GameStop-Chef interessiert sich für Sonys PS5-Disc-Aus einfach nicht
Sony beendet ab 2028 neue PlayStation-Discs. Ausgerechnet GameStop sieht darin aber offenbar kein großes Problem mehr.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Sony sorgt mit dem geplanten Ende physischer PlayStation-Spiele weiter für Diskussionen. Ab Jänner 2028 sollen neue Spiele für PlayStation-Konsolen nicht mehr als klassische Disc produziert werden. Für Sammler, Retail-Fans und Spiele-Erhaltung ist das ein harter Schnitt. Für GameStop offenbar nicht.
Ryan Cohen, Chairman und CEO von GameStop, hat die „Disc-Aus-Entscheidung“ von Sony im Gespräch mit Bloomberg Tech ziemlich kühl eingeordnet. Während viele Spieler das Disc-Aus als weiteren Schritt in eine komplett digitale Zukunft sehen, klingt Cohen fast schon demonstrativ entspannt.
Seine Aussage ist bemerkenswert, weil GameStop lange wie kaum ein anderes Unternehmen für den physischen Spielehandel stand. Neue Spiele, gebrauchte Spiele, Ankauf, Verkauf, Vorbestellungen, Mitternachtslaunches: GameStop war jahrelang einer der Orte, an denen Gaming noch sehr nach Regal, Hülle und Disc roch. Früher zumindest.
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Disc-Aus für PS5 Games? – GameStop-Chef: „Spielt überhaupt keine Rolle“
Cohen sieht das offenbar anders. Er sagte über Sonys Schritt, dieser spiele für GameStop „überhaupt keine Rolle“. An anderer Stelle soll er die Entwicklung sogar als „völlig, völlig irrelevant“ für das Unternehmen bezeichnet haben.
Das klingt im ersten Moment fast absurd. Ausgerechnet GameStop soll das Ende neuer PlayStation-Discs nicht kümmern? Aber wirtschaftlich ist die Aussage weniger überraschend, als sie wirkt. GameStop ist längst nicht mehr nur ein Laden für neue und gebrauchte Spiele. Der Konzern verdient zunehmend mit Sammelobjekten, Trading Cards, Pokémon-Produkten, Figuren und Merchandise. Nur nicht mehr in Österreich. Hier sperrte die letzte Filiale vor einigen Jahre zu.
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GameStop verkauft längst mehr als Spiele
Für viele Spieler ist GameStop noch immer gedanklich mit gebrauchten Spielen verbunden. Man bringt ein altes Spiel hin, bekommt wenig Geld dafür, kauft ein anderes und ärgert sich später über den Ankaufspreis. Dieses klassische Modell war jahrelang der Kern der Marke.
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Heute sieht die Realität anders aus. Trading Cards, Pokémon-Produkte, Sammlerstücke und Popkultur-Artikel passen perfekt zu GameStops alter Buy-Sell-Trade-Logik. Nur geht es eben nicht mehr nur um Discs, sondern um Dinge, die Sammler weiterhin anfassen, tauschen, verkaufen und ins Regal stellen wollen.
Das ist für GameStop clever. Während digitale Spiele den klassischen Gebrauchtmarkt austrocknen, bleiben Sammelprodukte physisch. Eine Pokémon-Karte ist nicht einfach ein Download. Eine Figur ist nicht an einen Account gebunden. Ein seltenes Sammlerstück kann im Wert steigen, verkauft oder weitergegeben werden. Genau dort kann GameStop weiterhin relevant bleiben.
Für Spieler ist das trotzdem kein gutes Zeichen
Dass Cohen so gelassen reagiert, dürfte viele Disc-Fans nicht beruhigen. Im Gegenteil. Wenn selbst GameStop das Ende neuer PlayStation-Discs nicht mehr als existenzielles Problem sieht, zeigt das, wie weit sich der Markt bereits verschoben hat.
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Sony begründet den Schritt offiziell mit veränderten Nutzergewohnheiten. Digitale Medien würden physische Discs deutlich überholen, neue PlayStation-Spiele sollen ab 2028 nur noch digital im PlayStation Store und bei Händlern als digitale Produkte erhältlich sein. Spiele, die vor diesem Zeitpunkt auf Disc erschienen sind oder noch erscheinen, sollen davon nicht betroffen sein.
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Genau hier liegt der Konflikt. Für Sony ist es eine Anpassung an den Markt. Für viele Spieler ist es der Verlust von Besitz, Weiterverkauf und langfristiger Archivierung. Für GameStop ist es offenbar vor allem: nicht mehr der Mittelpunkt des Geschäfts. Nicht einmal GameStop klingt also so, als würde es wirklich um den Verbleib von physischen Games kämpfen.
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