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F1 2021 (PC) – Game Review

Wir haben den Genreprimus unter den F1-Rennspielen auf Herz und Nieren getestet. Warum wir denken, dass F1 2021 trotz flacher Handlung und (altbekannter) Mängel das beste F1-Spiel aller Zeiten ist lest ihr in unserer ausführlichen Review!

F1 2021 © Codemasters, EA SPORTS

Das Wichtigste in Kürze

  • Das bislang beste F1 von Codemasters
  • Überarbeiteter Karrieremodus motiviert jetzt auch zu zweit über weite Strecken hinaus
  • Bugs und Systemabstürze trüben allerdings den Spielspaß
  • Storymodus "Braking Point" bewegt sich nur im Mittelfeld

Die heurige Formel 1 Saison ist so spannend wie schon lange nicht mehr. Mit Max Verstappen und Lewis Hamilton treffen zwei ebenbürtige Rennfahrer aufeinander, die um jeden Zentimeter kämpfen. Doch bevor das Duell der beiden Kontrahenten in die nächste Runde gehen kann, müssen sich F1‑Fans noch 1‑2 Wochen gedulden. Wer die Spannung bis zum “Großen Preis von Ungarn” jetzt schon nicht mehr aushält oder die Räderduelle seiner beiden Vorbilder selber einmal nachspielen möchte, hat mit F1 2021 jetzt die Gelegenheit dazu. Aber kann nach dem überragenden Erfolg von F1 2020 der jüngste Ableger der Reihe in dessen Fußstapfen treten? Dazu haben wir das neueste Formel 1-Spiel von Codemasters und EA für euch ganz genau unter die Lupe genommen.

Das realistischste F1 in der Geschichte von Codemasters

Nach dem bereits großartigen F1 2020 war es schwer, mit dem jüngsten Ableger der Serie noch eins draufzusetzen. Doch gerade in puncto Realismus holt F1 2021 nicht nur gehörig auf, sondern sichert sich auch einen direkten Platz am Podium.

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Schadensmodell und Safety Car

Nach einigen Runden bilden sich Bläschen auf unseren Pneus. © Codemasters, EA SPORTS

Nach einigen Runden bilden sich Bläschen auf unseren Pneus. © Codemasters, EA SPORTS

Eines der wohl größten Highlights ist das von Codemasters überarbeitete Schadensmodell. Bei maximalen Einstellungen lassen sich jetzt nicht nur Heckspoiler, Seitenkästen und Unterböden fachgerecht in ihre Einzelteile zerlegen, sondern zu harte Bremsmanöver oder ein Schlittern entlang der Planke kann auch schon einmal mit einem zerfetzten Reifen enden. Besonders gut hat uns im Test gefallen, dass höherkantige Curbs jetzt auch in der Lage sind, den Unterboden zu beschädigen. (Tipp: Bei vollständig aktiviertem Schadensmodell einfach mal Kurve 15 in Baku schneiden.) Dass das neue Schadensmodell nicht nur kosmetische Auswirkungen hat, sondern schon kleinste Schäden am Frontflügel dramatische Auswirkungen auf unsere Kurvenlage haben können, erklärt sich eigentlich fast schon von alleine.

Die vielen Trümmer auf der Strecke sehen nicht einfach nur schick aus, sondern führen in F1 2021 auch zur Notwendigkeit des Safety Cars. © Codemasters, EA SPORTS

Die vielen Trümmer auf der Strecke sehen nicht einfach nur schick aus, sondern führen in F1 2021 auch zur Notwendigkeit des Safety Cars. © Codemasters, EA SPORTS

Neu ist in F1 2021 auch, dass die Anzahl an frei umherliegenden Trümmerteilen auf der Strecke Auswirkungen auf die Safety Car-Phase hat: Je nachdem, wie hoch wir diese Einstellung (Aus, Reduziert, Standard, Erhöht) vor dem Rennen festlegen, entscheidet sich, ob schon bei wenigen Trümmern auf der Strecke oder erst nach einer Massenkarambolage ein (virtuelles) Safety Car zum Einsatz kommt.

Gameplay und KI

Vor allem am Reifen- und Aerodynamikmodell als auch an der KI versprach Codemasters umfangreiche Änderungen, die uns das Wagen-Setup der beiden letzten Jahre zunichtemachen sollten. Und in der Tat konnten wir hier eine spürbare Besserung – hin zu mehr Realismus – feststellen: So schlittern wir entlang der überarbeiteten Curbs, müssen in langsamen Kurven sparsamer mit dem Gaspedal umgehen und werden in schnellen Passagen auch schon mal bis an den äußeren Rand getragen. Schön: Zwischen vollwertigen Rennstrecken und Stadtkursen gibt es nun auch einen deutlichen Unterschied, was den Grip anbelangt.

Die überarbeitete KI führt in F1 2021 zu deutlich packenderen Duellen. © Codemasters, EA SPORTS

Die überarbeitete KI führt in F1 2021 zu deutlich packenderen Duellen. © Codemasters, EA SPORTS

Endlich wurde auch die KI verbessert und verspricht harte, aber faire Zweikämpfe, die von Spielern bereits ein paar Kurven im Voraus geplant werden müssen. Hoffnungslose Manöver seitens der KI gehören mit F1 2021 ebenso der Vergangenheit an wie unüberrundbare Gegner – die jetzt deutlich mehr Platz machen.

Die allgegenwärtigen Mikroruckler bei der Steuerungsübergabe oder im Zwei‑Spieler-Modus trübten jedoch den Spielspaß nachhaltig, weshalb wir auch beim Gameplay um 1 Punkt abwerten mussten.

Steuerung und Schwierigkeitsgrade

Egal ob mit dem Gamepad oder per Lenkrad: F1 2021 fährt sich großartig! Dank der zuschaltbaren Fahrhilfen ist die Steuerung sowohl für Rennsportneulinge als auch F1‑Veteranen hervorragend umgesetzt. Die vielen Einstellmöglichkeiten bei Gameplay und KI (durchgängig einstellbar von 0 Sehr leicht bis 110 Ultimativ) erlaubten im Test auch völlig unerfahrenen Spielern, in unter einer Stunde mit durchaus passablen Rundenzeiten in die Punkteränge zu fahren. Mit abgeschalteten Fahrhilfen, aktivierter Experteneinstellungen und dem KI-Schwierigkeitsgrad Experte (80 ‑ 89) gerieten jedoch auch wir alsbald ins Schwitzen.

Der KI-Schwierigkeitsgrad lässt sich in F1 2021 stufenlos von 0 (Sehr leicht) bis 110 (Ultimativ) konfigurieren. © Codemasters, EA SPORTS

Der KI‑Schwierigkeitsgrad lässt sich in F1 2021 stufenlos von 0 (Sehr leicht) bis 110 (Ultimativ) konfigurieren. © Codemasters, EA SPORTS

Insgesamt bleibt aber festzuhalten, dass die F1‑Serie von Codemasters nie den Anspruch gestellt hat, eine Hardcore-Simulation sein zu wollen. Damit macht auch der jüngste Ableger in diesem Jahr keine Ausnahme. F1 2021 ist aber so nahe dran wie kaum ein Serienteil davor und gilt als Musterbeispiel unter den Hybrid-Rennspielen – wie der Spagat aus Realismus und Zugänglichkeit für die E‑Sport-Szene auszusehen hat.

Aufgrund von Force Feedback-Ausfällen auf sehr vielen Systemen mussten wir allerdings bei der Steuerung um 1 Punkt abwerten.

Optik und Streckendesign

Das hervorragend am Streckenrand gestaltete Publikum nahmen wir als starken Kontrast zu den doch "sehr einheitlich wirkenden" Fans auf der Tribüne wahr. © Codemasters, EA SPORTS

Das hervorragend am Streckenrand gestaltete Publikum nahmen wir als starken Kontrast zu den doch “sehr einheitlich wirkenden” Fans auf der Tribüne wahr. © Codemasters, EA SPORTS

Auch wenn man die optischen Neuerungen von F1 2021 fast schon mit der Lupe suchen muss, wurden dennoch umfassende Änderungen an der Farbgestaltung, Umgebung und bei Regenrennen vorgenommen, sowie alle Strecken einem ausgiebigen Facelift unterzogen – was enorm zur Immersion des Spiels beiträgt, wie man im Vergleichsvideo des professionellen Simracer “SimFahrer” sehr schön erkennen kann:

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Die überarbeitete Skybox, Licht- und Nebelverhältnisse, 3D-Grasbüschel neben sowie vereinzelt platzierte Regenpfützen auf der Strecke sorgen insgesamt für ein viel realistischeres Erlebnis. Dass sich aber auch das Streckendesign von F1 2021 nicht länger hinter seinen realen Vorbildern zu verstecken braucht, zeigen die Vergleichsaufnahmen von “SimFahrer” aus Bahrain:

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Sound

Durchwegs positiv empfanden wir auch die Neuerungen beim Sound: So ist das Pfeifen des Turboladers in der TV-Perspektive ebenso wahrnehmbar wie die vom Helm gedämpften Geräusche in der Cockpitansicht. Auch wenn dank intensiver Zusammenarbeit mit der F1 sich die Motorensounds laut Codemasters so real wie nur irgend möglich anhören sollen, bleibt festzuhalten, dass der Sound der TV‑Kamera-Ansicht im Spiel sich von dessen Pendant aus dem Fernsehen doch deutlich unterscheidet. Laut Codemasters liegt das an den unterschiedlichen Platzierungen der Mikrofone. Und in der Tat: Wer schon einmal Live-Cockpitaufnahmen auf YouTube miteinander verglichen hat, wird schnell feststellen, dass nahezu keine Aufnahme der anderen gleicht. Positiv fielen uns auch die deutlich unterscheidbaren Motorensounds der vier verschiedenen Hersteller auf.

Die vielen Einstellmöglichkeiten beim Sound lassen uns F1 2021 beinahe wie vor dem Fernseher genießen. © Codemasters, EA SPORTS

Die vielen Einstellmöglichkeiten beim Sound lassen uns F1 2021 beinahe wie vor dem Fernseher genießen. © Codemasters, EA SPORTS

Deutscher Kommentar und Boxenfunk gefielen uns in F1 2021 weniger gut. Wir legen daher jedem F1-Fan nahe, hier auf die wirklich sehr gut gelungene Sprachausgabe aus England (die übrigens mit deutscher Spracheingabe hervorragend harmoniert) umzustellen und bei Bedarf mit deutschen Untertiteln zu spielen. Da fällt es auch kaum auf, dass in der englischen Version der Audioname unseres selbst erstellten Fahrers nicht mit jenem aus der deutschen Fassung übereinstimmt.

F1 2021 – Braking Point: Zu große Erwartungen

Die Story rund um Braking Point hätte das große Verkaufsargument von F1 2021 sein sollen – und Lead Designer “Lee Mather” wurde nicht müde in jedem Interview zu betonen, wie großartig das Team von Codemasters mit professionellen Drehbuchautoren und CGI-Kreatoren zusammengearbeitet hat, um die F1‑Reihe mit einer fantastischen Story zu erweitern und ein In‑Game-Erlebnis ähnlich der Netflix-Dokuserie “Formula 1: Drive to Survive” zu erschaffen. Dementsprechend groß waren die Erwartungen. Doch wird Braking Point diesen auch gerecht?

Den durchwachsenen Charakteren von Braking Point standen wir auch eher skeptisch gegenüber. © Codemasters, EA SPORTS

Den durchwachsenen Charakteren von Braking Point standen wir auch eher skeptisch gegenüber. © Codemasters, EA SPORTS

Worum geht es in Braking Point?

Braking Point setzt uns zu Beginn des Spiels in den F2-Boliden des Youngstars “Aiden Jackson”, der mit einem Sieg im letzten Rennen der Saison die Meisterschaft gewinnen soll. Nachdem wir seinen Boliden sicher aufs Siegertreppchen gesteuert und Aiden Geschichte geschrieben hat, werben (mit AlphaTauri, Aston Martin, Alfa Romeo, Haas und Williams) gleich fünf F1-Teams um die Gunst des potenziellen Superstars. Mit “Casper Akkerman” als 1. Fahrer im Team fahren wir zudem Seite‑an‑Seite mit unserem Idol aus Kindheitstagen. Doch die Beziehungen zum kühlen Niederländer (dessen Persönlichkeit und Haarstil durchaus Ähnlichkeiten mit einem gewissen Kimi Raikonnen aufweisen) wollen nicht so recht und als auch noch (Antagonist aus F1 2019 und F1-Sophomore des mit uns konkurrierenden Rennstalls) “Devon Butler” mit auf den Plan rückt, um zwischen Altmeister und Rookie zu intrigieren, ist großer Ärger bereits vorprogrammiert.

Wie spielt sich nun Braking Point? [spoilerfrei]

Anders als erwartet. Die Story ist sehr linear, folgt fest vorgegebenen Metriken und geht kaum auf individuelle Ergebnisse ein: In einem Rennen mussten wir zum Beispiel aufs Podium fahren. Allerdings erfüllten wir das Ziel nicht bloß, wir wurden sogar Erster. Die Story geht jedoch nur auf unsere Podestplatzierung ein. Es kommt äußerst selten vor, dass in den Interviews nach dem Rennen oder in den E‑Mails, die wir oftmals im Anschluss vom Teamchef erhalten, auf eine “schnellste Runde” oder ein “besseres Ergebnis als vorgegeben” eingegangen wird. Auf die Story hat das aber keinerlei Auswirkungen.

Die unterschiedlichen Herausforderungen in den Rennen machen Spaß. Schade nur, dass wir in Braking Point weder Training noch Qualifying fahren dürfen. © Codemasters, EA SPORTS

Die unterschiedlichen Herausforderungen in den Rennen machen Spaß. Schade nur, dass wir in Braking Point weder Training noch Qualifying fahren dürfen. © Codemasters, EA SPORTS

Die Handlungsstränge von Braking Point sind ausschließlich über Rennen miteinander verknüpft. Freies Training oder Qualifying dürfen wir nicht fahren. Darüber hinaus ist in unseren E‑Mails oft von Nachbesprechungen, Presseterminen oder Fotoshootings die Rede. Daran teilnehmen, oder auch mal E‑Mails beantworten, dürfen wir auch in diesem Fall nicht.

Die Handlung von Braking Point ist indes okay, aber nicht atemberaubend. Für das, was das Setting hätte hergeben können, und aufgrund der großen Erwartungshaltung, die Codemasters im Vorfeld in uns gesponnen hat, wirkt das Endergebnis allerdings ernüchternd. Braking Point kommt seinem Vorbild “Drive to Survive” bestenfalls so nahe wie ein “AlphaTauri” einem “Mercedes”, die Charaktere wirken viel zu überzogen, verhalten sich nicht glaubwürdig genug und bestenfalls wie in einem Teenie-Drama – anstelle von erwachsenen F1‑Fahrern.

Braking Point eignet sich hervorragend als Einstieg für Spieler, die mit Rennspielen jetzt noch nicht so sehr vertraut sind, aber F1-Luft schnuppern möchten. Aufgrund des vergebenen Potenzials bei der Handlung und weil diese zum Schluss hin doch noch etwas besser wird, vergeben wir für Story 7 von 10 Punkten.

(Zwei‑Spieler-)Karriere und MyTeam

Im Karrieremodus können wir gemeinsam mit einem Freund endlich Seite-an-Seite unsere F1-Karriere starten. © Codemasters, EA SPORTS

Im Karrieremodus können wir gemeinsam mit einem Freund endlich Seite‑an‑Seite unsere F1-Karriere starten. © Codemasters, EA SPORTS

Im Karrieremodus von F1 2021 haben wir die Möglichkeit, unseren Traum von einer eigenen Formel-Karriere zu leben. Wahlweise steigen wir in die F2 oder gleich direkt in die F1 ein. Entscheiden wir uns für Ersteres, dürfen wir aus einer Reihe bevorzugter F1-Teams auswählen. Sollten wir nach erfolgreicher F2-Saison einen Vertrag bei einem dieser Teams unterschreiben, dann kriegen wir Extrapunkte – die haben wir auch bitter nötig, wenn wir uns hochleveln wollen, um mit den Besten der Besten mithalten zu können.

Während wir in der F2 außer dem Checken von E‑Mails und dem Absolvieren von Testfahrten (die bei erfolgreichen Abschlüssen wiederum Extrapunkte bringen) nicht viel über die Rennwochenenden hinaus zu tun haben, müssen wir uns in der Formel 1 zusätzlich um Forschung & Entwicklung kümmern und können (sofern in den Einstellungen aktiviert) Interviews beantworten – die abhängig von der Wahl unserer Antwort einen Entwicklungsboost auf eine unserer 4 Entwicklungsabteilungen bringen können.

Mit "Echter Saisonbeginn" können wir im Karrieremodus an einem beliebigen Punkt der laufenden F1-Saison einsteigen. © Codemasters, EA SPORTS

Mit “Echter Saisonbeginn” können wir im Karrieremodus an einem beliebigen Punkt der laufenden F1-Saison einsteigen. © Codemasters, EA SPORTS

Entscheiden wir uns von vorneweg für die F1, steht uns mit “Echter Saisonbeginn” eine Neuerung bei der Vorauswahl zur Verfügung: Hier können wir an einem beliebigen Punkt in die laufende Formel 1-Saison einsteigen, um die realen Meisterschaftspunkte unseres gewählten Fahrers zu übernehmen.

In der ebenfalls neu hinzugefügten Zwei‑Spieler-Karriere dürfen wir gemeinsam mit einem Freund in die Formel 1 starten, um dort entweder zusammen immer im gleichen Team (Zweispielerformat: Co‑Op) oder wahlweise auch mal bei der Konkurrenz zu fahren (Zweispielerformat: Verträge). “Echter Saisonbeginn” oder ein “gemeinsamer Start in die Formel 2″ stehen uns in der Zwei‑Spieler-Karriere ebenso wenig zur Verfügung wie die Rückspulfunktion nach einem Crash. Im Training oder Qualifying hatten wir zwar keine Verbindungsprobleme, mussten aber im Rennen aufgrund eines Mikrorucklers (und trotz eingeschalteten Schadens) mitansehen, wie das Starterfeld durch uns hindurch fuhr und wir vom zweiten Startplatz auf den letzten durchgereicht wurden. Einziger Wermutstropfen: Wir erlitten dabei keinen Schaden, konnten aber auch das Rennen nicht neu starten. Hier wäre es schön, wenn Codemasters noch nachbessern könnte, um auf Dauer Frust zu vermeiden.

Bei MyTeam können wir uns mit unserem eigenen Rennstall gleichzeitig als F1-Fahrer und Teamchef versuchen. © Codemasters, EA SPORTS

Bei MyTeam können wir uns mit unserem eigenen Rennstall gleichzeitig als F1-Fahrer und Teamchef versuchen. © Codemasters, EA SPORTS

Mit MyTeam können wir in die Fußstapfen von Emerson Fittipaldi und Co treten und gleichzeitig Teamchef und Fahrer unseres eigenen Rennstalls werden. Neben bereits bekannter Inhalte aus dem Karrieremodus müssen wir hier zudem mit dem Abschluss neuer Sponsorenverträge unser Teambudget im Auge behalten, Motorenverträge abschließen, einen zweiten Fahrer engagieren und Pressetermine (bei Bedarf auch automatisch) planen. Käufer der Deluxe Edition haben hier mit Michael Schumacher, Ayrton Senna, Alain Prost, Jenson Button, Nico Rosberg, David Coulthard und Felipe Massa sieben legendäre Fahrer als Zweitfahrer ihres Teams zur Auswahl. “Echter Saisonbeginn” steht für den MyTeam-Modus allerdings nicht zur Verfügung.

Forschung & Entwicklung

In F1 2021 erfuhr die F&E ein umfangreiches Upgrade von Codemasters. © Codemasters, EA SPORTS

In F1 2021 erfuhr die F&E ein umfangreiches Upgrade von Codemasters. © Codemasters, EA SPORTS

Wie wir in unserer Vorberichterstattung bereits ausführlich erläutert haben, wurde die Forschung & Entwicklung von Codemasters einigen Änderungen unterzogen: Das F&E-Menü wirkt in F1 2021 jetzt viel aufgeräumter und informativer. Außerdem fanden dank Entwicklungsboni (bieten mehr Abwechslung) und schneller Trainings (erleichtern den F1-Alltag vor allem bei langjährigen Karrieren) einige sinnvolle Erweiterungen ihren Weg ins Spiel.

Multiplayer

F1 2021 wartet mit umfangreicher Multiplayermodi auf. © Codemasters, EA SPORTS

F1 2021 wartet mit umfangreicher Multiplayermodi auf. © Codemasters, EA SPORTS

Der Mehrspielermodus in F1 2021 ist umfangreich und bietet neben den fast schon obligatorischen Rennen im lokalen Netzwerk zudem ungewertete Rennen (Freundschaftsspiel), Ranglistenspiele (mit aktiviertem Schaden), (von Spielern erstellte) Ligen und das öffentliche Event. Während wir bei den Fahrhilfen in Freundschafts- oder Ranglistenspielen weitestgehend freie Hand haben, stehen uns diese bei öffentlichen Events an echten Rennwochenenden nur im geringen Ausmaß zur Verfügung: Denn hier müssen wir an den jeweiligen Tagen auch tatsächlich das Freie Training, Qualifying und Rennen im Multiplayermodus (mit aktiviertem Schaden) absolvieren, um – abhängig von unserer Platzierung – jede Menge Erfahrungspunkte (EP) abzustauben. Aber vor allem die Wertungsrennen bei den öffentlichen Events führten dank einiger Bugs zu Frust bei den Fans.

Splitscreen

Im Splitscreen-Modus haben wir die Möglichkeit zu zweit einzelne Rennen, Rennwochenenden oder gar ganze F1- oder F2-Meisterschaften gemeinsam zu fahren. Fahrhilfen und Kameraeinstellung sind dabei individuell konfigurierbar – womit es auch ungeübteren Spielern möglich ist, gegen Asphaltvirtuosen anzutreten. Die Rückspulfunktion ist im Splitscreen-Modus jedoch deaktiviert.

Podium Pass – Ein Hauch Fortnite in F1 2021

Über den "Podium Pass VIP" kommen wir auch in F1 2021 wieder an einzigartige Items für unsere selbst erstellten Fahrer – wie hier etwa an den "INTERGALACTIC"-Rennanzug. © Codemasters, EA SPORTS

Über den “Podium Pass VIP” kommen wir auch in F1 2021 wieder an einzigartige Items für unsere selbst erstellten Fahrer – wie hier etwa an den “INTERGALACTIC”-Rennanzug. © Codemasters, EA SPORTS

Mit dem bereits aus F1 2020 bekannten “Podium Pass” sorgt Codemasters auch dieses Jahr wieder für eine Reihe an zusätzlichen Items für unsere selbst erstellten Fahrer in Single- und Multiplayerrennen. Das Konzept ist dabei dem “Battle Pass” aus dem Gratis‑Game Fortnite nicht unähnlich: Über gewonnene Herausforderungen oder gute Platzierungen erhalten wir Erfahrungspunkte (EP) – durch diese steigen wir im Level auf. Mit (fast) jedem Levelaufstieg erhalten wir zusätzliche Items – welche sich von Season zu Season (eine Season dauert 8 Wochen) unterscheiden. Darüber hinaus gibt es mit dem “Podium Pass VIP” die Möglichkeit, mit ausnahmslos jedem Levelaufstieg an einzigartige Items zu gelangen. Der “Podium Pass VIP” kostet 9.000 Pit Coins (oder umgerechnet EUR 8,50), die sich entweder durch Levelaufstiege oder Echtgeld erwerben lassen. Während sich beim “Podium Pass” pro Season nur 2.500 Pit Coins erleveln lassen, kommen beim “Podium Pass VIP” nochmals 7.500 Pit Coins hinzu. Im Vergleich zu Spielen wie Fortnite oder Fall Guys wirkt das Verhältnis allerdings unausgewogen, wenn man sich die Preise der “täglichen” oder “wöchentlichen Items” im Item Shop einmal genauer ansieht: Hier beträgt die Preisspanne zwischen 1.250 Pit Coins (EUR 1,25) und 2.000 Pit Coins (EUR 2,‑).

F1 2021 im Technikcheck: Mit Raytracing, DLSS 2.2.9.0 und FidelityFx zum Sieg?

Laut NVIDIA sollen RTX-Grafikkarten in F1 2021 eine Performancesteigerung von 65 Prozent erreichen. © NVIDIA

Laut NVIDIA sollen RTX-Grafikkarten in F1 2021 eine Performancesteigerung von 65 Prozent erreichen. © NVIDIA

Mit eingeschaltetem Raytracing (eine Form der Echtzeitberechnung von Schatten und Reflexionen), DLSS 2.2.9.0 (intelligentes KI‑Upsampling für eine bessere Performance) und FidelityFx (eine Funktion von AMD-Grafikprozessoren zum Nachschärfen) sorgt Codemasters in F1 2021 für einige technische Verbesserungen im Spiel. Laut NVIDIA sollen RTX-Grafikkarten gar eine Performancesteigerung von bis zu 65 Prozent erreichen.

Und in der Tat konnten wir bei unserem Testsystem 1 (Intel Core i7‑7700K, 4x 4.2GHz, NVIDIA GeForce RTX 2080 Ti, 16 GB DDR 4, Win 10 Home) F1 2021 auf unserem Curved UltraWide-Monitor mit maximalen Details und einer Auflösung von 3440 x 1440 mit durchschnittlich 94 FPS genießen.

Bei unserem Testsystem 2 (AMD FX‑8320, 4x 3.5GHz, NVIDIA GeForce GTX 760, 12 GB DDR 3, Win 10 Pro) unterschritten wir zwar die von Codemasters angegebenen Mindestanforderungen, konnten aber auch hier F1 2021 mit einer Auflösung von 1920 x 1200 auf der zweitniedrigsten Detailstufe immer noch flüssig spielen.

Leider fielen uns bei aktiviertem Raytracing, DLSS 2.2.9.0 und FidelityFx auch einige unangenehme Glitches auf (wie eine scheinbar regennasse Boxenausfahrt bei trockenem Wetter) – die wohl mitunter auch der Grund dafür sind, warum mit dem Release‑Update 1.04 von Codemasters Raytracing auf der PS5 temporär deaktiviert worden ist.

Einen VR‑Modus für passionierte Racer suchten wir hingegen vergeblich.

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Fazit zu F1 2021

Der Test zu F1 2021 hat mir wirklich einen Heidenspaß gemacht! Änderungen am Realismus, KI und dem Karrieremodus haben zu einer nochmaligen Steigerung der F1-Reihe zum Vorjahr beigetragen und werden sowohl Neueinsteiger als auch Serienveteranen noch lange begeistern. Mit Imola, Portimao und Jeddah werden zudem drei weitere großartige Strecken per Update nachgereicht – was ich als eine zeitgemäße und richtige Entscheidung von Codemasters empfinde.

Gut, dass Braking Point jetzt nicht das erhoffte Story-Spektakel war, für das wir es alle halten hätten sollen, ist zwar bedauerlich, war für ein reines Rennspiel aber zu erwarten. Dass auch die Grafik – trotz all des Next‑Gen-Schnickschnacks – jetzt nicht den großen Wurf hingelegt hat? Geschenkt. Warum deshalb die Classic Cars rausfliegen mussten, kann ich zwar nicht ganz nachvollziehen, aber hier vertraue ich einfach auf die Fertigkeiten der sehr aktiven Modder-Community.

Aber dass die schiere Anzahl an Bugs, trotz ausreichender Beta-Tests im Vorfeld, in einem AAA‑Racing-Titel ein derartiges Ausmaß annehmen konnte, sodass nicht nur ich in nahezu jedem (Multiplayer-)Rennen mit mindestens einem Fehler konfrontiert worden bin, sondern auch Spieler weltweit darunter leiden müssen, ist eigentlich unverzeihlich, gehört von Codemasters schleunigst behoben und wurde in der Bewertung auch dementsprechend abgestraft.

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ReviewWertung

8SCORE

Trotz einiger Schwächen die bislang beste F1-Rennsimulation von Codemasters. (Wegen Mikrorucklern und Ausfällen beim Force Feedback je 1 Punkt Abzug bei Steuerung und Gameplay.)

Detail-Wertung

Grafik

8

Sound

9

Gameplay

7

Story

7

Motivation

8

Steuerung

8

Multiplayer

7

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