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Artikel von Markus +

2026 könnte für Nintendo und die Zukunft von Zelda ein entscheidendes Jahr werden. Seit dem Release von Tears of the Kingdom ist es ungewöhnlich ruhig um die Reihe geworden. Gleichzeitig rückt ein großes Jubiläum näher, neue Hardware steht bereit und Fans stellen sich eine zentrale Frage: Was plant Nintendo mit The Legend of Zelda 2026? Ein komplett neues Abenteuer, ein Remake oder doch nur ein Übergangstitel?

Fest steht: Große Open-World-Zeldas brauchen Zeit, und der Abstand zum letzten Hauptteil ist noch relativ kurz. Trotzdem mehren sich Hinweise, Gerüchte und strategische Überlegungen, die 2026 zu einem spannenden Jahr für Link, Zelda und Hyrule machen könnten. Nicht jedes Gerücht ist gleich realistisch, manche basieren auf Fan-Wünschen, andere auf Nintendos bekannten Mustern.

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Genau deshalb lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Lage. Basierend auf Leaks, Entwickler-Aussagen und früheren Veröffentlichungsstrategien ordnen wir die fünf wichtigsten Szenarien rund um The Legend of Zelda 2026 nach ihrer tatsächlichen Wahrscheinlichkeit ein.

Ein komplett neues Main-„The Legend of Zelda“

Ein neuer Mainline-Teil ist mit Sicherheit in Entwicklung. Nintendo hat noch nie eine Zelda-Generation ohne ein großes neues Abenteuer beendet. Hier liegt allerdings das Problem: Zwischen Breath of the Wild und Tears of the Kingdom liegen sechs Jahre. Das würde bedeuten, dass wir einen komplett neuen Main-Titel erst 2029 sehen würden. Sechs Jahre Entwicklungszeit. Muss das immer sein?

Ganz sicher ist diese Theorie natürlich nicht. Tears of the Kingdom erhielt rund ein Jahr zusätzliches „Polishing“, also Feinjustierung. Wenn das Entwicklerteam rund um Eiji Aonuma bereits 2022 oder sogar früher mit der Entwicklung begonnen hat und auf der bestehenden Engine aufbaut, könnte es sich vielleicht auch mit vier Jahren Entwicklungszeit ausgehen.

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Hinzu kommt, dass Entwickler aus dem Zelda-Team mehrfach angedeutet haben, dass intern bereits über neue Strukturen, neue Welten und neue Gameplay-Ansätze nachgedacht wird. Besonders spannend: Erfahrungen aus Spin-offs und experimentellen Projekten sollen in das nächste große Zelda einfließen. Mit Jubiläum, Kinofilm und neuer Hardware wäre es kaum vorstellbar, dass Nintendo all diese Chancen nicht bündelt. Alles deutet darauf hin, dass das nächste große Zelda bereits existiert, nur noch nicht gezeigt wird.

The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom erschien 2023. Ein weiterer Main-Titel für 2026 klingt für mich unrealistisch. - Bild: Nintendo

The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom erschien 2023. Ein weiterer Main-Titel für 2026 klingt für mich unrealistisch. – Bild: Nintendo

Einen Release für 2026 halte ich für sehr unwahrscheinlich. Vielleicht 2027, wenn der The Legend of Zelda-Kinofilm startet, wahrscheinlicher erscheint mir jedoch 2028. Ein Kinofilm und ein neues Main-Spiel in einem Jahr wäre zu heftig. 2028 halte ich wirklich für realistischer und plausibler. Dann hätte die Switch 2 auch eine deutlich größere Nutzerbasis als heute.

„Project Bernard“ von Grezzo

Das geheimnisvolle Project Bernard hält sich hartnäckig. Der Grund: Das Studio Grezzo arbeitet seit Jahren verlässlich an Zelda-Projekten, oft unter Codenamen, die erst spät offiziell aufgelöst werden. Die ehemaligen Square-Enix-Mitarbeiter haben seit 2011 kontinuierlich an The-Legend-of-Zelda-Portierungen und Remakes gearbeitet. 2011 erschien Ocarina of Time 3D für den 3DS. Zuletzt folgte Echoes of Wisdom (2024) für die Nintendo Switch, das stilistisch in die gleiche Richtung wie Link’s Awakening für die Switch ging.

Ein weiteres Top-down-Zelda, ein kreatives Remake oder sogar eine Neuinterpretation der Oracle-Spiele wäre absolut im Rahmen. Gerade weil solche Projekte kleiner sind als ein Mainline-Zelda, eignen sie sich perfekt als Zwischenveröffentlichung. Deshalb ist „Project Bernard“ nicht nur plausibel, sondern auch strategisch sehr wahrscheinlich. Allerdings erschien Echoes of Wisdom erst vor zwei Jahren. Das wäre selbst für Grezzo ziemlich „sportlich“. Daher würde ich auch hier eher Nein sagen. „Bernard“ wird wohl frühestens 2027 kommen.

Screenshot aus The Legend of Zelda: Echoes of Wisdom - Bild: Nintendo

Screenshot aus The Legend of Zelda: Echoes of Wisdom, dass 2024 für Switch erschienen ist. – Bild: Nintendo

Fan-Wunsch Nummer 1: Twilight Princess Remaster

Ein Twilight Princess Remaster bleibt ein realistischer Kandidat und ein massiver Fanwunsch, auch wenn es kein Muss ist. Das Spiel ist düsterer, ernster und unterscheidet sich klar von den modernen Open-World-Zeldas wie „BotW“ oder „TotK“. Genau das macht es heute wieder interessant.

Zwar existiert bereits eine HD-Version, doch diese ist aktuell nur schwer zugänglich. Zudem ließe sich Twilight Princess technisch einfacher aufwerten als ältere Titel, ohne alles neu bauen zu müssen.

Wenn Nintendo einen Klassiker zurückholen will, der sich klar vom aktuellen Zelda-Stil abhebt, ist Twilight Princess die logischste Wahl. Ein Release im Jahr 2026 wäre durchaus denkbar. Ich wäre dabei. Für mich der absolute Favorit. Vielleicht auch, weil ich wieder als Link-Wolf spielen möchte.

The Legend of Zelda: Twilight Princes erzählt die düstere Geschichte von Link, der zwischen Lichtwelt und Schattenreich wechselt, um Hyrule vor der Ausbreitung des Twilight zu retten. Dabei verwandelt er sich zeitweise in einen Wolf und erlebt eines der ernsteren Abenteuer der gesamten Zelda-Reihe. - Bild: Nintendo (HD-Version)

The Legend of Zelda: Twilight Princes erzählt die düstere Geschichte von Link, der zwischen Lichtwelt und Schattenreich wechselt, um Hyrule vor der Ausbreitung des Twilight zu retten. Dabei verwandelt er sich zeitweise in einen Wolf und erlebt eines der ernsteren Abenteuer der gesamten Zelda-Reihe. – Bild: Nintendo (HD-Version)

Fan-Wunsch Nummer 2: Wind Waker als einfacher Port

Bei The Wind Waker geht es weniger um ein echtes Remaster, sondern eher um einen komfortablen Port. Der Stil ist zeitlos, die HD-Version existiert bereits und müsste kaum angepasst werden.

Gerade deshalb wirkt ein großes Remaster eher unwahrscheinlich. Nintendo weiß, dass Wind Waker auch heute noch hervorragend funktioniert, ganz ohne große technische Überarbeitung.

Als Lückenfüller oder Bonus-Veröffentlichung ist Wind Waker durchaus denkbar. Als großes Highlight für ein 40-Jahr-Jubiläum jedoch eher nicht, so ehrlich muss man sein. Selbst wenn es bis heute mein persönliches Lieblingsspiel der Reihe ist.

The Legend of Zelda: The Wind Waker ist dank Nintendo Online für die Switch 2 spielbar. Ein "neuer Port" wäre nicht die strategisch beste Wahl für ein Jubiläum. - Bild: Nintendo

The Legend of Zelda: The Wind Waker ist dank Nintendo Online für die Switch 2 spielbar, allerdings nicht die HD-Version. Ein „neuer Port“ wäre nicht die strategisch beste Wahl für ein Jubiläum, aber leicht umzusetzen, bevor man gar nichts hat. – Bild: Nintendo

Absoluter Fan-Wunsch: Endlich ein modernes Ocarina of Time Remake

So ikonisch Ocarina of Time auch ist, ein vollständiges Remake wäre ein echtes Mammutprojekt. Eine moderne Neuauflage würde Jahre verschlingen und enorme Erwartungen erzeugen. Mehrere gut vernetzte Insider haben zuletzt betont, dass sie keinerlei Hinweise auf ein solches Projekt kennen. Für ein Spiel dieser Bedeutung wäre das ungewöhnlich. Irgendjemand hätte sich verplappern müssen. Das ist kein Projekt für ein zehnköpfiges Team. Wenn Nintendo keine abgesperrte Insel besitzt, auf der 400 Entwickler nichts anderes tun, als Ocarina of Time für die Switch 2 vorzubereiten, dann weiß ich auch nicht.

Emotional wäre es ein Traum. Realistisch betrachtet ist ein „Ocarina of Time“-Remake derzeit jedoch das unwahrscheinlichste Szenario. So leid es mir tut.

Ich will überrascht werden, aber ich erwarte kein „neues“ The Legend of Zelda für 2026

The Legend of Zelda 2026 wird sehr wahrscheinlich kein Jahr für radikale Überraschungen, sondern für strategische Entscheidungen. Ein komplett neues Mainline-Zelda scheint noch Zeit zu brauchen, selbst wenn intern längst daran gearbeitet wird. Dafür spricht zu viel Entwicklungsaufwand und zu wenig Abstand zu Tears of the Kingdom.

Deutlich realistischer erscheint ein Schritt dazwischen. Ein Twilight Princess Remaster passt perfekt in Nintendos Veröffentlichungsmuster: technisch machbar, klar vom Open-World-Stil abgesetzt und seit Jahren ein massiver Fanwunsch. Genau so ein Titel könnte 2026 tragen, ohne die Erwartungen an ein komplett neues Zelda zu überladen.

Projekte wie „Project Bernard“ oder ein Wind-Waker-Port bleiben ebenfalls im Rennen, wirken aber eher wie Kandidaten für spätere Jahre. Ein modernes Ocarina-of-Time-Remake dagegen bleibt vorerst Wunschdenken – emotional stark, strategisch jedoch kaum umsetzbar.

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Nintendo steht also nicht vor der Frage, ob Zelda weitergeht, sondern wie der nächste Schritt aussieht. Für The Legend of Zelda 2026 deutet aktuell vieles auf eine bewusste Zwischenlösung hin – und vielleicht ist genau das der richtige Zug, bevor das nächste große Abenteuer Hyrule neu definiert.

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