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Artikel von Klaus Kainz +
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Sony zieht den Stecker – und sorgt für einen Schock bei Gamern. Ab Anfang 2028 sollen nämlich keine physischen Spiele mehr für PlayStation erscheinen. Danach will der Konzern nur noch digitale Titel für seine Konsolen veröffentlichen, wie das Unternehmen am Mittwoch ankündigte (via PlayStation Blog). „Dies ist ein natürlicher Schritt für Sony Interactive Entertainment, um sich den aktuellen Trends anzupassen“, heißt es in der offiziellen Mitteilung. Konsumenten würden digitale Spiele inzwischen gegenüber klassischen Discs „signifikant“ bevorzugen. Auf geplante Releases vor dem Jahr 2028 wird das laut Sony keine Auswirkungen haben.

Bereits in der Vorwoche sorgte Rockstar Games bei manchen Fans für Unmut. Denn für das heiß ersehnte Open-World-Epos Grand Theft Auto VI soll es jetzt schon keine physische Version mehr in Geschäften geben, sondern ausschließlich Download-Codes – obwohl es sich um ein Singleplayer-Spiel handelt. Für manche mag die Zukunft der Disc-Spiele damit bereits besiegelt gewesen sein. Dass Sony, also der offizielle Hersteller der gängigen Blu-ray-Discs, so schnell den Rückzug antritt, sah aber niemand kommen. Tatsächlich teilte das für Wolverine zuständige Insomniac Games wenige Tage zuvor einen Seitenhieb gegen die fehlende Disc von GTA 6 aus.

Keine neuen physischen Spiele für PS5 – drastische Maßnahme erzürnt Gamer

Bei der neuen "PS5 Slim" (ab Nov. 2023 in den USA) wird man ein Laufwerk bei der digitalen Edition nachrüsten können. - (C) SIE

Bei der „PS5 Slim“ muss ein Laufwerk bei der digitalen Edition nachgerüstet werden (C) SIE

Ältere Zocker könnten das ironisch finden. Immerhin pochte Sony noch während der Enthüllung der PS4 auf die vielen Vorteile von physischen Games und stichelte gegen das Online-DRM der Xbox One. Durch den Stopp der Produktion physischer Spiele dürfte wiederum die noch unangekündigte PlayStation 6 komplett ohne physische Spiele starten.

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Das trifft nicht nur Sammler hart. Spieler haben so in der kommenden Generation potentiell deutlich weniger Auswahl: Digitale Spiele lassen sich meist schwerer tauschen oder verkaufen. In manchen ländlichen Gebieten dürfte das Internet für regelmäßige Downloads von mehreren Gigabyte außerdem weiterhin nicht optimal sein. Gleichzeitig sind die Funktionen von Games stark von den offiziellen Servern abhängig. Das kann nach hinten losgehen – wenige Tage zuvor ließ Sony hunderte bereits bezahlte Filme aus PlayStation-Konten zurückziehen, weil Lizenzen ausgelaufen sind (via TechRadar).

Somit überrascht es nicht unbedingt, dass einige Fans auf Social Media ihren Dampf abgelassen haben. „Mir fehlen die Worte – der letzte Nagel im Sarg des Unternehmens, das ich einst geliebt habe“, schrieb ein Fan-Account auf der Social-Media-Plattform X. Das offizielle Konto von Dominos Pizza UK witzelte: „Das ergibt ungefähr so viel Sinn, als würden wir auf digitale Pizzen umsteigen.“ Andere versuchen nun, Hashtags wie #NOTBUYINGPS6 zu verbreiten. „Ihr macht das Eigentumsrecht zunichte. Ihr macht die rechtliche Sicherung zunichte“, polterte ein anderer User.

Inzwischen schaltete sich auch der US-Moderator Trevor Noah in die Diskussionen auf X ein: „Für viele Spieler sind physische Datenträger die einzige Möglichkeit, sich Spiele leisten zu können. Man kann Spiele auch an seine jüngeren Geschwister weitergeben. Das ist eine tolle Möglichkeit, ihnen die Spiele näherzubringen, die man selbst gespielt hat.“ Besorgt sei er aber vor allem wegen der kürzlichen Entfernung vieler Filme durch Sony. Seien Medien digital, „können sie diese uns von einem Moment auf den anderen ohne Entschädigung entziehen„.

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