Steam-Leak ist viel größer als gedacht: In 12 TB stecken Tausende alte Spiele-Builds
Nicht nur Valve ist betroffen. Ein riesiges Steam2-Archiv enthält Daten zu Hunderten Spielen aus den Jahren 2003 bis 2013.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Ein gewaltiger Fund rund um Steam beschäftigt derzeit Dataminer. Rund 12 Terabyte an alten Spieldaten sind aufgetaucht, darunter frühe Builds, Beta-Versionen und Entwicklungsdateien aus der Steam2-Ära. Zunächst standen Spiele von Valve im Mittelpunkt, doch inzwischen wird klar: Der Fund reicht erheblich weiter.
Eine von der Community zusammengestellte Liste der identifizierten Steam-Depots umfasst derzeit 10.876 Depot-IDs. Dahinter verbergen sich Daten von Hunderten Spielen verschiedener Entwickler und Publisher.
Darunter finden sich bekannte Namen wie Half-Life 2, Portal 2, Left 4 Dead, Team Fortress 2, Fallout: New Vegas, The Elder Scrolls V: Skyrim, GTA 4, GTA: San Andreas und Resident Evil: Operation Raccoon City.
Was wurde bei Steam überhaupt geleakt?
Ein Depot ist vereinfacht gesagt ein Paket mit Dateien, die Steam einem Spiel zuordnet. Das können normale Spieldateien sein, aber ebenso Sprachversionen, DLCs, Server-Dateien, Betas oder interne Entwicklungsstände. Valve erklärt den Aufbau solcher Depots selbst in der Steamworks-Dokumentation. Genau deshalb ist die riesige Zahl nicht gleichbedeutend mit fast 11.000 geleakten Spielen. Ein einziges Spiel kann zahlreiche Depots besitzen.
Bei Fallout: New Vegas tauchen beispielsweise bereits zahlreiche verschiedene Depot-Einträge auf. Auch Duke Nukem Forever ist mehrfach vertreten, darunter separate Einträge für die Demo.
Besonders interessant sind natürlich Entwicklungsstände, die normalerweise nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Laut dem bekannten Valve-Dataminer Gabe Follower wurden unter anderem frühe Versionen von Portal 2, Left 4 Dead und Counter-Strike: Global Offensive gefunden. Auch Material zum eingestellten Portal-Vorgängerprojekt F-Stop soll enthalten sein.
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Sogar Spuren von Half-Life 2: Episode 3 wurden entdeckt
Damit begann selbstverständlich sofort die Suche nach dem heiligen Gral aller Valve-Leaks: Half-Life 3 beziehungsweise dem nie veröffentlichten Half-Life 2: Episode 3. Tatsächlich wurde bereits Material entdeckt, das mit „Episode 3“ in Verbindung gebracht wird. Dazu zählt ein Modell des sogenannten Weaponizer, einer Waffe, die aus frühen Konzepten des eingestellten Spiels bekannt ist.
Das bedeutet allerdings nicht, dass plötzlich eine spielbare Version von Episode 3 oder Half-Life 3 aufgetaucht ist. Dafür gibt es derzeit keine belastbaren Hinweise.
Gerade bei einem Fund dieser Größe dürfte es noch einige Zeit dauern, bis sämtliche Daten katalogisiert sind.

Nein, Gordon Freeman in Half-Life 3 ist bisher nicht Teil des Leaks! – Bild: Erstellt mit Microsoft Bing Image Creator (KI)
Der Steam-Leak soll nicht durch einen Hack entstanden sein
Auch die Entstehung des Leaks ist ungewöhnlich. Nach Angaben von Gabe Follower wurden die Daten nicht bei einem klassischen Hackerangriff erbeutet. Die Dateien sollen über einen öffentlich erreichbaren Endpoint der alten Steam2-Infrastruktur zugänglich gewesen sein. Valve selbst hat diese Darstellung bislang nicht öffentlich bestätigt.
Das erklärt auch den auffälligen Zeitraum. Die bislang bekannten Inhalte stammen ungefähr aus den Jahren 2003 bis 2013. Danach stellte Valve seine alte Steam2-Infrastruktur schrittweise auf das modernere SteamPipe-System um. Noch wichtiger ist eine zweite Einschränkung: Nur weil ein Spiel in der Depot-Liste auftaucht, bedeutet das nicht automatisch, dass davon eine geheime Beta oder ein unveröffentlichtes Spiel entdeckt wurde. Viele Einträge dürften ganz gewöhnliche Versionen, Sprachpakete oder Veröffentlichungs-Builds sein.
Spannend wird es dort, wo Entwicklerstände von der final veröffentlichten Version abweichen. Eine frühe PC-Beta von Sonic the Hedgehog 4: Episode II wurde beispielsweise bereits aus dem Material identifiziert. Auch Daten zu Fallout: New Vegas werden derzeit untersucht.
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Der eigentliche Wert dieses Leaks könnte deshalb weniger in einem einzigen spektakulären neuen Spiel liegen. 12 TB Material aus zehn Jahren Steam-Geschichte sind vor allem eine riesige Zeitkapsel. Und bei fast 11.000 katalogisierten Depots ist ziemlich sicher, dass die Community noch einige Überraschungen darin finden wird.
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