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Artikel von Markus Bauer +
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Für Build A Rocket Boy könnte das Ende gekommen sein. Das Studio hinter MindsEye soll nach weiteren Entlassungen vollständig schließen. Mehrere Mitarbeiter suchen inzwischen öffentlich nach neuen Jobs, während Quellen gegenüber Kotaku von einer dauerhaften Einstellung des Studiobetriebs sprechen.

Eine offizielle Bestätigung von Build A Rocket Boy gibt es bislang allerdings (noch) nicht. Besonders deutlich fallen dennoch die Aussagen ehemaliger beziehungsweise betroffener Mitarbeiter aus. Dan Hawkins, zuständig für Recruiting und HR, schrieb auf LinkedIn, dass er das Unternehmen noch „bis ganz zum Ende“ begleiten und beim Abschluss der Arbeiten in der Personalabteilung helfen werde.

„Schweren Herzens verabschiede ich mich von Build a Rocket Boy. Ich bin offen für neue berufliche Herausforderungen und suche aktiv nach einem neuen Abenteuer“, so Hawkins.

MindsEye sollte für den früheren GTA-Chef ein Neubeginn werden

Die Geschichte ist vor allem wegen Studiogründer Leslie Benzies bemerkenswert. Benzies war viele Jahre Präsident von Rockstar North und als Produzent maßgeblich an Spielen wie GTA 3, Vice City, San Andreas, GTA 4 und GTA 5 beteiligt.

Nach seinem Abschied von Rockstar wollte er etwas Neues aufbauen. Anfangs stand vor allem die ambitionierte Plattform Everywhere im Mittelpunkt. Eine Art „Ready Player One“, nur eben jetzt in echt.

Später rückte jedoch MindsEye in den Mittelpunkt. Das Actionspiel erschien am 10. Juni 2025 und sollte zeigen, was das neue Studio technisch und spielerisch leisten kann. Der Start verlief allerdings katastrophal. MindsEye wurde wegen technischer Probleme, Bugs, schwacher KI und zahlreicher Designentscheidungen massiv kritisiert. Die PS5-Version landete zeitweise bei einem Metacritic-Durchschnitt von unter 30 Punkten.

MindsEye schaffte es nicht die Gaming-Community zu begeistern. - Bild: Build A Rocket Boy

MindsEye schaffte es nicht die Gaming-Community zu begeistern. – Bild: Build A Rocket Boy

Auch eine kostenlose Version konnte MindsEye offenbar nicht retten

Build A Rocket Boy versuchte danach weiter, das Spiel zu verbessern. Updates folgten und auf der PS5 erschien sogar ein kostenloses Starterpaket mit Kampagneninhalten und zusätzlichen Modi. Schon damals wirkte der Schritt ungewöhnlich. Offenbar reichten diese Maßnahmen nicht aus. Nach dem Launch kam es wiederholt zu Stellenstreichungen. Nun schreiben mehrere verbliebene Mitarbeiter öffentlich, dass auch ihre Positionen wegfallen.

Die britische Gewerkschaft IWGB Games Worker Union erklärte ebenfalls ihre Unterstützung für die Betroffenen. Gegenüber Kotaku sprach Vizevorsitzender Ben Newbon von einem Unternehmen, das sich aus Sicht der Gewerkschaft bereits seit längerer Zeit in einer Abwärtsspirale befunden habe.

Build A Rocket Boy hat die Schließung noch nicht bestätigt

Ganz abgeschlossen ist die Geschichte trotzdem noch nicht. Build A Rocket Boy hat bislang keine öffentliche Erklärung veröffentlicht, in der eine vollständige Schließung bestätigt wird. Auch im britischen Unternehmensregister wird die entsprechende Gesellschaft zum Zeitpunkt dieses Artikels weiterhin als aktiv geführt. Eine Firmenregistrierung reagiert allerdings nicht zwangsläufig sofort auf operative Veränderungen oder Entlassungen.

Sollte sich die Schließung bestätigen, wäre das ein bemerkenswert schnelles Ende für eines der ambitionierteren Studios eines ehemaligen Rockstar-Schwergewichts. Aus einem Projekt, das mit großen Visionen rund um Everywhere und später MindsEye gestartet war, wäre dann innerhalb weniger Jahre ein Studio geworden, dessen wichtigstes Spiel den eigenen Absturz nicht verhindern konnte.

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