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Artikel von Markus Bauer +
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  • Das Wichtigste in Kürze
  • Hideo Kojima erklärte bereits früher öffentlich, dass er zahlreiche lukrative Übernahmeangebote für sein Studio abgelehnt hat.
  • Nach dem Ende der PlayStation-Partnerschaft arbeitet Kojima Productions bei PHYSINT und OD nun mit Xbox zusammen.

Der überraschende Bruch zwischen PlayStation und Hideo Kojima bekommt eine weitere Wendung. Sony soll in den vergangenen Jahren mehrfach versucht haben, Kojima Productions zu übernehmen. Auch 2026 soll es noch einmal ein entsprechendes Angebot gegeben haben. Kojima habe jedoch erneut abgelehnt.

Das behauptet zumindest Spieleanalyst William R. Aguilar unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle (via X.com). Wichtig ist dabei: Dieser Teil der Geschichte wurde bislang weder von Sony noch von Kojima Productions bestätigt und ist deshalb als Gerücht zu betrachten.

Interessant wird die Behauptung allerdings durch den Zeitpunkt. Erst wenige Monate nach dem angeblich jüngsten Übernahmeversuch entschied PlayStation, die Finanzierung von Kojimas Action-Spionage-Spiel PHYSINT einzustellen. Das Projekt ist inzwischen bei Xbox gelandet.

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Kojima wollte sein Studio schon früher nicht verkaufen

Dass Hideo Kojima grundsätzlich kein Interesse daran hat, sein Unternehmen an einen großen Konzern zu verkaufen, ist hingegen keine neue Spekulation. Bereits 2022 erklärte der Entwickler in seinem Podcast, dass regelmäßig Unternehmen aus aller Welt versuchen würden, Kojima Productions zu kaufen.

Einige dieser Angebote seien sogar außergewöhnlich hoch gewesen. Geld sei für ihn allerdings nicht der entscheidende Faktor. Kojima gründete sein eigenes Studio nach der Trennung von Konami gerade deshalb, weil er selbst entscheiden wollte, welche Projekte er entwickelt.

Damals machte er seine Position ungewöhnlich deutlich: Solange er lebe, könne er sich kaum vorstellen, eines dieser Angebote anzunehmen. Welche Unternehmen konkret versucht hatten, Kojima Productions zu kaufen, verriet er damals nicht.

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Death Stranding 2 soll unter den finanziellen Erwartungen geblieben sein. Trotzdem wollte Sony das Kojima-Studio übernehmen. - Bild: Screenshot DG; Kojima Productions

Death Stranding 2 soll unter den finanziellen Erwartungen geblieben sein. Trotzdem wollte Sony das Kojima-Studio übernehmen. – Bild: Screenshot DG; Kojima Productions

Kam 2026 noch einmal ein Angebot von Sony?

Genau das ist der neue und bislang unbestätigte Teil. Aguilar behauptet, dass Sony beziehungsweise PlayStation über die Jahre mehrere konkrete Versuche unternommen habe. Anfang 2026 soll es schließlich noch einmal Gespräche mit Kojima gegeben haben.

Bei diesen Gesprächen soll es nicht nur um den Fortschritt und die Finanzierung von PHYSINT gegangen sein. Nach Angaben des Insiders habe Sony erneut eine Übernahme von Kojima Productions ins Spiel gebracht. Kojima habe auch dieses Angebot (wieder) abgelehnt.

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Aguilar zufolge spielte diese Entscheidung anschließend zumindest indirekt bei Sonys Bewertung des Spionage-Spiels eine Rolle. Sony hätte demnach enorme Summen in ein Studio und eine Marke investiert, die dem Unternehmen selbst nicht gehören und langfristig auch auf konkurrierenden Plattformen erscheinen könnten.

Diese konkrete Verbindung zwischen dem angeblichen Übernahmeangebot und dem Ausstieg aus PHYSINT ist derzeit allerdings nicht unabhängig bestätigt.

Kojima verliert mit Sony auch einen wichtigen Technologie-Partner

Die Trennung könnte für Kojima Productions außerdem technische Folgen haben. Forbes-Autor Paul Tassi weist darauf hin, dass die bisherige enge Zusammenarbeit mit Sony auch den Zugang zur Decima Engine ermöglichte. Die von Guerrilla Games (u.a. Horizon Forbidden West) entwickelte Engine bildete die technische Grundlage von Death Stranding und Death Stranding 2.

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Nach dem Ende der Partnerschaft stellt sich deshalb die Frage, welche Technologie für PHYSINT verwendet wird. Tassi schreibt, dass Kojima Productions keinen Zugriff mehr auf die Sony-exklusive Engine habe. Eine offizielle Bestätigung dazu gibt es bislang allerdings nicht. Ebenso wurde öffentlich nie eindeutig bestätigt, welche Engine PHYSINT in seiner bisherigen Entwicklungsphase tatsächlich verwendet hat. Forbes sieht darin (wohl zurecht) eine weitere offene Baustelle nach dem Wechsel zu Xbox.

Für Microsoft hat die ganze Geschichte einen bemerkenswerten Nebeneffekt. Xbox arbeitet nun nicht mehr nur beim Horrorspiel OD mit Kojima Productions zusammen, sondern übernimmt auch PHYSINT.

Bestätigt ist bislang nur ein Teil dieser Geschichte. Kojima Productions hat tatsächlich zahlreiche Übernahmeangebote erhalten und Kojima will unabhängig bleiben. Sony hat PHYSINT tatsächlich aufgegeben und Xbox übernimmt das Projekt. Ob ein abgelehntes Sony-Übernahmeangebot tatsächlich einer der Auslöser für die Trennung war, bleibt vorerst ein Gerücht.

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