Sony-Kehrtwende? PlayStation-Hits könnten künftig dem PC fernbleiben
Sony zieht bei seinen großen Story-Spielen offenbar wieder eine klare Grenze. Intergalactic, das nächste God of War und Co könnten nicht mehr für PC kommen.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
- Das Wichtigste in Kürze
- Sony könnte narrative Singleplayer-Spiele künftig stärker PlayStation-exklusiv halten
- PC-Releases wären dann eher für Multiplayer- und Live-Service-Titel denkbar
- Für PC-Spieler könnten große PlayStation-Hits später oder gar nicht erscheinen
Es gibt deutliche Anzeichen, die für die Echtheit sprechen.
Sony könnte seine PC-Strategie wieder verändern. Laut einem aktuellen Hinweis von Jason Schreier (via bsky.app) soll PlayStation-Studio-Chef Hermen Hulst den Mitarbeitern in einem internen Town-Hall-Meeting am Montagmorgen gesagt haben, dass narrative Singleplayer-Spiele von PlayStation „künftig (wieder) PlayStation-exklusiv“ bleiben sollen.
Das wäre ein bemerkenswerter Schritt zurück von Sonys bisheriger PC-Offensive. In den vergangenen Jahren brachte PlayStation zahlreiche große Marken auf den PC, darunter God of War, Horizon, Marvel’s Spider-Man, The Last of Us und Ghost of Tsushima. Diese Strategie öffnete Sonys bekannte Singleplayer-Marken für ein größeres Publikum, machte aber gleichzeitig die Exklusivität der PlayStation-Plattform weniger eindeutig.
Was genau soll sich ändern?
Der entscheidende Punkt ist die Formulierung: Es geht offenbar um narrative Singleplayer-Spiele. Das betrifft genau jene Titel, mit denen PlayStation über Jahre seine Marke aufgebaut hat: große Story-Abenteuer, starke Figuren, filmische Inszenierung und hohe Produktionswerte. Also jene Spiele, wegen denen viele Spieler überhaupt eine PlayStation kaufen.
Nicht automatisch betroffen wären Multiplayer- oder Live-Service-Spiele. Titel wie Helldivers 2, Marathon oder andere serviceorientierte Projekte könnten weiterhin auf PC und Xbox erscheinen, weil sie von möglichst großen Spielerzahlen weiterleben müssen.

Live-Service-Titel wie Marathon scheinen vom möglichen „PlayStation-Only-Plan“ ausgeschlossen zu sein. – Bild: Bungie
Warum Sony diese Entscheidung treffen könnte
Aus Sonys Sicht wäre die Richtung nachvollziehbar, selbst bei Xbox wird darüber für die Zukunft anscheinend intern debattiert. PlayStation lebt stark von Hardware, Plattformbindung und Exklusivmarken. Wenn große Story-Spiele zu schnell auf PC erscheinen, verlieren sie als Konsolenargument an Kraft. Genau das ist besonders relevant, weil Konsolenpreise zuletzt eher gestiegen als gefallen sind und Spieler stärker abwägen, ob sich eine PS5 Pro oder später eine PlayStation 6 wirklich lohnt.
Wenn narrative Singleplayer-Spiele zeitgleich oder zu schnell auf PC erscheinen, könnte das die Hardware-Verkäufe schwächen. Für Microsoft ist ein PC-Launch weniger problematisch, weil Windows ebenfalls zum eigenen Ökosystem gehört. Sony besitzt dieses zweite PC-Ökosystem nicht. Die Produktionskosten bleiben jedoch.
Was bedeutet das für kommende Spiele?
Sollte diese Strategie wirklich gelten, wären vor allem kommende große PlayStation-Story-Titel interessant. Marvel’s Wolverine, Intergalactic: The Heretic Prophet, Ghost of Yōtei (PS5-Release letztes Jahr) oder ein späteres neues God of War-Spin-Off könnten dann deutlich länger oder dauerhaft an PlayStation gebunden bleiben.
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Kein Marvel’s Wolverine für PC-Spieler? Das wäre einfach nur schade! – Bild: (C) 2021 Marvel, Insomniac Games
Ein spannender Nebenaspekt betrifft Nixxes Software. Sony kaufte das niederländische Studio 2021, nachdem es sich als eines der besten PC-Porting-Studios der Branche etabliert hatte. Was macht dieses Team dann in Zukunft? Nixxes könnte als Support-Studio eingesetzt werden, wäre wohl die naheliegendste Antwort.
Der mögliche Strategiewechsel kommt zu einem interessanten Zeitpunkt. Sony hat in den vergangenen Jahren mit Live-Service-Projekten experimentiert, mehrere davon aber gestrichen oder verschoben. Gleichzeitig bleiben die klassischen Singleplayer-Marken die stärkste Identität von PlayStation. Genau deshalb könnte Hulsts Aussage auch als Versuch gelesen werden, diese Identität wieder schärfer zu machen.
Wichtig bleibt: Sony hat diese neue Strategie bisher nicht offiziell geäußert. Sollte die Aussage stimmen, wäre es aber eine der wichtigsten PlayStation-Strategieänderungen der letzten Jahre. Sony würde damit ein klares Signal senden: Die größten erzählerischen PlayStation-Spiele sollen wieder stärker als Grund dienen, eine PlayStation zu besitzen.
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