärker auf seine größten Marken ausgerichtet werden. Für kleinere Experimente könnte es enger werden.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Der große „Xbox-Reset“ trifft offenbar auch Bethesda und ZeniMax deutlich stärker, als es auf den ersten Blick klang. Microsoft hat offiziell bestätigt, dass im Zuge der Neuaufstellung rund 3.200 Jobs wegfallen und mehrere Studios Xbox verlassen. Jetzt wird klarer, was das für Bethesda bedeuten könnte: weniger Breite, mehr Fokus auf die größten Marken.
So soll ZeniMax künftig stärker nach einem sogenannten „Franchise First“-Modell arbeiten. Die Information geht auf Jason Schreier zurück, der in einem aktuellen Video (via YouTube) über die Folgen des Xbox-Umbaus gesprochen hat. Demnach sollen vor allem Fallout, The Elder Scrolls, DOOM, Wolfenstein und Quake im Mittelpunkt stehen.
Das klingt auf den ersten Blick logisch. Bethesda besitzt einige der bekanntesten Marken der Branche. In einer Phase, in der Microsoft offen zugibt, dass das Xbox-Geschäft „nicht gesund“ sei, setzt man offenbar lieber auf bekannte Namen als auf riskante Experimente.
Werbung
Bethesda soll sich auf seine größten Marken konzentrieren
ZeniMax soll im Zuge der Xbox-Restrukturierung „ziemlich stark“ betroffen sein. Gemeint ist: Die wichtigsten Franchises bekommen den Vorrang. Alles, was nicht klar zu diesen großen Marken passt, dürfte es schwerer haben. Für Fans von The Elder Scrolls 6 könnte das sogar eine gute Nachricht sein. Das Rollenspiel wurde bereits 2018 angekündigt, ist aber bis heute kaum greifbar. Wenn Microsoft und Bethesda jetzt Ressourcen stärker auf ihre Kernmarken konzentrieren, könnte das Projekt intern noch wichtiger werden.
Auch Fallout dürfte profitieren. Nach dem Erfolg der Amazon-Serie ist die Marke so sichtbar wie lange nicht mehr. Ein neues Fallout-Spiel, Remakes oder Remaster älterer Teile wären für Microsoft naheliegende Wetten. Gerade Fallout hat aktuell eine Strahlkraft, die weit über klassische Rollenspiel-Fans hinausgeht.

Ella Purnell (Lucy) in Fallout. Nach dem Erfolg der Prime-Video-Serie richtet Bethesda den Blick wieder auf das Franchise. – © Amazon Content Services LLC
Werbung
Was passiert mit neuen Ideen?
Genau hier liegt aber auch das Problem. Ein „Franchise First“-Modell klingt aus Unternehmenssicht vernünftig. Für Spieler kann es aber schnell weniger spannend werden. Wenn nur noch große Marken zählen, haben neue Ideen, kleinere Projekte oder ungewöhnliche Experimente einen schwereren Stand.
Bethesda war nie nur Fallout und The Elder Scrolls. Unter dem ZeniMax-Dach entstanden auch Spiele wie Dishonored, Prey, Hi-Fi Rush, Deathloop, The Evil Within oder Ghostwire: Tokyo. Nicht alle davon waren riesige Verkaufshits, aber viele hatten eine eigene Identität. Genau solche Spiele könnten in einer stärker auf Effizienz getrimmten Xbox-Struktur seltener werden.

Reinigt man die Torii-Tore in GhostWire: Tokyo, lichtet sich auch der Nebel in der Stadt. Solche Spiele werden wir von Bethesda wohl nicht mehr in Zukunft bekommen. – Bild: Bethesda
Werbung
Spannend ist auch, was diese Strategie über Starfield sagt. Bethesdas Sci-Fi-Rollenspiel war jahrelang als neue große Marke positioniert. Es sollte neben Fallout und The Elder Scrolls stehen. Doch in den Berichten über den neuen Franchise-Fokus taucht Starfield nicht mehr als zentrale Säule auf. Das bedeutet nicht automatisch, dass diese Marke keine Zukunft mehr hat. Aber es zeigt, wie schwer es selbst große neue Marken haben können, wenn sie nicht sofort denselben kulturellen Einschlag wie ein Skyrim erreichen.
DOOM bleibt sicher, Wolfenstein und Quake sind spannender
Wenig überraschend ist auch DOOM Teil dieser Strategie. Mit DOOM: The Dark Ages steht die Reihe ohnehin wieder im Rampenlicht, dass bereits morgen seine rund 12-stündige Erweiterung bekommt. Selbst wenn der neueste Teil nicht an den kommerziellen Einschlag von DOOM Eternal herankommt, ist die Marke stark genug, um weitergeführt zu werden. Interessanter sind hier die „alten Marken“ wie Wolfenstein und Quake. Beide sind wichtig für die Shooter-Geschichte, aber kommerziell nicht auf dem Niveau von Fallout oder The Elder Scrolls im Rollenspiel-Genre. Dass sie trotzdem genannt werden, zeigt: Microsoft sieht offenbar auch in klassischen Bethesda- und id-Marken weiterhin Potenzial für die Zukunft.

DOOM: The Dark Ages | Revelations erscheint morgen am 09. Juli 2026. – Bild: id Software, Xbox via YouTube-Trailer „Official 4K Trailer | XBOX Games Showcase 2026“
Werbung
Bei Wolfenstein warten Fans schon lange auf eine klare Fortsetzung. Immerhin erschien das letzte klassische Solo-Hauptspiel 2017 mit Wolfenstein 2: The New Colossus. Es folgten zwei Erweiterungen mit Youndblood und Cyberpilot (VR-Spin-Off), seitdem ruht die Marke. Sie wird aber fortgeführt: Bereits Anfang des Jahres bestätigte MachineGames, dass es ein Wolfenstein 3 geben wird und die Geschichte von B.J. Blazkowicz fortgeführt wird.
Bei Quake gibt es seit Jahren Hoffnungen auf eine echte moderne Rückkehr. Das letzte Quake-Spiel war Quake Champions, dass den Early Access im August 2017 startete, wobei es erst 2022 „rauskam“. Quake Champions wollte Arena-Shooter modernisieren, aber der Markt war dafür kaum noch da. Die Idee mit Champions, Fähigkeiten und Free-to-Play-Modell sollte Quake zeitgemäßer machen. Für alte Quake-Fans war das aber teilweise zu weit vom klassischen Quake 3 Arena mit Rocketjumps entfernt. Für neue Spieler war es wiederum zu hart, zu schnell und zu gnadenlos.
- Fallout 5, Fallout 3- und New Vegas-Remaster: Bethesda macht Fans plötzlich viel Hoffnung
- Lesenswerter Artikel
- Fallout TV-Serie: Chris Avellone bemängelt Dialoge und Drehbuch
- Lesenswerter Artikel
- DOOM 4-Leak zeigt, warum id Software den Shooter komplett neu startete
- Lesenswerter Artikel
- Microsoft könnte spannende Spielideen der DOOM-Entwickler gestoppt haben
- Lesenswerter Artikel
- Neues DOOM trotz Xbox-Kahlschlag? id Software soll weiter selbst entwickeln
- Lesenswerter Artikel
- John Carmack vertraute Microsoft bei id Software – jetzt klingt er nicht mehr so sicher
- Lesenswerter Artikel
Der „Xbox-Reset“ macht damit auch vor Bethesda nicht halt. Microsoft setzt auf das, was groß, bekannt und verwertbar ist. Anscheinend auch auf ein wenig Nostalgie. Aber neue Marken werden es zukünftig im Xbox-Universum schwer haben.
Werbung
Hast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein !





