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Artikel von Markus Bauer +
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Die Gaming-Branche hat in den letzten Jahren vor allem eine hässliche Seite gezeigt. Entlassungen, Studioschließungen, eingestellte Projekte, steigende Preise und unsichere Zukunftspläne. Gerade bei großen Publishern und Plattformhaltern mussten viele Entwickler erleben, dass Erfolg nicht automatisch Sicherheit bedeutet. Aber was macht Nintendo? Nun, die sind anders. Präsident Shuntaro Furukawa bestätigte im Rahmen der 86. ordentlichen Hauptversammlung in Kyoto, dass das Unternehmen die Grundgehälter für Mitarbeiter in Japan um 10 Prozent erhöht hat beziehungsweise entsprechende Gehaltsanpassungen umsetzt.

Das klingt erst einmal wie eine nüchterne Personalentscheidung. Im aktuellen Zustand der Branche wirkt es aber deutlich größer.

Laut Berichten wurde Furukawa bei der Aktionärsversammlung unter anderem zur Bezahlung der Mitarbeiter gefragt (via NStyles auf X.com). Seine Antwort fiel klar aus: Nintendo halte die Gehälter auf einem angemessenen Niveau und sehe eine faire Vergütung als wichtig an. Als Beispiel nannte er eine Erhöhung der Grundgehälter. Der Punkt dahinter ist offensichtlich: Nintendo will seine Leute halten. Gerade in Japan, wo große Entwicklerstudios langfristig planen und erfahrene Teams einen enormen Wert haben, ist Mitarbeiterbindung entscheidend. Nintendo lebt von Marken wie Super Mario, The Legend of Zelda, Pokémon und Co. Diese Marken entstehen nicht nur durch Budgets, sondern durch Menschen, die über Jahre hinweg wissen, wie Nintendo-Spiele funktionieren müssen.

Genau deshalb ist diese Gehaltserhöhung mehr als eine Zahl. Sie zeigt, dass Nintendo seine Entwickler und Mitarbeiter nicht nur als Kostenfaktor betrachtet.

Ein Kontrast zur restlichen Gaming-Branche

Der Zeitpunkt macht die Meldung besonders interessant. Viele große Unternehmen der Branche haben in den vergangenen Jahren Personal abgebaut. Große Namen, darunter Microsoft, Sony, Electronic Arts, Ubisoft, Embracer und viele weitere Firmen standen wegen Entlassungen, Umstrukturierungen oder gestrichener Projekte in den Schlagzeilen.

Nintendo Switch (1) und Switch 2 verkaufen sich wie warme Semmeln. Grund genug für mehr Gehalt für das Personal? - Bilder: Nintendo - Montage

Nintendo Switch (1) und Switch 2 verkaufen sich wie warme Semmeln. Grund genug für mehr Gehalt für das Personal? – Bilder: Nintendo – Montage

Nintendo wirkt daneben fast altmodisch. Das Unternehmen wächst vorsichtiger, übernimmt seltener riskant und hält seine internen Strukturen vergleichsweise stabil. Das ist nicht immer spektakulär, aber langfristig oft robuster.

Natürlich ist Nintendo kein perfektes Unternehmen. Fans kritisieren weiterhin hohe Spielepreise, strenge Rechtsdurchsetzung gegen Fanprojekte und Emulatoren, langsame Online-Funktionen oder fragwürdige Entscheidungen rund um Verfügbarkeit alter Spiele. Aber beim Umgang mit den eigenen Teams wirken die Japaner im Moment deutlich stabiler als viele ihrer Mitbewerber.

Switch 2, höhere Preise und trotzdem mehr Geld für Mitarbeiter

Spannend ist auch der Zusammenhang mit der Switch 2. Nintendo hat zuletzt höhere Hardware- und Servicepreise erklären müssen. Furukawa verwies bei der Hauptversammlung unter anderem auf gestiegene Halbleiterkosten. Gleichzeitig zeigt die Gehaltserhöhung, dass nicht nur Kunden mehr zahlen sollen, während intern gespart wird. Das wird viele Fans nicht automatisch beruhigen. Eine Preiserhöhung bleibt eine Preiserhöhung. Aber es macht einen Unterschied, ob ein Unternehmen gleichzeitig Mitarbeiter besser bezahlt oder nur Margen schützt.

Trotzdem sollte man die Gehaltserhöhung nicht romantisieren. Nintendo handelt nicht aus reiner Großzügigkeit. Der Wettbewerb um erfahrene Entwickler ist hart. Moderne Spiele werden größer, teurer und komplexer. Wer gute Teams halten will, muss bezahlen. Gerade nach dem erfolgreichen Start der Switch 2 kann Nintendo es sich leisten, stärker in Mitarbeiterbindung zu investieren.

Außerdem ist noch nicht in allen Details klar, wie breit und aktuell diese Erhöhung greift. Berichte beziehen sich auf japanische Mitarbeiter und auf Aussagen aus der Aktionärsversammlung. Für Nintendo of Europe oder andere internationale Bereiche ist daraus nicht automatisch dasselbe abzuleiten.

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