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Artikel von Markus Bauer +
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Xbox wirkt seit Jahren wie ein Versprechen, das nie ganz eingelöst wurde. Mal sollte der Xbox Game Pass alles verändern. Dann kamen große Studio-Käufe. Dann der Traum von Cloud-Gaming. Dann die Idee, Xbox überall verfügbar zu machen. Auf Konsole, PC, Mobile und im Streaming.

Doch jetzt sagt Microsoft-Chef Satya Nadella ziemlich deutlich, worum es wirklich geht: Xbox muss nach 25 Jahren Investitionen endlich ein nachhaltiges Geschäft werden. Während einer Live-Veranstaltung in San Francisco (USA) via Hard Fork (via YouTube), erklärte Nadella, niemand könne Microsoft vorwerfen, nicht genug in Xbox investiert zu haben. Jetzt müsse man diese Investitionen aber in ein tragfähiges Modell verwandeln.

Xbox kann nicht ewig nur ein Zukunftsprojekt bleiben

Diese Aussage trifft einen wunden Punkt. Denn Xbox ist längst mehr als eine Konsole. Microsoft besitzt mit Bethesda, Activision Blizzard, King, Mojang, Halo, Gears of War, Forza, Fallout, The Elder Scrolls und Call of Duty einige der stärksten Marken der ganzen Videospiel-Branche. Trotzdem wirkt die Strategie oft so, als würde Xbox noch immer nach der einen perfekten Antwort suchen.

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Nadella spricht sogar davon, dass Microsoft Unterhaltung bisher eher subventioniert habe, statt sie wirklich stark zu monetarisieren. Besonders auffällig: YouTube soll aktuell mehr mit Xbox-Spielen verdienen als Microsoft selbst. Das ist ein Satz, der hängen bleibt. Nicht, weil er besonders freundlich klingt. Sondern weil er zeigt, wie groß der Druck intern geworden sein dürfte.

Einerseits hat Xbox in den letzten Jahren unglaublich viel geliefert: Game Pass, Abwärtskompatibilität, viele Studios, PC-Offensive und immer mehr Spiele auf anderen Plattformen. Andererseits steht die Marke gefühlt trotzdem ständig unter Rechtfertigungsdruck.

Mehr Fokus auf Titel wie Call of Duty: Modern Warfare 4? Xbox könnte seine Strategie neu denken. - Bild: Activision

Mehr Fokus auf Titel wie Call of Duty: Modern Warfare 4? Xbox könnte seine Strategie neu denken. – Bild: Activision

Was bedeutet das für Konsolen, Game Pass und Exklusivspiele?

Die spannendste Frage lautet jetzt: Was ist Xbox in Zukunft eigentlich? Eine klassische Konsole? Ein Abo? Ein Publisher? Eine PC-Plattform? Eine Cloud-Marke? Oder alles gleichzeitig?

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Genau diese Mischung macht Xbox interessant, aber auch schwer greifbar. Sony verkauft PlayStation weiterhin sehr klar als Premium-Konsole mit starken Exklusivspielen. Nintendo macht sein eigenes Ding, eigentlich wie immer. Xbox dagegen öffnet sich immer weiter. Spiele erscheinen auf PlayStation, wie das kommende Halo: Campaign Evolved. PC wird wichtiger. Cloud bleibt ein Zusatzversprechen. Und der Game Pass muss beweisen, dass er nicht nur Nutzer bindet, sondern auch genug Geld bringt. Andererseits setzt man wieder auf „Konsolen-Exklusive“ wie Gears of War: E-Day, dass angeblich eines der teuersten Xbox-Produktionen überhaupt ist.

Nadella sprach auch darüber, dass Xbox Hardware, PC, Mobile und Cloud stärker zusammenbringen müsse. Gleichzeitig wird es wirtschaftlich schwieriger: Höhere Kosten bei Hardware, Chips, Speicher und Produktion treffen auch die Konsolenbranche. Das erklärt, warum Microsoft bei Xbox inzwischen härter rechnet. Große Spiele kosten Hunderte Millionen. Studios brauchen Jahre für neue Projekte. Der Game Pass muss Inhalte liefern, ohne den Wert einzelner Verkäufe komplett zu zerstören. Und Hardware verkauft sich nicht automatisch mit Gewinn.

Nein. Gears of War: E-Day erscheint nicht für die PlayStation 5. Es kommt für Xbox Series X/S, Xbox auf PC und Windows. - Bild: The Coalition/Xbox Game Studios

Nein. Gears of War: E-Day erscheint nicht für die PlayStation 5. Es kommt für Xbox Series X/S, Xbox auf PC und Windows. – Bild: The Coalition/Xbox Game Studios

Für Fans klingt das nach Neustart statt Sicherheit

Für Xbox-Fans ist diese Entwicklung zwiespältig. Einerseits ist es gut, wenn Microsoft endlich eine klare Linie sucht. Xbox braucht dringend ein Modell, das nicht alle paar Jahre neu erklärt werden muss. Andererseits klingen Begriffe wie „nachhaltiges Geschäft“ selten romantisch. Sie bedeuten fast immer: weniger Experimente, strengere Budgets, mehr Fokus auf Marken, die garantiert Geld bringen.

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Das könnte große Reihen wie Halo, Gears of War, Fallout, The Elder Scrolls oder Call of Duty stärken. Kleinere Projekte könnten es dagegen schwerer haben. Das wäre schade. Immerhin erhielten wir in den letzten Jahren einige Perlen wie South of Midnight. Solche Spiele sind keine großen Marken. Und sie verkaufen sich nicht millionenfach. Aber trotzdem wichtig für den Xbox Game Pass.

Doch Microsoft denkt inzwischen offenbar weniger wie ein geduldiger Plattformhalter und mehr wie ein Konzern, der Ergebnisse sehen will. Nach der riesigen Activision-Blizzard-Übernahme ist das kaum überraschend. Irgendwann reicht die Geschichte vom langfristigen Ökosystem nicht mehr. Irgendwann muss Xbox zeigen, dass es sich rechnet.

Wenn der Microsoft-CEO über Xbox spricht hört man natürlich zu. Zusammengefasst: Xbox soll nicht verschwinden. Aber Xbox soll endlich beweisen, dass es ohne dauerhafte Subventionen funktioniert. Nach 25 Jahren klingt das nicht mehr wie eine Bitte. Es klingt wie eine Frist.

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