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Dreamcast: Der frühere Präsident von Sega of America spricht über das Ende

Der frühere Präsident von Sega of America, Peter Moore, reflektiert den Start und den anschließenden Tod von Segas letzter Konsole Dreamcast.

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Sega Dreamcast Games-Auswahl - (C) Sega

Der frühere Präsident von Sega of America, Peter Moore, hat über den Start und den Tod der Dreamcast-Konsole von Sega in einem Interview gesprochen.

Als Moore über seine persönlichen Erfahrungen mit Sega nachdachte, enthüllte er Edge Game Changers (via GamesRadar), dass er zum Zeitpunkt des Starts von Dreamcast nicht viel über Videospiele wusste. Zuvor hatte er seinem Sohn einen Sega Saturn gekauft, einen Kauf, den er als „die schlechtesten 500 Dollar, die ich je ausgegeben hatte“ bezeichnete. Ihm wurde rasch klar, dass die Konsole auf längere Sicht nicht viel Unterstützung von den Videospiele-Software-Herstellern erhalten würde.

Die Traumkonsole hatte am amerikanischen Markt keine Chance

Peter Moore wurde zum Präsidenten von Sega of America ernannt und berichtete, wie er in die Marke eintauchte, um sie besser zu verstehen, insbesondere im Vergleich zu seinem Rivalen Nintendo. Er hob hervor, wie Sega stolz darauf war, „irgendwie respektlos, der Anti-Nintendo“ zu sein, und wie es sich typischerweise in Richtung einer älteren Bevölkerungsgruppe neigte, um sich auf dem Markt „zu differenzieren“, insbesondere mit der Dreamcast-Konsole.

Sega Dreamcast: Controller, Konsole und VMU (C) Sega

Sega Dreamcast: Controller, Konsole und VMU (C) Sega

Als die Konsole zum ersten Mal veröffentlicht wurde, betonte Moore, wie sie mit einer soliden Reihe von Starttiteln einen guten Start hinlegte. Sega verkaufte jede ausgelieferte Konsole und es kam zu Engpässen. Mit dem Marktstart der Sony PlayStation 2 kamen „Angst, Unsicherheit und Zweifel“ und das Ende der Dreamcast.

Sega Dreamcast: „Legends will never die“

Die letzte Sega-Konsole hat bis heute ihr Fans und das nicht ohne Grund, doch gegen die Marketingschiene von Sony hatte Sega damals keine Chance. Auch die interne Spieleentwicklung war bemerkenswert chaotisch, wie Moore ausführt. So machten Entwickler was sie wollten, ohne die Tochtergesellschaften wie Sega of America hinzubeziehen. Die Kommunikation war sehr schwierig – nicht so ausgegoren wie beim Start des Mega Drive in den USA – und Spiele wurden präsentiert, als sie sich in einem Alpha-Zustand befunden haben. Sega hatte damals 9 interne Entwicklerstudios, die auf diese Weise an Projekten arbeiteten.

Trotz dieses Problems wies Moore darauf hin, wie Sega mit der Dreamcast erfolgreich Online-Spiele für eine breitere, reifere Bevölkerungsgruppe geöffnet hat. Dieses Publikum, verbunden mit der zunehmenden Popularität von Grand Theft Auto, machte ihm klar, dass „dies der Weg der Branche war“. Die bei Sega produzierten Spiele waren jedoch tief in der japanischen Kultur verwurzelt und spiegelten nicht das Wachstum und die Popularität von mehr erwachsenen westlichen Spielen und Geschmäcken wider.

„[…] alles beinhaltete Samuraischwerter oder Ninjas oder Fisch oder Fantasie. Ja, wir haben es auf jeden Fall kommen sehen.“

Ursprünglich 1998 in Japan veröffentlicht, sollte die Konsole fast ein Jahr später im Westen eintreffen. Die Sega Dreamcast wurde am 9. September 1999 in Amerika und am 14. Oktober 1999 in Europa veröffentlicht. Sie wurde schließlich am 31. März 2001 eingestellt. Im Jahr 2001 zog sich Sega vollständig aus dem Konsolengeschäft zurück, obwohl jüngste Spekulationen darauf hindeuten, dass man möglicherweise an der Veröffentlichung eines Dreamcast Mini interessiert ist.

Peter Moore war nach Sega of America bei Microsoft beschäftigt und u.a. für die Spielekonsolen Xbox und Xbox 360 zuständig. 2007 bis 2011 war er Leiter der EA Sports-Division von EA, 2012 wurde er zum COO von EA ernannt.