Microsoft entlässt fast die Hälfte des Age of Empires-Teams: „Wir hatten große Pläne“
World’s Edge verliert zahlreiche Mitarbeiter und seinen Creative Director. Gleichzeitig übernimmt Activision mehr Kontrolle über Age of Empires.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Der große Xbox-Umbau trifft jetzt auch Age of Empires deutlich härter als zunächst bekannt. Microsoft hatte bereits bestätigt, dass World’s Edge künftig unter die Verantwortung von Activision fällt. Jetzt wird klar, welchen Preis das Studio für diese Neuordnung bezahlt: Laut Creative Director Adam Isgreen wurde knapp die Hälfte des Teams entlassen.
Isgreen selbst gehört zu den Betroffenen. In einem öffentlichen Beitrag auf LinkedIn verabschiedet er sich nach 16 Jahren bei Microsoft und spricht davon, dass neben ihm zahlreiche weitere Kollegen von den Kürzungen betroffen seien. Besonders bitter klingt dabei ein Satz: Das Team habe noch „große Pläne für das, was als Nächstes kommt“ gehabt.
Was genau damit gemeint ist, verrät Isgreen nicht. Ebenso wenig wissen wir derzeit, welche dieser Pläne nach dem Umbau weiterverfolgt werden. Microsoft hat keine einzelnen AoE-Projekte gestrichen oder die Zukunft der Reihe infrage gestellt. Trotzdem verliert World’s Edge innerhalb kürzester Zeit einen erheblichen Teil seiner Mannschaft und einen der wichtigsten Köpfe hinter der modernen Wiederbelebung der Echtzeit-Strategie-Reihe.
Adam Isgreen prägte Age of Empires über Jahre
Isgreen ist kein unbekannter Name innerhalb der Strategiespiel-Szene. Bereits in den 1990er-Jahren arbeitete er bei Westwood Studios an Spielen wie Command & Conquer: Red Alert. Später war er unter anderem an Star Wars: Empire at War beteiligt, bevor er 2010 zu Microsoft wechselte.
Dort arbeitete er im Laufe der Jahre an zahlreichen Xbox-Projekten, darunter Killer Instinct, ReCore und verschiedene Plattform-Initiativen. Besonders eng wurde sein Name zuletzt mit Age of Empires verbunden. Als Creative Director von World’s Edge war er an der Wiederbelebung der Reihe beteiligt, zu der die Definitive Editions, Age of Empires 4 und Age of Mythology: Retold gehören.

Age of Empires 4 mit Populations-Mods macht mir besonders Spaß. Immer wieder kehre ich ins Mittelalter zurück. – Bild: Microsoft (Screenshot: DailyGame)
World’s Edge entwickelt dabei nicht jedes Age of Empires-Spiel komplett alleine. Das Studio übernimmt vor allem die kreative und strategische Führung der Marke und arbeitet eng mit Partnerstudios wie Forgotten Empires oder Relic Entertainment zusammen. Gerade deshalb kann der Verlust erfahrener Führungskräfte Auswirkungen haben, die über die reine Zahl der gestrichenen Stellen hinausgehen.
Ausgerechnet jetzt wird das Age of Empires-Team verkleinert
Der Zeitpunkt fällt besonders auf, weil Age of Empires keineswegs wie eine brachliegende Marke wirkt. Microsoft hatte 2025 von inzwischen mehr als 70 Millionen Spielern innerhalb der gesamten Reihe gesprochen. Gleichzeitig bezeichnete das Unternehmen 2025 als das bis dahin inhaltsreichste Jahr der Franchise-Geschichte.
Auch 2026 erscheinen weiterhin neue Inhalte. Erst am 22. September veröffentlichte Microsoft das große Viking-Sagas-Update für Age of Empires 2: Definitive Edition. Ebenso Age of Empires 4 erhält ebenfalls weitere Erweiterungen und Age of Mythology: Retold wird weiter unterstützt.

Selbst das „steinalte“ Age of Empires 2 erfreut sich dank der Definitive Edition einer treuen Fangemeinde. – Bild: Microsoft
Wie geht es mit Age of Empires weiter?
Von einem Ende für Age of Empires kann derzeit keine Rede sein. Microsoft hat die Serie nicht eingestellt und führt World’s Edge weiterhin als Teil seiner Gaming-Organisation. Neu ist vielmehr, dass Activision künftig deutlich mehr Verantwortung für das Studio übernimmt.
Die größere Frage lautet deshalb, wie der Entwickler mit einem wesentlich kleineren Team aufgestellt wird und welche der bisherigen Zukunftspläne bestehen bleiben. Isgreens Abschied macht deutlich, dass intern offenbar bereits weitere Ideen vorhanden waren. Welche davon nun tatsächlich umgesetzt werden, ist offen.
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Für Echtzeit-Strategie-Fans bleibt damit ein seltsamer Widerspruch: Die Reihe ist aktiver als seit vielen Jahren, während das Studio hinter ihrer strategischen Führung gleichzeitig fast die Hälfte seiner Mitarbeiter verliert.
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