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Artikel von Markus Bauer +
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Xbox Game Pass war lange Microsofts stärkstes Argument. Während Sony mit großen Exklusivtiteln punktete und Nintendo seine eigenen Marken pflegte, setzte Xbox auf ein anderes Versprechen: viele Spiele, ein Abo, Day-One-Releases und regelmäßig neue Überraschungen. Doch genau dieses Modell könnte sich gerade verändern. Laut einem neuen Bericht soll Microsoft viele künftige Third-Party-Deals für den Xbox Game Pass vorerst auf Eis gelegt haben. Der Game Pass selbst sei dadurch nicht am Ende, aber das Programm für externe Deals befinde sich offenbar in einer Art „Pause“.

Die Information stammt aus dem Podcast The Business of Video Games (via Idle Sloth auf X.com). Dort sprach Fernando Rizo, früher Chief Sales and Business Development Officer bei Raw Fury und heute Partner bei Kaboodle Games, über Gespräche auf der Branchenveranstaltung First Playable in Italien. Dort sei das Thema unter Entwicklern mehrfach aufgekommen.

Viele Deals sollen plötzlich gestoppt worden sein

Laut Rizo waren mehrere Third-Party-Studios und Publisher bereits in fortgeschrittenen Gesprächen mit Microsoft über mögliche Game-Pass-Deals. Unterschrieben sei noch nichts gewesen, aber die Verhandlungen seien offenbar schon weit genug gewesen, um für die betroffenen Teams relevant zu sein. Dann soll Microsoft laut Rizo plötzlich den Stecker gezogen haben. Er beschreibt die Situation sinngemäß so, dass vielen Entwicklern „der Teppich unter den Füßen weggezogen“ worden sei. Gemeint ist: Deals, mit denen einige Studios offenbar gerechnet hatten, wurden nicht finalisiert oder vorerst gestoppt.

Wichtig ist: Das ist kein offizielles Statement von Microsoft. Xbox hat nicht angekündigt, den Game Pass für Third-Party-Spiele einzustellen. Rizo selbst sagt auch ausdrücklich, dass er nicht glaube, der Game Pass sei vorbei. Vielmehr wirke es so, als würde Microsoft das Programm pausieren und neu bewerten, was zur Umstrukturierung von Xbox passen würde.

Auch der Xbox Game Pass dürfte neu evaluiert werden. - Bild: Microsoft

Auch der Xbox Game Pass dürfte neu evaluiert werden. – Bild: Microsoft

Warum das für kleinere Studios wichtig wäre

Für viele kleinere und mittelgroße Entwickler waren Game-Pass-Deals in den letzten Jahren ein wichtiger Teil der Finanzierung. Ein Deal mit Microsoft konnte Planungssicherheit geben, Sichtbarkeit schaffen und das Risiko eines Releases senken. Gerade Indie-Studios profitieren davon, wenn sie nicht ausschließlich auf direkte Verkäufe angewiesen sind. Ein Game-Pass-Start kann Reichweite bringen, über die ein kleines Spiel sonst kaum verfügen würde. Wenn Microsoft solche Deals nun seltener abschließt, könnte das die Kalkulation vieler Teams verändern.

Das heißt nicht automatisch, dass kleinere Spiele aus dem Game Pass verschwinden. Aber Xbox könnte künftig deutlich selektiver werden. Statt vieler kleinerer Deals könnten eher größere Namen, bekannte Marken oder strategisch wichtige Veröffentlichungen bevorzugt werden.

Der mögliche Hintergrund liegt auf der Hand: Microsoft muss den Game Pass stärker wirtschaftlich bewerten. Das Abo war lange ein Wachstumssignal. Neue Spiele, große Day-One-Versprechen und viele externe Deals sollten Nutzer anziehen. Doch irgendwann muss sich ein solches Modell auch rechnen.

Microsoft-Chef Satya Nadella sagte erst kürzlich sinngemäß, dass „Xbox nach 25 Jahren Investitionen endlich ein nachhaltiges Geschäft werden solle“. Damit erhöhte er den Druck auf die neue Xbox-Führung.  Das ist für Spieler unangenehm, aber aus Unternehmenssicht nachvollziehbar. Der Game Pass kann nicht dauerhaft jedes interessante Spiel einkaufen, wenn die Kosten schneller steigen als der Nutzen.

Der Game Pass ist nicht vorbei, aber er verändert sich

Der Bericht bedeutet nicht, dass Microsoft den Xbox Game Pass aufgibt. Das wäre zu viel hineininterpretiert. Aber es deutet darauf hin, dass Xbox bei Third-Party-Deals vorsichtiger wird. Sollten viele künftige Deals tatsächlich pausiert oder gestrichen worden sein, wäre das vor allem für externe Entwickler ein spürbarer Einschnitt. Für Spieler könnte es bedeuten, dass neue Game-Pass-Zugänge künftig weniger überraschend, aber stärker ausgewählt ausfallen.

Microsoft muss jetzt eine schwierige Balance finden. Der Game Pass soll attraktiv bleiben, darf aber nicht unbegrenzt Geld verbrennen. Genau diese Phase scheint jetzt begonnen zu haben.

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