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Artikel von Klaus +

Lange wurde über einen 2D-Ableger von God of War gemunkelt. Nun kam die offizielle Enthüllung des Spin-offs namens Sons of Sparta doch schneller als gedacht. Beim State of Play im Februar, der regelmäßigen Produktschau von Sony, sollte der spontane Release Appetit auf die kommenden Remakes der God of War Trilogie machen. Manche Fans zeigten sich aber zwiegespalten.

Vorweg: Viel hat Sons of Sparta mit den spektakulären Metzel-Games der Serie nicht zu tun, selbst als Spin-off. Zuletzt brachte das auch den Serienerfinder David Jaffe zur Weißglut. Denn das teils idyllische Kinderabenteuer, in dem Kratos Tiere streicheln kann, könnte auch jeder andere Sidescroller sein. Sieht man davon ab, handelt es sich aber um ein solides Metroidvania – wenn auch mit Macken.

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Märchenstunde mit Onkel Kratos

God of War: Sons of Sparta, Bild: © Sony Interactive Entertainment

God of War: Sons of Sparta, Bild: © Sony Interactive Entertainment

Als Ausgangspunkt für Sons of Sparta erzählt der alte Metzel-Gott Kratos seiner Tochter Calliope, wie er mit Bruder Deimos Abenteuer im antiken Sparta erlebt hat. Spielerisch gibt sich das Pixel-Abenteuer dabei als Metroidvania. Das heißt, es gibt keine Level wie in Mario & Co. Stattdessen müssen die Spartaner ein 2D-Labyrinth erforschen, in dem sich die Wege durch neue Fähigkeiten öffnen. Im Falle von Sons of Sparta halten dafür Items wie Steinschleudern zum Aktivieren von Schaltern, magische Feuer oder Pegasus-Stiefel für Hochsprünge her.

God of War: Sons of Sparta, Screenshot - Bild: © Sony Interactive Entertainment

God of War: Sons of Sparta, Screenshot – Bild: © Sony Interactive Entertainment

Zu den Highlights zählt ganz klar die Atmosphäre. Mag zwar das Spektakel der großen Ableger fehlen, dürfte Sons of Sparta umgekehrt alle Pixel-Fans mit einer Vorliebe für griechische Mythen abholen. Denn die malerischen Berge und antiken Tempel schreien geradezu danach, erforscht zu werden. Tatsächlich kommt hier mehr klassisches Griechenland-Feeling als in den originalen Spielen auf. Einziger Wermutstropfen sind die Bestien und Fabelwesen, die mit steifen Animationen aus den idyllischen Hintergründen herausstechen.

God of War Sons of Sparta Review: Das Kampfsystem könnte besser sein

God of War: Sons of Sparta, Bosskampf - Bild: © Sony Interactive Entertainment

God of War: Sons of Sparta, Bosskampf – Bild: © Sony Interactive Entertainment

Im Kampfsystem zeigt sich die 2D-Variante von God of War gemächlicher als gewohnt. Statt Ketten-Gemetzel geht Kratos diesmal mit Speer und Schild gegen kleinere, dafür stärkere Gegnergruppen vor. Eigentlich hat das Kern-Gameplay durchaus Potenzial, in die Tiefe zu gehen. Neben normalen Angriffen und der Schildabwehr gibt es nämlich auch Konter, Ausweichmanöver und Spezialattacken, die stärker auf die Ausdauer der Gegner abzielen. Nur sind die Kampfmuster oft nicht perfekt auf die Mechaniken abgestimmt, wodurch sich Kämpfe nicht immer intuitiv anfühlen. Andere Gegner haben seltsame Bewegungsmuster und bleiben manchmal einfach an Ecken hängen. Das wirkt etwas billig und teils unspannend.

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God of War: Sons of Sparta, Pixelart - Bild: © Sony Interactive Entertainment

God of War: Sons of Sparta, Pixelart – Bild: © Sony Interactive Entertainment

Über den Spielverlauf wird das Kampfgeschehen immerhin komplexer. Es ist nämlich möglich, neue Kombos für die meisten Fähigkeiten freizuschalten. Außerdem lassen sich die Einzelteile des Speers upgraden, später beispielsweise mit Elementarattacken. Allerdings ist das kein Vergleich zu anderen Genre-Vertretern. Zuletzt schaffte es beispielsweise Prince of Persia: The Lost Crown deutlich besser, seine Kampfakrobatik auf eine 2D-Fläche zu dampfen. Ähnlich ist es beim Parcours, wo Sons of Sparta solide Hüpfabschnitte und Timing-Rätsel vorweist, aber gegenüber den Konkurrenten kaum heraussticht.

Ist das noch ein Metroidvania?

God of War: Sons of Sparta, Menü - Bild: © Sony Interactive Entertainment

God of War: Sons of Sparta, Menü – Bild: © Sony Interactive Entertainment

So schön die Welt teils anzusehen ist und zum Erkunden einlädt, vertraut Sons of Sparta seinen Spielern dahingehend zu wenig. Eine Metroidvania-Karte muss sich offen anfühlen, und es sollte tabu sein, Zocker zu stark an die Hand zu nehmen. Das haben schon die Genre-Granden wie Super Metroid und Castlevania verstanden – oder zuletzt Hollow Knight, das ganz bewusst Orientierungshilfen reduzierte. God of War bedient stattdessen viele Open-World-Klischees. Ständig gibt es Updates in der Missionsliste oder Hinweise zu Schätzen, die sich in der Nähe befinden.

In diesem Genre ist das aber nicht nur unnötig, sondern dämpft auch den Forscherdrang. Spieler müssen die Map zwar selbst aufdecken, aber der Weg zum Ziel-Icon ist oft relativ linear und genretypische Wegblockaden fühlen sich künstlich an. Außerdem unterbrechen Dialoge mit Deimos und anderen Charakteren häufig den Spielfluss. Es ist in dieser Sorte von Game verkraftbar, wenn die Story uninteressant ist. Enttäuschend ist nur, dass die Zwischensequenzen nicht überspringbar sind.

God of War: Sons of Sparta Review – Fazit

God of War: Sons of Sparta, Kampf - Bild: © Sony Interactive Entertainment

God of War: Sons of Sparta, Kampf – Bild: © Sony Interactive Entertainment

Sieht man davon ab, dass God of War: Sons of Sparta atmosphärisch nicht ganz in sein eigenes Franchise passt, handelt es sich trotzdem um einen soliden Platformer. Besonders audiovisuell besticht das retroartige Griechenland. Nur fehlt im Genre-Vergleich beim Gameplay der große Clou. Der Titel hält bei der Stange, wobei er ironischerweise den angepeilten Retro-Fans zu wenig zutraut und sich damit ein wenig selbst das Bein stellt.

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Bewertung von Klaus
Gut
7

Trotz ungewohnter Stimmung bietet God of War: Sons of Sparta ein atmosphärisches 2D-Abenteuer. Spielerisch fehlt aber der Feinschliff im Vergleich zur Genre-Konkurrenz.

  • Grafik
    8
  • Sound
    9
  • Gameplay
    7
  • Story
    4
  • Motivation
    7
  • Steuerung
    6

Kategorie(n)

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