PlayStation macht bis zu 80 Prozent der AAA-Konsolenstarts aus
Neue Aussagen aus der Branche zeigen, wie stark PlayStation bei großen Singleplayer-Spielen zum Launch dominiert. Für Xbox ist das ein heikles Signal.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
PlayStation ist bei großen AAA-Spielen offenbar noch wichtiger, als viele ohnehin vermutet haben. Während Xbox seit Jahren versucht, mit Game Pass, PC-Strategie und breiterer Plattformpolitik gegenzusteuern, zeigt eine neue Einschätzung aus der Branche, wie deutlich Sonys Konsole bei klassischen Verkäufen vorne liegt. Christopher Dring, Chefredakteur und Mitgründer von The Game Business, erklärte, dass neue AAA-Singleplayer-Spiele auf Konsolen zum Launch häufig etwa 75 bis 80 Prozent ihrer Verkäufe auf PlayStation erzielen. Xbox komme entsprechend nur auf den deutlich kleineren Anteil.
Wichtig ist: Dring spricht hier ausdrücklich von Verkäufen, nicht von Spielerzahlen. Game Pass, Engagement oder spätere Reichweite sind damit nicht gemeint. Die Aussage fiel im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um GTA 6. Zuletzt gab es Berichte, dass die PS5-Version bei Vorbestellungen deutlich vor Xbox Series X/S liegen soll. Dring ordnete diese Diskussion breiter ein und erklärte via X.com, dass ein solches Verhältnis bei großen Singleplayer-Spielen auf Konsolen nicht ungewöhnlich sei. Auf Nachfrage stellte er klar, dass seine Einschätzung auf mehreren Datenquellen beruhe, auf die er Zugriff habe. Außerdem betonte er, dass es sich um eine globale Einschätzung handle, nicht nur um Großbritannien oder Europa.
Bei Multiplayer-Spielen sieht es anders aus
Interessant ist auch Drings Einschränkung. Bei Online-Multiplayer-Spielen könne der Abstand niedriger ausfallen. Das ergibt Sinn. Multiplayer-Spiele leben stärker von Communitys, Crossplay, Free-to-Play-Modellen, langfristigem Engagement und Plattformökosystemen.
Singleplayer-Spiele funktionieren anders. Sie werden oft klassisch gekauft, durchgespielt und weiterempfohlen. Genau hier scheint PlayStation besonders stark zu sein. Sony hat über Jahre ein Image aufgebaut, das eng mit großen Einzelspieler-Erfahrungen verbunden ist: The Last of Us, God of War, Spider-Man, Ghost of Tsushima, Horizon und viele mehr.

The Last of Us Part II: Remastered ist Sinnbild für narrative Singleplayer-Spiele. PlayStation hat davon ausreichend zur Auswahl. Davon profitieren anscheinend auch Third-Party-Studios. – Bild: Naughty Dog
Auch Third-Party-Publisher profitieren offenbar davon, dass viele Spieler große Story-Spiele eher auf PlayStation kaufen. Das ist für Sony ein massiver Vorteil, selbst wenn diese Spiele gar nicht exklusiv sind. Das erklärt vielleicht auch warum Sony aktuell gefühlt überall GTA 6 bewirbt, sobald man seine PS5 aufdreht.
Für Xbox ist das strategisch gefährlich
Für Microsoft ist diese Entwicklung problematisch. Xbox verkauft Spiele nicht nur über die eigene Konsole, sondern auch über PC, Cloud und Game Pass. Das macht Vergleiche schwieriger. Trotzdem bleibt der Konsolenstart für AAA-Spiele wichtig. Gerade zum Launch entstehen Umsatz, Sichtbarkeit und Plattform-Wahrnehmung.
Wenn PlayStation bei solchen Spielen regelmäßig 75 bis 80 Prozent der Konsolenverkäufe ausmacht, bedeutet das: Publisher sehen Sony als zentrale Plattform für Premium-Releases. Marketing, Store-Platzierung, Bundles und Partnerschaften können sich dadurch noch stärker in Richtung PlayStation bewegen.
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Microsoft kann dagegen auf den Game Pass verweisen. Dort zählt nicht nur der klassische Verkauf, sondern auch Reichweite, Bindung und Abo-Wert. Das ist ein anderes Geschäftsmodell. Aber genau darin liegt das Problem: Für Third-Party-Publisher ist ein normaler Vollpreis-Launch weiterhin enorm wichtig. Nicht jedes große Singleplayer-Spiel landet Day One im Game Pass. Viele Publisher wollen zunächst klassische Verkäufe maximieren. Wenn diese Verkäufe auf PlayStation deutlich stärker sind, wird Xbox für neue Spiele weniger mächtig.
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