◷ 3 Min.
Artikel von Markus Bauer +
★DailyGame bei Google merken

Werbung

Capcom bereitet seine Spieleentwicklung auf eine Zukunft vor, in der Menschen und künstliche Intelligenz deutlich enger zusammenarbeiten. Beim Capcom Open Conference RE:2026 stellte Entwickler Satoshi Ishida neue Details zum REX-Projekt vor. Das langfristige Ziel formulierte er ziemlich deutlich: „Eine Zukunft, in der wir Spiele gemeinsam mit KI entwickeln.“

Dahinter steckt allerdings keine Maschine, die künftig auf Knopfdruck ein neues Resident Evil baut. REX steht für RE neXt Engine und soll die bestehende RE Engine schrittweise modernisieren. Capcom setzt diese Technik inzwischen für sämtliche Spiele ein, von Resident Evil Requiem bis Monster Hunter Stories 3. Mehr als 2.000 Entwickler arbeiten intern damit.

Die KI soll vor allem programmieren, testen und Zeit sparen

Capcom nennt drei zentrale Probleme: Moderne Spiele werden immer größer, einfache Entwicklungsschritte dauern dadurch länger und immer größere Teams müssen mit denselben Werkzeugen arbeiten. Gleichzeitig werde die Integration von KI für eine effizientere Entwicklung zunehmend wichtig.

REX besteht deshalb aus mehreren neuen Bausteinen. RE:Dox vereinheitlicht unterschiedliche Spieldaten, RE:UI soll komplexe Entwicklerwerkzeuge beschleunigen, RE:Log verbessert Fehlersuche und Protokollierung. Mit RE:Flows können Entwickler Gameplay-Abläufe visuell erstellen und anschließend in regulären Code übertragen. RE:Runtime wiederum soll große Mengen an Objekten und Charakteren effizienter verarbeiten. Die technischen Details stammen aus der ausführlichen Dokumentation der Capcom-Präsentation bei GameBiz (Japan).

Der langfristige Schritt geht weiter: KI soll den Programmcode der Engine verstehen, selbst Programme erzeugen und automatisierte Testläufe durchführen können, um Fehler aufzuspüren. Einen Termin, ab wann diese Funktionen vollständig eingesetzt werden, nennt der Herausgeber von Monster Hunter, Resident Evil und Co noch nicht.

Die KI wird Spiele wie Monster Hunter Wilds auch zukünftig nicht per Prompt erstellen können. Aber KI soll bei Capcom dafür eingesetzt werden, langweiligere Aufgaben schneller zu erledigen. - Bild: Capcom

Die KI wird Spiele wie Monster Hunter Wilds auch zukünftig nicht per Prompt erstellen können. Aber KI soll bei Capcom dafür eingesetzt werden, langweiligere Aufgaben schneller zu erledigen. – Bild: Capcom

Capcom setzt generative KI schon heute ein

Ganz am Anfang steht das Unternehmen dabei nicht. Capcom erklärte bereits in seinen Geschäftszahlen 2026, generative KI aktiv für Routinearbeiten einzusetzen. Dazu gehören Recherche, Entwürfe, Nutzeranalysen, Fehlerprüfungen oder Meeting-Zusammenfassungen. Das erklärte Ziel: Entwickler sollen weniger Zeit mit Routinearbeit verbringen und mehr Zeit für kreative Aufgaben haben.

Das passt zu einem größeren Trend. Erst vor wenigen Wochen zeigte eine japanische Branchenumfrage, dass 85,8 Prozent der befragten Spieleentwickler bereits generative KI verwenden. Capcom geht jetzt einen Schritt weiter und baut die eigene technische Grundlage gezielt dafür um.

Wichtig ist trotzdem die Grenze: REX bedeutet derzeit nicht, dass zukünftige Resident-Evil-, Monster-Hunter- oder Street-Fighter-Spiele komplett von generativer KI erstellt werden. Die vorgestellten Systeme konzentrieren sich vor allem auf Programmierung, Entwicklungswerkzeuge, Performance und Qualitätssicherung. Capcom selbst spricht von einer schrittweisen Evolution der bestehenden RE Engine und nicht von einem kompletten Neustart.

Für Spieler dürfte davon zunächst wenig sichtbar sein. Langfristig könnte REX aber helfen, immer größere Spiele schneller zu entwickeln, Fehler früher zu finden und Entwicklern mehr Zeit für die eigentliche kreative Arbeit zu geben. Die KI soll Capcoms Entwickler also nicht ersetzen. Sie soll ihnen möglichst viel von dem Teil der Arbeit abnehmen, den ohnehin niemand vermissen würde.

Hast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein !

Kategorie(n)

Mehr entdecken

Weiterlesen