Xbox soll für Kojimas Physint nur einen Bruchteil der angeblichen 400 Millionen US-Dollar zahlen
Die enorme Budget-Zahl wird deutlich relativiert. Microsoft soll sich außerdem Film- und TV-Rechte gesichert und den Deal für OD verbessert haben.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Die angeblichen 400 Millionen US-Dollar für Hideo Kojimas Physint kursierten im Internet. Jetzt zeichnet sich ein völlig anderes Bild ab. Microsoft soll für den Deal mit Kojima Productions nur einen Bruchteil dieser Summe zugesagt haben. Gleichzeitig scheint Xbox bei den Verhandlungen mehr bekommen zu haben als nur die Veröffentlichung eines einzelnen Spiels.
Jez Corden berichtet bei Windows Central unter Berufung auf Quellen mit direkter Kenntnis der Verträge, dass die tatsächlich zwischen Xbox und Kojima Productions vereinbarte Summe wesentlich niedriger ausfällt. Die zuvor kursierenden 400 Millionen US-Dollar könnten demnach eher mit einer früheren Phase des Projekts und dem ursprünglichen PlayStation-Deal zusammenhängen. Eine konkrete neue Zahl nennt Corden nicht.
Auch Bloomberg-Insider Jason Schreier bremst die 400-Millionen-Meldung. Nach seinen Informationen hat eine Person bei Xbox mit direkter Kenntnis des Deals bestätigt, dass Microsoft Physint für deutlich weniger als diese Summe unter Vertrag genommen habe. Schreier weist gleichzeitig darauf hin, dass rund um Physint mehrere unterschiedliche Zahlen existieren: das ursprünglich mit PlayStation vereinbarte Budget, spätere Verhandlungen, mögliche Kosten mit bestimmten Schauspielern, der neue Xbox-Vertrag und schließlich die tatsächlichen Entwicklungskosten bis zum Release.
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Die 400 Millionen US-Dollar waren offenbar nie das Xbox-Budget
Ausgangspunkt war eine Aussage von Chris Dring von „The Game Business“ (via X.com). Er hatte berichtet, Microsoft investiere rund 400 Millionen US-Dollar in Physint. Diese Darstellung wurde inzwischen relativiert. Windows Central geht sogar davon aus, dass diese Summe möglicherweise eher beschreibt, welcher finanzielle Rahmen im ursprünglichen PlayStation-Modell hätte entstehen können.
Nach Informationen des Berichts beinhaltet die Vereinbarung Film- und TV-Rechte rund um Physint. Das passt zu dem, was Xbox selbst bereits offiziell angekündigt hat. Im Xbox Wire bestätigte Microsoft, dass die Zusammenarbeit mit Kojima Productions ausdrücklich über Videospiele hinausgeht und auch Film sowie Fernsehen umfasst.
Physint soll schließlich ohnehin mehr als ein klassisches Stealth-Spiel werden. Kojima spricht seit der ursprünglichen Ankündigung von einem Projekt an der Grenze zwischen Spiel und Film. Dazu passt auch die Besetzung. Kojima Productions bestätigte zuletzt Bill Skarsgård für die Hauptrolle. Der Schauspieler ist unter anderem durch „Es“, „John Wick: Kapitel 4“ und „Nosferatu“ bekannt.
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Für Microsoft könnte genau dieser Teil der Vereinbarung besonders interessant sein. Xbox kauft damit nicht einfach die Finanzierung eines Spiels ein, sondern möglicherweise eine neue Marke, die sich langfristig über unterschiedliche Medien ausbauen lässt.

Der bereits verstorbene Udo Kier im Xbox-Exklusiv-Titel „OD“. – Bild: Kojima Productions / YouTube-Video-Screenshot
Auch OD soll vom neuen Physint-Deal profitieren
Noch interessanter ist ein Detail, das mit Physint auf den ersten Blick gar nichts zu tun hat. Laut Corden umfassten die Verhandlungen auch verbesserte Konditionen für OD. Wie genau diese verbesserten Bedingungen aussehen, ist nicht bekannt. Möglich wären zusätzliche Finanzierung, veränderte Vertragsbedingungen oder mehr Unterstützung durch Microsoft. Alles darüber hinaus wäre derzeit Spekulation.
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Absurd bei den ganzen Zahlenspielen ist, dass Physint noch viele Jahre vom Release entfernt ist. Kojima hat noch nicht einmal endgültig entschieden, welche Engine verwendet wird. Schauspieler, Produktion, technische Entwicklung und mögliche Änderungen während der kommenden Jahre können das tatsächliche Budget noch erheblich verändern.
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Hinzu kommt der Streit um die Gründe für Sonys Ausstieg. Berichte über Budgetprobleme und verpasste Meilensteine wurden von Kojima Productions zuletzt öffentlich zurückgewiesen. Das Studio bezeichnete entsprechende Aussagen als unbelegte Spekulation und betonte, wirtschaftlich gesund und profitabel zu sein.
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