Neue regionale Preise – Lateinamerika protestiert gegen Disc-Aus bei PlayStation
In Lateinamerika gilt ab August eine neue Preispolitik. Mehrere Staaten wollen Untersuchungen gegen Sony einleiten.
Klaus Kainz Ein freiberuflicher Schreiber für Chronik-Themen, manchmal auch Kultur. Vor allem aber ist er faszinierter Zocker seit mehreren Jahrzehnten. Denn Resident Evil ist intensiver als jeder Horrorfilm, Bloodborne oder Metroid Prime immersiver als jeder Fantasy-Roman - und Dampf ablassen geht kaum besser als mit Streets of Rage oder Ninja Gaiden.
Zocker in manchen Ländern könnten für digitale Spiele im PlayStation Network bald mehr zahlen. Nun will Sony nämlich damit beginnen, regionale Preise in Lateinamerika einzuführen. Zuvor waren dort die Preise für digitale Titel noch mit US-Dollar berechnet. Ab dem 18. August sollen die Stores in Mexiko, Honduras und Nicaragua lokale Währungen bekommen (via PushSquare). Damit sind dortige Preise nicht mehr vom Wechselkurs abhängig. Aktuelle Guthaben werden voraussichtlich mit einem festen Umrechnungskurs angepasst. Noch ist unklar, ob der Konzern die Preise nach unten oder oben schraubt.
Nur eine Anpassung an den Wechselkurs? Früher hätte diese Änderung wohl nur wenig Aufmerksamkeit bekommen. Allerdings beobachten Fans und Kritiker Sonys Maßnahmen besonders genau, seit der Konzern ankündigte, ab 2028 keine physischen Games mehr produzieren zu wollen. Denn so übt der Konsolenhersteller mehr Kontrolle über die Preise seiner digitalen Spiele aus. Einen Gebrauchtmarkt könnte es für neue Titel bald nicht mehr geben, aber auch keine Sonderangebote bei anderen Händlern.

October 25, 2023, Brazil. In this photo illustration, the PlayStation logo is displayed on a computer screen, next to a gamepad — Photo by rafapress
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In Lateinamerika bildete sich zuletzt politischer Widerstand gegen das Aus der Disc-Produktion bei PlayStation. Die mexikanische Abgeordnete Iraís Reyes und der Senator Luis Donaldo Colosio bereiten laut Berichten eine Beschwerde gegen Sony bei der mexikanischen Kartellbehörde vor. „Wenn die Discs verschwinden, kann niemand, der eine PlayStation besitzt, mehr selbst entscheiden, wo er seine Spiele kauft“, so Iraís Reyes (via Eurogamer). Auch brasilianische Abgeordnete fordern eine Untersuchung gegen Sonys Zukunftspläne beim Verkauf digitaler Spiele. Erst vor zwei Jahren eröffnete Sony in Brasilien eine Manufaktur zur Produktion physischer Medien, in der nun Jobs auf dem Spiel stehen könnten.
PlayStation testet neue Preispolitik für digitale Spiele
Bereits ein paar Monate zuvor sorgte Sonys „dynamische Preisgestaltung“ wohl für manche verdutzte Gesichter. Denn im PlayStation Network wurde ein System getestet, das Rabatte nur an bestimmte Nutzer ausspielt. Wer beispielsweise ein günstiges Angebot im PlayStation Network entdeckt hat, konnte dieses womöglich nicht weiterempfehlen, weil es bei anderen Konten nicht existierte. Dieses System könnte Experten zufolge gegen EU-Richtlinien verstoßen. Denn es sei notwendig, persönliche Preisgestaltungen „auf klare und verständliche Weise“ zu kommunizieren (via Eurogamer).
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