PlayStation-Protest gegen Sony: PS-Plus-Kündigungen wohl ohne große Wirkung
PS-Plus-Kündigungen sollen Sony zum Umdenken bringen. Analysten glauben aber, dass der Konzern den Ärger einfach aussitzt.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
- Das Wichtigste in Kürze
- PlayStation-Fans wollen Sony mit PS Plus-Kündigungen zum Umdenken bringen
- Analysten glauben aber, dass der Protest deutlich weniger Wirkung haben könnte als erhofft
- Der eigentliche "Streit" dreht sich längst nicht mehr nur um Discs, sondern um Besitz, Kontrolle und Vertrauen
Der Protest gegen Sonys geplantes Disc-Aus nimmt weiter Fahrt auf. Seit PlayStation angekündigt hat, ab Jänner 2028 keine physischen Discs mehr für neue Spiele zu produzieren, wächst der Widerstand in der Community. Spieler unterschreiben Petitionen, kritisieren Sony auf Social Media und einige kündigen sogar ihre PlayStation-Plus-Abos, um ein Zeichen zu setzen.
Doch genau dieser Protest könnte am Ende weniger bewirken, als viele hoffen. Laut IGN.com glauben Analysten nicht daran, dass Sony seine Entscheidung zurücknimmt. Besonders deutlich wird Serkan Toto, CEO der japanischen Beratungsfirma Kantan Games.
„Ich habe Verständnis für Fans physischer Medien, aber Sony wird diese Entscheidung nicht rückgängig machen“, so Toto gegenüber IGN. Noch härter ist seine Einschätzung danach: Sony habe gewusst, wie die Online-Reaktion aussehen werde, und warte nun schlicht darauf, „damit dieser Sturm vorüberzieht“. Genau dieser Satz könnte viele PlayStation-Fans besonders hart treffen.
PS Plus-Kündigungen sollen Sony kaum treffen
Der aktuelle Protest läuft vor allem über zwei Wege: Spieler wollen keine neuen PlayStation-Spiele mehr kaufen oder kündigen ihr PlayStation Plus-Abo. Die Idee dahinter ist klar. Wenn genug Spieler mit ihrem Geldbeutel abstimmen, muss Sony reagieren.
Toto hält genau das aber für unwahrscheinlich. Gegenüber IGN verweist er auf die Größe des PlayStation-Ökosystems. Sony habe mehr als 120 Millionen aktive PlayStation-Nutzer und rund 50 Millionen PlayStation-Plus-Abonnenten. Selbst wenn hypothetisch 500.000 Spieler aus Protest kündigen würden, wäre das nur etwa ein Prozent dieses Geschäfts.
Sein Fazit fällt entsprechend nüchtern aus: „Das digitale Geschäft ist einfach zu lukrativ.“
Soll heißen: Wegen einer „kurzfristigen Empörung“ wird Sony seinen Kurs nicht ändern. Genau das ist der Punkt, der die Disc-Debatte so unangenehm macht. Spieler sprechen über Besitz, Sammlung und Freiheit.

Marvel’s Wolverine erscheint am 15. September 2026. Aus Prostest für das „Disc-Aus“ stornierten viele PlayStation-Fans ihre Vorbestellung. – Bild: © Sony Interactive Entertainment, Marvel
Warum Digital für Sony so attraktiv ist?
Sony begründet den Schritt offiziell mit veränderten Nutzergewohnheiten. Im PlayStation Blog schreibt das Unternehmen, dass sich Spieler und die Unterhaltungsbranche immer stärker von physischen Discs hin zu digitalen Medien bewegen. Ab Jänner 2028 sollen neue PlayStation-Spiele daher nur noch digital über den PlayStation Store oder in digitalen Formaten bei Händlern erscheinen. Für Sony ist das wirtschaftlich logisch. Bei digitalen First-Party-Spielen über den PlayStation Store bleibt viel mehr Geld im eigenen System. Bei physischen Spielen verdienen Händler mit, Herstellung und Logistik kosten Geld und der Gebrauchtmarkt bleibt ein Faktor. Bei Digitalverkäufen kontrolliert Sony Preis, Verfügbarkeit, Rabattaktionen und Store-Zugang deutlich stärker.
Genau deshalb glauben Analysten nicht an eine Kehrtwende. Der Ärger ist zwar sichtbar, aber aus Unternehmenssicht dürfte Sony längst kalkuliert haben, wie groß der kurzfristige Schaden wirklich werden kann.
Auch Daniel Ahmad, Director of Research & Insights bei Niko Partners, ordnet den Protest vorsichtig ein. Laut Wccftech.com weist Ahmad darauf hin, dass manche vermeintlich neuen Reaktionen von Sony gar nicht neu seien. Viele Nutzer interpretierten bekannte Kündigungsangebote oder bestehende Account-Hinweise so, als hätte Sony direkt auf den Protest reagiert.
Ahmad glaubt zwar, dass Sony wegen der heftigen Reaktionen in irgendeiner Form antworten könnte. Eine komplette Kehrtwende erwartet aber auch erst nicht.
Sollten Spieler es einfach aufgeben?
Nicht unbedingt. Auch wenn PlayStation Plus-Kündigungen Sony kurzfristig kaum hart genug treffen, beeinflusst die Reaktion trotzdem die Debatte. Sie zeigt Sony, dass physische Spiele nicht nur ein altes Randthema sind. Gerade das könnte Sony noch zum Problem werden. Der Konzern muss irgendwann erklären, wie der Übergang wirklich funktionieren soll.
Was passiert mit PS4- und PS5-Discs auf der PS6? Wird es ein optionales Laufwerk geben? Bleiben alte physische Bibliotheken langfristig nutzbar? Und wie sollen digitale Händlerformate aussehen, wenn es keine Disc mehr gibt? Solange diese Fragen offen bleiben, wird der Ärger nicht einfach verschwinden. Sony kann den Sturm vielleicht aussitzen. Aber das Vertrauen vieler Sammler wird dadurch nicht automatisch zurückkommen.
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Sony wartet vielleicht darauf, dass der Sturm vorbeizieht. Die wichtigere Frage ist aber, wie viele Spieler danach noch das Gefühl haben, dass PlayStation wirklich „for the Players“ handelt.
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