Bethesda übernimmt Obsidian und muss jetzt ein großes Versprechen machen
Nach dem Xbox-Umbau wächst die Sorge um Obsidian. Bethesda versichert intern, dass das RPG-Studio seine kreative Identität behalten soll.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Obsidian Entertainment gehört künftig organisatorisch zu Bethesda. Seit Microsoft diese überraschende Neuordnung der Xbox-Studios bestätigt hat, stellt sich vor allem eine Frage: Wird aus dem Studio hinter Avowed, Grounded und The Outer Worlds jetzt hauptsächlich eine weitere Fallout-Mannschaft?
Genau diese Sorge versucht Bethesda intern offenbar zu zerstreuen. In einer E-Mail an Mitarbeiter, die Aftermath einsehen konnte, bezeichnet Bethesda-Präsidentin Jill Braff den Wechsel vor allem als Veränderung der Berichtsstruktur. Die kreative Identität und die Stärken, die Obsidian auszeichnen, sollen weiterhin im Zentrum der Arbeit des Studios stehen.
Auch an der Führung soll sich zunächst nichts Grundlegendes ändern. Feargus Urquhart bleibt CEO von Obsidian Entertainment und soll das Studio gemeinsam mit dem bisherigen Führungsteam weiter leiten. Neu ist vor allem, an wen dieses Team innerhalb des Microsoft-Konzerns berichtet: künftig direkt an Braff beziehungsweise Bethesda.
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Obsidian wird nicht einfach zu Bethesda Game Studios
Dabei ist eine wichtige Unterscheidung nötig. Obsidian wird nicht mit Bethesda Game Studios verschmolzen. Microsoft bestätigte am 22. September lediglich, dass Bethesda seinen Verantwortungsbereich auf Obsidian ausweitet. Das Studio arbeitet weiterhin an seinen bestehenden Projekten, darunter Grounded, und gleichzeitig gemeinsam mit Bethesda Game Studios an einem neuen Fallout-Spiel.
Das geleakte Memo liefert jetzt die entscheidende Ergänzung: Bethesda Game Studios bleibt weiterhin für die Fallout-Marke verantwortlich. Obsidian bekommt also nicht plötzlich die komplette Kontrolle über das Franchise, obwohl das Studio mit Fallout: New Vegas für viele Fans einen der beliebtesten Teile der Reihe entwickelt hat.

Grounded 2 soll weiterhin mit Updates versorgt werden. – Bild: Obsidian Entertainment, Xbox Game Studios
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Am neuen Fallout wird bereits gearbeitet
Spannend ist außerdem, wie Braff den Stand des gemeinsamen Projekts beschreibt. Demnach laufen bereits erste Arbeiten an einem neuen Fallout-Spiel. Beide Studios sollen dabei auf ihrer langjährigen Verbindung aufbauen. Weitere Informationen seien in den kommenden Monaten geplant. Was für ein Fallout dahintersteckt, wissen wir weiterhin nicht. Microsoft und Bethesda haben weder einen Titel noch Plattformen oder einen Release-Zeitraum genannt. Auch ist nicht bestätigt, ob es sich um ein klassisches Singleplayer-Rollenspiel, ein Spin-off oder etwas völlig anderes handelt.
Dass Bethesda künftig noch stärker auf Marken wie Fallout und The Elder Scrolls setzen möchte, macht Obsidians neue Position zusätzlich interessant. Der Xbox-Reset soll weniger verstreute Studios und dafür stärkere Franchise-Strukturen schaffen.
Die Sorge um Obsidians eigene Spiele bleibt
Genau an diesem Punkt wird die Zusicherung zur kreativen Freiheit wichtig. Obsidian Entertainment hat sich in den vergangenen Jahren bewusst nicht nur über Fallout definiert. Das Studio veröffentlichte mit Pentiment ein ungewöhnlich kleines Rollenspiel, baute mit Grounded eine neue Marke auf, kehrte mit Avowed in die Welt von Pillars of Eternity zurück und führte The Outer Worlds weiter.
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Die Befürchtung liegt deshalb nahe, dass ein stärker auf große Marken ausgerichtetes Microsoft diese Vielfalt irgendwann einschränken könnte. Braffs Nachricht ist deshalb vor allem ein Versprechen für die Zukunft: Obsidian soll Obsidian bleiben, auch wenn die organisatorische Heimat jetzt Bethesda heißt.
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Ob das langfristig tatsächlich so funktioniert, lässt sich heute noch nicht beurteilen. Zumindest spricht die aktuelle Struktur dafür, dass Microsoft das Studio nicht einfach in Bethesda Game Studios aufgehen lässt.
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