GTA 6 ist mit 79,99 Euro zu billig, sagt der Chef eines aktuellen Steam-Hits
Wardogs-Chef Joe Brammer meint, Rockstar hätte mit GTA 6 höhere Spielepreise etablieren sollen. Sein eigenes Spiel wird schrittweise teurer.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
GTA 6 kostet in Österreich 79,99 Euro und ist damit offenbar noch zu günstig. Zumindest wenn es nach Joe Brammer geht. Der CEO von Bulkhead und Executive Producer des erfolgreichen Shooters Wardogs ist überzeugt, dass Videospiele grundsätzlich zu billig geworden sind. Ausgerechnet Rockstar Games hätte seiner Meinung nach die Chance gehabt, mit Grand Theft Auto VI einen neuen Preisstandard zu setzen.
„Spiele sind zu billig, die Entwicklungskosten zu hoch“, argumentierte Brammer in einem Beitrag auf X.com. Gerade ein GTA 6 hätte die Messlatte anheben können, Rockstar habe diese Möglichkeit aber nicht genutzt. Als Vergleich nennt er eine einfache Zugfahrt: Für eine Strecke habe er gerade 30 britische Pfund bezahlt, während Wardogs 36,99 Pfund kostet.
GTA 6 hätte laut Brammer noch weiter gehen können
Brammers Argument ist vor allem wirtschaftlich. Spiele werden technisch aufwendiger, Entwicklungszeiten länger und große Produktionen immer teurer. Der klassische Verkaufspreis habe mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten. Eine Marke wie GTA hätte seiner Ansicht nach genügend Zugkraft gehabt, um einen höheren Preis durchzusetzen und damit auch anderen Studios den Weg zu öffnen.
Interessant ist, dass Brammer bei seinem eigenen Spiel tatsächlich nach diesem Prinzip handelt. Wardogs kostet derzeit 39,99 Euro. Bulkhead plant laut einem Interview mit GamesRadar, den Preis mit wachsendem Umfang zunächst auf 49,99 Euro und zur Version 1.0 schließlich auf 59,99 Euro zu erhöhen.
Damit ist seine Aussage zumindest konsequent: Mehr Entwicklungsaufwand und mehr Inhalt sollen auch mehr kosten.

WARDOGS erschien kürzlich per Early Access auf Steam. – Bild: Team 17
Höhere Preise lösen aber nicht automatisch höhere Budgets
Offen bleibt die andere Hälfte der Rechnung. Höhere Verkaufspreise garantieren nicht, dass Studios ihre explodierenden Entwicklungsbudgets besser kontrollieren. Gerade bei AAA-Spielen geht es inzwischen um Produktionszeiten von vielen Jahren, riesige Teams und teilweise dreistellige Millionenbudgets.
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Für GTA 6 dürfte Rockstar zudem anders kalkulieren als ein kleineres Studio. Die Serie erzielt nicht nur enorme Verkaufszahlen, sondern verdient langfristig zusätzlich über GTA Online. Ein möglichst großer Käuferkreis kann deshalb wirtschaftlich wertvoller sein als ein deutlich höherer Einstiegspreis. Trotzdem trifft Brammer einen interessanten Punkt: Wenn selbst das vermutlich größte Spiele-Release des Jahrhunderts bei 79,99 Euro bleibt, dürfte es für deutlich kleinere Marken schwierig werden, Spielern plötzlich 90 oder 100 Euro für eine Standard Edition zu erklären. Außer man heißt vielleicht Nintendo.
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