Grand Theft Auto: Kurz vor GTA 6-Release zieht Rockstar eine harte Grenze für Modding
GTA-Modder konnten über Jahre beinahe alles ausprobieren. Rockstar schreibt jetzt schwarz auf weiß, welche Grenzen nicht überschritten werden sollen.
Werbung
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Mods gehören seit Jahrzehnten zu Grand Theft Auto. Spieler bauen neue Fahrzeuge ein, verändern die Grafik, erstellen eigene Missionen oder versuchen sogar, komplette Städte aus älteren GTA-Spielen in modernere Teile der Reihe zu übertragen. Rockstar Games macht jetzt deutlich, wo für das Unternehmen die Grenze liegt.
In neuen offiziellen Mod Guidelines listet Rockstar erstmals sehr ausführlich auf, welche Modifikationen erlaubt beziehungsweise nicht erwünscht sind. Einige Punkte fallen dabei überraschend streng aus. Modder sollen beispielsweise Rockstars bestehende Geschichten, Missionen oder Charaktere nicht erweitern oder verändern.
Gerade kurz vor dem Release von GTA 6 sorgt das natürlich für Aufmerksamkeit. Wichtig ist allerdings eine klare Unterscheidung: Rockstar bezeichnet die Richtlinien nicht als spezielle GTA 6-Regeln. Sie gelten allgemein für Mods von Rockstar-Spielen und Services.
Werbung
Neue Geschichten mit Michael, Trevor oder Arthur Morgan? Rockstar sagt „Nein“
Einer der interessantesten Punkte betrifft Story-Mods. Laut Rockstar sollen Modder keine offiziellen Handlungsstränge, Missionen, Figuren oder andere Elemente der bestehenden Kontinuität erweitern oder verändern. Damit wären beispielsweise Fan-Missionen problematisch, die eine neue offizielle Geschichte für Michael, Trevor oder Franklin erzählen sollen. Dasselbe würde für Story-Erweiterungen rund um Arthur Morgan oder John Marston gelten.
Das ist bemerkenswert, weil gerade solche Projekte seit Jahren einen großen Teil der PC-Modding-Szene ausmachen. Rockstar verbietet damit nicht grundsätzlich jede Singleplayer-Modifikation. Neue Fahrzeuge, Gameplay-Anpassungen oder andere eigene Inhalte können weiterhin möglich sein, solange sie die übrigen Regeln einhalten.
Das Unternehmen zieht die Grenze vielmehr dort, wo Fan-Projekte direkt in die bestehende Geschichte und die offiziellen Figuren eingreifen.
Werbung

Michael, Trevor und Franklin in einem Singleplayer-Fan-Mod der die Story erweitert? Dazu hat Rockstar nun eine klare Meinung. – Bild: Rockstar Games
Auch GTA-Mashups und inoffizielle Ports stehen auf der Verbotsliste
Noch konkreter wird Rockstar bei der Kombination eigener Spiele. Inhalte wie Karten, Schauplätze, Charaktere oder andere Assets aus einem Rockstar-Titel dürfen laut Richtlinie nicht einfach in ein anderes Spiel übertragen werden. Genau solche Projekte gibt es in der Modding-Szene seit Jahren. Fans versuchen beispielsweise, Städte aus älteren GTA-Spielen in GTA 5 zu übertragen oder Bereiche aus einem Rockstar-Spiel mit einem anderen zu verbinden.
Auch inoffizielle Portierungen bekommen eine klare Absage. Rockstar untersagt Modifikationen, durch die ein Spiel auf einer Konsole, einem Gerät oder einer Plattform läuft, für die das Unternehmen selbst keine entsprechende Version veröffentlicht hat.
Werbung
Der interessanteste Punkt ist für mich deshalb weniger, dass Rockstar plötzlich gegen Cheats vorgeht. Das überrascht niemanden. Neu ist vor allem, wie deutlich das Unternehmen mittlerweile beschreibt, welche kreativen Mod-Projekte außerhalb seiner gewünschten Grenzen liegen.
Mit Mods Geld verdienen? Nur innerhalb Rockstars eigener Strukturen
Besonders streng sind die Regeln bei der Monetarisierung. Außerhalb der offiziell lizenzierten „Creator Platform“ müssen Mods grundsätzlich nicht kommerziell bleiben. Kommerzielle Angebote dürfen nur über von Rockstar genehmigte Systeme laufen. Gleichzeitig untersagt Rockstar Echtgeld-Glücksspiel, Lootboxen und vergleichbare Zufallsmechaniken sowie Kryptowährungen, NFTs und den Verkauf virtueller Währungen gegen echtes Geld.
Auch Multiplayer-Modding soll grundsätzlich innerhalb von Rockstars offizieller Creator Platform stattfinden oder direkt vom Unternehmen lizenziert sein. Diese Entwicklung kommt nicht aus dem Nichts. Rockstar übernahm bereits 2023 das Team hinter FiveM und RedM. Inzwischen baut das Unternehmen diesen Bereich immer weiter aus. Zuletzt tauchte sogar NoPixel V direkt im Umfeld des Rockstar Games Launchers auf.
Werbung
Was bedeuten die Regeln für GTA 6?
Genau hier muss man derzeit vorsichtig sein. Grand Theft Auto VI wird in Rockstars Mod-Richtlinien (noch) nicht ausdrücklich genannt. Außerdem ist bisher nur die Veröffentlichung für PS5 und Xbox Series X/S angekündigt. Eine PC-Version hat Rockstar weiterhin nicht offiziell vorgestellt.
Langfristig zeigen die Regeln allerdings ziemlich deutlich, welche Richtung Rockstar einschlägt. Community-Inhalte sollen nicht verschwinden. Im Gegenteil: Rockstar baut mit seiner Creator Platform sogar eine eigene Infrastruktur dafür auf. Über mögliche Community- und Modding-Funktionen rund um die nächste GTA-Generation gibt es schon länger konkrete Hinweise.
- GTA 4 ist 18 Jahre alt und verkauft sich auf Xbox plötzlich wieder besser als viele neue Spiele
- Lesenswerter Artikel
- GTA 6: Eine Karte aus 2015 zeigt, wie früh Rockstar Vice City bereits geplant hat
- Lesenswerter Artikel
- Ocarina of Time gegen GTA 6: Ex-Nintendo-Managerin würde GTA wählen
- Lesenswerter Artikel
- GTA 6 für PC: Take-Two-Chef macht PC-Spielern jetzt wieder Hoffnung
- Lesenswerter Artikel
- GTA 6 startet ohne Online-Part: Twitch-Chef nennt plötzlich 2027 als Release
- Lesenswerter Artikel
- MindsEye sollte der große Neustart eines GTA-Veteranen werden, jetzt steht das Studio offenbar vor dem Aus
- Lesenswerter Artikel
- GTA 6: Keine Disc in der Spieleverpackung, dafür ein eigenes Musik-Album angekündigt
- Lesenswerter Artikel
- GTA 6 bekommt auf der Tokyo Game Show eine riesige Bühne
- Lesenswerter Artikel
Der entscheidende Unterschied liegt bei der Kontrolle. Rockstar Games möchte offenbar genauer bestimmen, wo Community-Inhalte entstehen, welche Inhalte verwendet werden und wie damit Geld verdient werden darf. Für die riesige Modding-Szene rund um GTA 5 ist das eine ziemlich klare Ansage. Und sollte GTA 6 irgendwann (vielleicht schon 2027) auch für PC erscheinen, kennen Modder die Grenzen bereits im Vorhinein.
Werbung
Hast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein !





