Marvel’s Wolverine wird online zerrissen und verkauft sich trotzdem großartig
Schwache Kritiken und Spott in sozialen Medien scheinen Logan kaum zu bremsen. Eine Analyse sieht bereits 1,9 Millionen Verkäufe nach drei Tagen.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Marvel’s Wolverine hatte keinen einfachen Start. Die Kritiken fielen für ein Spiel von Insomniac Games ungewöhnlich verhalten aus, in sozialen Medien wurden einzelne Szenen und Gameplay-Entscheidungen teilweise massiv verspottet. Verkauft hat sich Logan offenbar trotzdem hervorragend.
Nach Schätzungen von Alinea Analytics wurden innerhalb der ersten drei Tage rund 1,9 Millionen Exemplare von Marvel’s Wolverine auf PS5 verkauft. Daraus sollen etwa 130 Millionen US-Dollar Umsatz entstanden sein. Allein rund eine Million Verkäufe entfielen laut der Analyse auf digitale Vorbestellungen.
Wichtig ist allerdings: Sony Interactive Entertainment und/oder Insomniac Games haben diese Verkaufszahlen bislang nicht offiziell bestätigt. Es handelt sich um Marktschätzungen.
Wolverine überholt Death Stranding 2 nach nur drei Tagen
Besonders auffällig wird der Start im Vergleich mit anderen PlayStation-Spielen. Alinea schätzt, dass Death Stranding 2 auf PS5 bislang rund 1,8 Millionen Exemplare verkauft und etwa 129 Millionen Dollar Umsatz erzielt hat. Wolverine hätte diesen Umsatz demnach innerhalb von nur drei Tagen bereits übertroffen.
Auch andere aktuelle PlayStation-Veröffentlichungen liegen laut den Schätzungen dahinter. Wolverine soll auf PS5 schneller gestartet sein als Ghost of Yōtei, Astro Bot, Stellar Blade oder Rise of the Ronin. Innerhalb des Jahres 2026 sei das Spiel bereits eines der umsatzstärksten neuen PS5-Spiele.
Ganz an Insomniacs größten Erfolg kommt Logan allerdings nicht heran. Marvel’s Spider-Man 2 verkaufte laut offiziellen Sony-Zahlen bereits innerhalb der ersten 24 Stunden mehr als 2,5 Millionen Exemplare. Wolverine benötigt laut Alinea drei Tage für geschätzte 1,9 Millionen.

Marvel’s Wolverine rockt trotz der Kritik die Verkaufscharts der PlayStation 5. – Bild: Sony Interactive Entertainment, Insomniac Games, Marvel
Die Kritik scheint viele Käufer kaum interessiert zu haben
Gerade dieser Unterschied zwischen öffentlicher Diskussion und tatsächlichen Verkäufen ist interessant. Marvel’s Wolverine erreichte bei Metacritic zum Launch lediglich 77 von 100 Punkten. Für ein großes Insomniac-Spiel ist das vergleichsweise niedrig. Auch online wurde unter anderem über die starke Spielerführung, einzelne Animationen und den Schwierigkeitsgrad diskutiert.
Kurz nach Release lag die Nutzerwertung im PlayStation Store jedoch bei 4,85 von 5 Sternen. Aktuell bei 4,76 bei über 39.000 Bewertungen. Der Unterschied zwischen Online-Diskussion, Kritikerwertungen und tatsächlichen Käufern wird durch die Verkaufszahlen nun noch interessanter.
Alinea sieht dafür einen einfachen Grund: Wolverine erreicht offenbar ein wesentlich breiteres Publikum als jene Spieler, die sich intensiv an Diskussionen auf Reddit, Instagram, X und Co beteiligen. Besonders groß sei die Überschneidung mit anderen Superheldenspielen. 82 Prozent der bisherigen Wolverine-Käufer sollen beispielsweise bereits das erste Marvel’s Spider-Man gespielt haben, 70 Prozent Spider-Man 2.
Fast jeder vierte Dollar stammt aus physischen Verkäufen
Auch die Verteilung zwischen digital und physisch ist interessant. Laut Alinea stammen 22,9 Prozent des bisherigen Umsatzes aus physischen Verkäufen. Der deutlich größere Teil entfällt damit, wenig überraschend, auf digitale Käufe im PlayStation Store. Die USA sind dabei mit Abstand der wichtigste Markt. Laut der Analyse kommen 53 Prozent der bisherigen Spieler aus den Vereinigten Staaten. Großbritannien folgt mit sieben Prozent, Frankreich mit fünf Prozent und Kanada mit vier Prozent.
Ob Marvel’s Wolverine dieses Tempo halten kann, ist allerdings offen. Der starke Start beinhaltet viele Vorbestellungen und Käufer, die ohnehin großes Interesse an Marvel oder Insomniacs Spielen hatten. Entscheidend wird sein, wie sich das Spiel über die kommenden Wochen und das Weihnachtsgeschäft verkauft.
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Für den Moment zeichnet sich trotzdem ein interessantes Bild ab. Marvel’s Wolverine wird online deutlich stärker kritisiert, als es die Verkaufszahlen vermuten lassen. Sollte die Schätzung von 1,9 Millionen Exemplaren stimmen, hat Logan innerhalb von drei Tagen bereits einen der stärksten PlayStation-Starts des Jahres hingelegt.
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