Bungie macht die große Kehrtwende: Großes Comeback für Destiny 2?
Monate nach dem angekündigten Ende der aktiven Entwicklung holt Bungie alte Inhalte zurück. Auch Marathon wird grundlegend umgebaut.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Bungie macht bei Destiny eine bemerkenswerte Kehrtwende. Noch im Mai 2026 kündigte das Studio an, dass Destiny 2 mit „Monument of Triumph“ sein letztes geplantes großes Live-Service-Update erhält. Die aktive Entwicklung sollte enden, während sich der einstige Halo-Macher auf seine nächsten Spiele konzentriert. Jetzt erklärt die neue Studioführung plötzlich: „Wir sind mit Destiny noch nicht fertig.“
Studio Head Poria Torkan und Marathon-General-Manager Josh Deane haben in einer ungewöhnlich offenen Mitteilung zur Zukunft von Bungie eingeräumt, dass das Studio in den vergangenen Jahren den Fokus verloren habe. Man habe Vertrauen verspielt, Mitarbeiter verloren und vergessen, was eigentlich die höchste Priorität sein sollte: die Spieler.
Die Konsequenz ist ein Kurswechsel, der gleich beide großen Bungie-Marken betrifft.
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Destiny 2 bekommt seine verschwundenen Inhalte zurück
Der erste Schritt betrifft eine der umstrittensten Entscheidungen der gesamten Destiny-Geschichte. Bungie beginnt damit, Inhalte aus dem sogenannten „Destiny Content Vault“ zurückzuholen. Entfernte Kampagnen, Zielgebiete und Raids sollen wieder in Destiny 2 integriert und anschließend für alle Spieler verfügbar gemacht werden.
Damit korrigiert Bungie eine Entscheidung, die seit Jahren für Kritik sorgt. Ab der Erweiterung Beyond Light hatte das Studio ältere Inhalte aus Destiny 2 entfernt. Darunter befanden sich nicht nur Aktivitäten und Schauplätze, sondern teilweise komplette Kampagnen, für die Spieler zuvor bezahlt hatten. Die Entwickler räumen heute selbst ein, dass diese Entscheidung das Vertrauen und die Freude vieler Spieler nachhaltig beschädigt habe.
Ein einfacher Schalter lässt sich dafür allerdings nicht umlegen. Laut Bungie haben sich seit Beyond Light zahlreiche technische Systeme verändert. Beleuchtung, Gegner, Begegnungen und andere Komponenten der alten Inhalte müssen deshalb überarbeitet werden, bevor sie zurückkehren können. Wann die ersten Kampagnen oder Raids wieder verfügbar sind, verrät das Studio noch nicht. Derzeit gibt es quasi nur die Absichtserklärung.
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Aus dem Ende von Destiny 2 wird plötzlich ein neuer Anfang
Die Aussage ist besonders bemerkenswert, weil Bungie erst vor wenigen Monaten praktisch das Gegenteil angekündigt hatte. Destiny 2 solle zwar weiterhin online und spielbar bleiben, neue große Live-Service-Inhalte waren aber nicht mehr geplant. Jetzt bezeichnet Bungie Destiny ausdrücklich als „fundamental für unsere Zukunft“. Die Rückkehr alter Inhalte soll dabei nur der erste Schritt sein. Das Studio spricht ausdrücklich von neuen Geschichten und sogar neuen Spielen innerhalb des Destiny-Universums.
Das ist allerdings noch keine Bestätigung für Destiny 3. Weder ein Titel noch ein konkretes neues Spiel wurde angekündigt. Bungie sagt lediglich, dass die Wiederherstellung von Destiny 2 die Grundlage dafür schaffen soll, die Reihe anschließend mit neuen Geschichten und Spielen weiterzuführen.
Auch Marathon funktioniert offenbar nicht so, wie Bungie gehofft hatte
Während Destiny überraschend wieder stärker in den Mittelpunkt rückt, steht Marathon vor einem anderen Problem. Die Entwickler räumen offen ein, dass der im März veröffentlichte Shooter nicht so viele Spieler erreicht hat wie erhofft. Marathon soll deshalb nicht einfach mit einigen zusätzlichen Waffen oder Karten weiterlaufen. Bungie möchte das Konzept deutlich verändern und sich von den bisherigen Genre-Grenzen lösen.
Der bisher stark auf Extraction ausgerichtete Shooter soll sich zu einer tieferen Survival-Erfahrung entwickeln. Spieler sollen künftig mehr Möglichkeiten erhalten, selbst zu entscheiden, wie sie den Titel spielen möchten. Bungie nennt ausdrücklich kooperatives PvE, kompetitives PvP und die bisherige Mischung aus PvPvE. Damit wird aus Marathon zwar kein völlig neues Spiel, aber die ursprüngliche Ausrichtung wird spürbar aufgeweicht.
Bungie versucht gerade, zwei Fehler gleichzeitig zu reparieren
Das Interessanteste an der Ankündigung ist deshalb weniger eine einzelne neue Funktion. Bungie verändert gerade seine grundsätzliche Strategie.
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Bei Destiny versucht das Studio, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, indem genau jene Inhalte zurückgebracht werden, deren Entfernung jahrelang kritisiert wurde. Bei Marathon akzeptiert man gleichzeitig, dass die enge Positionierung als Extraction-Shooter offenbar nicht genügend Spieler erreicht hat.
Das Studio sagt selbst, dass Marathon niemals als Ersatz für Destiny gedacht gewesen sei. Genau dieser Eindruck entstand allerdings bei Teilen der Community, nachdem Bungie im Mai das Ende der aktiven Destiny-2-Entwicklung ankündigte. Kurz darauf bekam Marathon auf Steam sogar negative Bewertungen von enttäuschten Destiny-Fans.
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Vier Monate später sieht Bungies Zukunft deshalb bereits völlig anders aus. Destiny 2 wird nicht aufgegeben, verschwundene Inhalte kehren zurück und Marathon wird breiter aufgestellt. Ob dieser Kurswechsel ausreicht, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, muss Bungie erst beweisen.
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