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Artikel von Markus Bauer +
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Update vom 07. September 2026: Sony korrigiert die „10-Prozent-Meldung“. Bei Sonys geplantem Disc-Aus wurde eine wichtige Zahl offenbar zwei Monate lang falsch interpretiert. Das Sony-DADC-Werk im österreichischen Thalgau (Salzburg Umgebung) wird seine Produktion 2028 nicht auf nur noch zehn Prozent des heutigen Volumens reduzieren.

Sony DADC stellte gegenüber Game von Brian Crecente klar, dass ein Rückgang des gesamten Produktionsvolumens um rund zehn Prozent gemeint war. Nicht ein Einbruch um 90 Prozent auf nur noch ein Zehntel der heutigen Produktion. Die Verwirrung geht auf eine Aussage von Sony-DADC-Chef Dietmar Tanzer vom Juli zurück. Gegenüber dem ORF Salzburg erklärte er, dass PlayStation derzeit ungefähr die Hälfte des Produktionsvolumens in Thalgau ausmacht. Rund 20 Prozent davon entfallen wiederum auf neue Aufträge.

Damit entsprechen neue PlayStation-Spiele ungefähr zehn Prozent der gesamten Produktion des Werks.

Das Disc-Aus für neue PlayStation-Spiele bleibt trotzdem bestehen

An Sonys eigentlicher Entscheidung ändert die Korrektur nichts. Ab Jänner 2028 werden keine Discs mehr für neu erscheinende PlayStation-Spiele produziert. Weiter produziert werden können allerdings Disc-Versionen von Spielen, die bereits vor diesem Zeitpunkt erschienen sind. Publisher dürfen dafür auch nach dem Stichtag Nachbestellungen aufgeben. Das erklärt gleichzeitig, warum die Gesamtproduktion in Thalgau 2028 nicht plötzlich um 90 Prozent einbrechen muss. Das Werk stellt neben PlayStation-Spielen auch CDs, DVDs, Blu-rays und UHDs her. Außerdem bleiben Nachproduktionen älterer PlayStation-Spiele dadurch immer noch möglich.

Aktuell verlassen laut ORF noch ungefähr 600.000 Discs pro Tag das Werk in Thalgau. Rund die Hälfte davon entfällt auf PlayStation. Die neue Klarstellung ist deshalb eine deutlich bessere Nachricht für den Produktionsstandort als zunächst angenommen. Für Spieler ändert sie allerdings wenig: Neue PlayStation-Spiele sollen ab 2028 weiterhin ohne Disc erscheinen.

Ursprünglicher Artikel vom 04. Juli 2026:

Wie GameFile.news berichtet, betrifft das Disc-Aus nur neue Spiele, die ab Jänner 2028 erscheinen. Bereits veröffentlichte Spiele und Titel, die noch vor diesem Stichtag als Disc-Version erscheinen, sollen weiterhin unterstützt werden. Publisher können demnach auch nach Jänner 2028 noch bestehende physische Medien nachproduzieren lassen. Das ist eine wichtige Klarstellung. Denn nach der ursprünglichen Ankündigung hatten viele Spieler befürchtet, dass physische PlayStation-Spiele ab 2028 komplett verschwinden oder bestehende Discs plötzlich nicht mehr relevant sein könnten. Ganz so hart scheint der Schnitt nicht zu werden.

Sony hatte im offiziellen PlayStation Blog angekündigt, dass die Produktion physischer Discs für neue PlayStation-Spiele ab Jänner 2028 eingestellt wird. Neue Spiele sollen danach über den PlayStation Store und bei Händlern nur noch in digitalen Formaten erhältlich sein.

Gleichzeitig steht dort aber auch ein wichtiger Satz: Der Übergang habe keine Auswirkungen auf Spiele, die bereits veröffentlicht wurden oder noch vor Jänner 2028 in Disc-Form erscheinen. Bestehende physische Spiele sollen nicht plötzlich abgeschnitten werden. Das bedeutet: Wer bereits PS5- oder PS4-Spiele auf Disc besitzt, muss nicht davon ausgehen, dass diese ab 2028 wertlos werden. Auch Titel, die vor dem Stichtag noch als Disc erscheinen, sollen weiterhin in diese Kategorie fallen.

Für Sammler ist das eine kleine Entwarnung

Für Sammler ist diese Klarstellung wichtig. Denn der Unterschied zwischen „keine neuen Discs mehr“ und „keine Disc-Unterstützung mehr“ ist gewaltig. Sony beendet offenbar nicht die Nutzbarkeit bestehender Discs. Stattdessen geht es um neue Veröffentlichungen nach dem Stichtag.

Trotzdem bleibt die Entscheidung ein harter Einschnitt. Neue PlayStation-Spiele werden ab 2028 nicht mehr klassisch als Disc produziert. Wer dann aktuelle Titel kaufen möchte, wird auf digitale Versionen oder digitale Händlerformate angewiesen sein. Für den Gebrauchtmarkt, Spieleverleih und klassische Sammlungen ist das ein klarer Rückschritt.

Besonders spannend wird die Frage, wie lange Händler bestehende Disc-Spiele tatsächlich nachbestellen können. Wenn Publisher auch nach 2028 weiterhin ältere Titel nachproduzieren lassen dürfen, könnten beliebte Spiele länger physisch verfügbar bleiben. Bei kleineren Titeln oder begrenzten Auflagen dürfte sich das aber schnell ändern.

Macht Sony physische Spiele kleiner als sie sind?

Passend dazu sorgt ein Beitrag von Lord_PSMG auf X.com für zusätzliche Diskussionen. Darin wird Sony vorgeworfen, die Bedeutung physischer Medien kleiner darzustellen, als sie tatsächlich sei. Der Beitrag verweist auf angeblich geleakte Daten und unterstellt, dass hinter dem Disc-Aus weniger technische Gründe, sondern vor allem wirtschaftliche Interessen stehen.

„Digitale Medien gewannen innerhalb des PlayStation früh in der COVID-Pandemie an Stärke, als sie – theoretisch – die Zahlen der Discs auf der Plattform überholten und einen Anteil von 65 % erreichten. Um 2023 herum zeigten die Jahresberichte von Sony, dass digitale Spiele bereits 70 % des Anteils ausmachten, doch in demselben Jahr wurde Insomniac Games gehackt, und unter den geleakten Daten befanden sich interne Unternehmenszahlen zu den physischen Verkäufen ihrer Spiele, die den wahren Anteil wie folgt enthüllten“, so Lord_PSMG. „In der offiziellen geleakten Tabelle insgesamt verkauften 31 der 33 Sony-Spiele mehr PHYSISCH als digital bis dahin. Kürzlich hatten wir das Beispiel von Astrobot, das im Vereinigten Königreich 55 % im physischen Format verkaufte und 60 % in Europa.“

Unabhängig davon, wie belastbar diese Einordnung ist, zeigt die Reaktion deutlich: Viele Spieler sehen Sonys Schritt nicht nur als normalen Markttrend, sondern als weiteren Versuch, Kontrolle über Verkäufe, Preise und den Gebrauchtmarkt zu gewinnen.

Die Zukunft ist digital? Sony verzichtet u.a. bei der PlayStation 5 Pro (PS5 Pro) auf ein eingebautes Laufwerk. Dieses gibt es optional. - Bild: Sony Interactive Entertainment

Die Zukunft ist digital? Sony verzichtet u.a. bei der PlayStation 5 Pro (PS5 Pro) auf ein eingebautes Laufwerk. Dieses gibt es optional. – Bild: Sony Interactive Entertainment

Das Problem digitaler Besitzrechte bleibt

Auch mit dieser Klarstellung verschwindet die größere Debatte nicht. Der Trend geht klar in Richtung digitaler Spiele. Das ist bequem, aber auch riskant. Digitale Käufe hängen an Konten, Stores, Lizenzen und Servern. Physische Spiele geben Spielern zumindest mehr Kontrolle, selbst wenn auch viele Disc-Versionen heute Updates oder Downloads benötigen.

Genau deshalb sorgt Sonys Schritt weiter für Kritik. Für Unternehmen sind digitale Verkäufe attraktiver: keine Produktion, keine Logistik, kein Gebrauchtmarkt, mehr Kontrolle über Preise und Verfügbarkeit. Für Spieler bedeutet das aber weniger Eigentumsgefühl und mehr Abhängigkeit.

Die neue Klarstellung macht die Entscheidung also weniger dramatisch, aber nicht automatisch unproblematisch. Bestehende Discs bleiben relevant. Neue Spiele verlieren ab 2028 trotzdem ein wichtiges physisches Format.

Damit versucht Sony, den Übergang weniger hart wirken zu lassen. Am grundsätzlichen Kurs ändert sich aber nichts: Die klassische PlayStation-Disc hat ein Ablaufdatum. Gaming-Mastermind Hideo Kojima teilte seine Gedanken dazu auf X.com: „Irgendwann wird selbst digitale Daten nicht mehr eigenständig von Individuen besessen werden. Immer wenn es eine große Veränderung oder ein Unfall in der Welt, in einem Land, in einer Regierung, in einer Idee, in einem Trend gibt, kann der Zugriff darauf plötzlich abgeschnitten werden. Wir werden nicht mehr frei auf die Filme, Bücher und Musik zugreifen können, die wir geliebt haben. Ich wäre ein Habenichts. Das ist es, wovor ich Angst habe. Das ist keine Gier.“

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