EA Sports FC 27 bestraft alte Gewohnheiten: 6 Dinge, die dir das Spiel kaum erklärt
Wer aus FC 26 kommt, muss bei Verteidigung, Läufen, Pässen und Ecken umdenken. Sonst fühlen sich die ersten Spiele unnötig schwer an.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
EA SPORTS FC 27 sieht auf den ersten Blick vertraut aus. Genau das kann beim Einstieg zum Problem werden. Wer viele Stunden in FC 26 gesteckt hat, nimmt automatisch Gewohnheiten mit, die im neuen Teil entweder schlechter funktionieren oder bewusst verändert wurden.
Electronic Arts spricht selbst von mehr Kontrolle und weniger Automatisierung. Das klingt nach typischem Marketing, hat beim Spielen aber konkrete Folgen. Vor allem beim Verteidigen, bei Steilpässen und bei den Laufwegen deiner Mitspieler wartet FC 27 nicht mehr so geduldig darauf, dass die KI einen Teil der Arbeit übernimmt. Einige dieser Änderungen hat EA zwar in seinen umfangreichen offiziellen Gameplay-Pitch-Notes erklärt, im normalen Spielfluss übersieht man sie allerdings leicht.
Deshalb geht es hier nicht um zehn belanglose Anfängertipps. Es geht um sechs Änderungen, die du kennen solltest, bevor du dich fragst, warum Dinge plötzlich nicht mehr so funktionieren wie in FC 26.
1. Deine KI-Verteidiger sollen dir den Ball nicht mehr holen
Das ist vermutlich die wichtigste Umstellung. Im Wettkampf-Gameplay von FC 27 greifen KI-gesteuerte Verteidiger deutlich weniger selbstständig ein. Sie versuchen nicht mehr automatisch einen Zweikampf, nur weil ein Angreifer nahe genug vorbeidribbelt. Auch ihre Reichweite beim Abfangen wurde reduziert.
Praktisch heißt das: Du musst früher selbst zum richtigen Verteidiger wechseln. Wenn du weiterhin hauptsächlich einen Mittelfeldspieler steuerst und darauf hoffst, dass deine Innenverteidiger den Rest erledigen, gibst du dem Gegner mehr Raum als früher. Ein manuell gesteuerter Verteidiger besitzt laut EA sogar eine größere Reichweite beim Abfangen als sein KI-gesteuertes Pendant.
Das ist kein kleiner Balance-Patch. FC 27 will dich ausdrücklich dazu bringen, den entscheidenden Zweikampf selbst zu führen. Gerade in den ersten Partien kann sich die Defensive deshalb passiver anfühlen, obwohl sie technisch genau das macht, was EA vorgesehen hat.
2. Auch R1/RB rettet dich nicht mehr so zuverlässig
Die nächste FC-Gewohnheit hängt direkt damit zusammen. Beim sekundären Zustellen schickst du einen KI-Mitspieler auf den Ballführenden, während du selbst einen anderen Profi kontrollierst. Das funktioniert weiterhin, aber der KI-Spieler hält nun mehr Abstand.
Damit eignet sich die Funktion stärker dazu, Räume zuzustellen und den Gegner in eine Richtung zu drängen. Für echten Druck musst du selbst übernehmen. Wer R1 auf der PlayStation oder RB auf der Xbox dauerhaft als zusätzlichen automatischen Verteidiger verwendet hat, wird den Unterschied schnell merken.
Mein praktischer Rat für den Einstieg wäre deshalb: Nutze das sekundäre Zustellen nicht als Ersatz für den Spielerwechsel. Lass die KI den Gegner lenken und übernimm den Verteidiger selbst, sobald du wirklich an den Ball willst.
3. Ein gestarteter Lauf geht nicht mehr bis zum Strafraum weiter
Auch offensiv gibt es eine Änderung, die leicht wie ein Fehler wirken kann. Manuell ausgelöste Läufe haben in FC 27 eine begrenzte Reichweite. Schickst du einen Mitspieler los und wartest anschließend zu lange mit dem Pass, läuft er nicht mehr zwangsläufig bis tief hinter die gegnerische Abwehr weiter.
Nach einer bestimmten Distanz beendet der Spieler seinen Lauf und orientiert sich wieder an seiner Position. Willst du, dass er weiterläuft, musst du den Lauf erneut auslösen. Das funktioniert allerdings nur, solange du dich noch in entsprechender Reichweite zum Spieler befindest.
Gleichzeitig gibt dir FC 27 neue Möglichkeiten. Mit L1 + R1 auf PlayStation beziehungsweise LB + RB auf Xbox kannst du einen Kurvenlauf auslösen. Mit L1 + R1 + X beziehungsweise LB + RB + A gibt es zusätzlich einen neuen „Passen & Folgen“-Lauf. Der Passgeber bewegt sich danach nicht einfach stumpf geradeaus, sondern kann seinen Lauf je nach freiem Raum nach außen oder innen ziehen.
Gerade gegen eine kompakte Viererkette ist das interessanter als der alte Dauerlauf Richtung Grundlinie. Du musst diese Bewegung nur bewusst auslösen.
4. Dein Steilpass wird nicht mehr so stark für dich korrigiert
Wenn deine ersten Steilpässe plötzlich einen Meter neben dem gewünschten Mitspieler landen, solltest du nicht sofort den Controller verdächtigen. EA hat die Unterstützung bei flachen und hohen Steilpässen reduziert.
In FC 26 konnte das Spiel deine Eingabe stärker in Richtung des vorhandenen freien Raums korrigieren. FC 27 orientiert sich stärker daran, wohin du tatsächlich zielst. Bei bestimmten gelupften Pässen geht EA sogar noch weiter: Sie funktionieren vollständig manuell, wobei Richtung und eingesetzte Kraft entsprechend wichtiger werden.
Das verändert vor allem Situationen, in denen du einen schnellen Pass zwischen Innenverteidiger und Außenverteidiger spielen möchtest. Der Stick muss den freien Raum tatsächlich treffen. Ein ungefährer Impuls Richtung Mitspieler reicht weniger zuverlässig aus.
Die positive Seite daran: Wenn du das System beherrschst, kannst du den Ball bewusster in einen Laufweg spielen, statt nur den Empfänger auszuwählen. FC 27 verlangt dafür allerdings etwas mehr Präzision.
5. Bei Ecken steuerst du plötzlich den Spieler im Strafraum
Direkte Eckstöße funktionieren ebenfalls anders. Nachdem du den Zielbereich festgelegt hast, schwenkt die Kamera in den Strafraum. In diesem kurzen Zeitfenster kannst du den angreifenden Spieler selbst bewegen, zwischen Spielern wechseln, einen Lauf starten oder deine Position behaupten.
Das Entscheidende: Die Spieler suchen sich nicht mehr automatisch die optimale Position für den Kopfball. Du musst den Raum selbst angreifen und den Lauf richtig timen. Stehst du schlecht, kann deine Flanke schlicht an allen vorbeifliegen.
Zusätzlich gibt es bei Ecken eine neue Ausweichbewegung. Mit gedrücktem R1 beziehungsweise RB kann sich dein kontrollierter Spieler leichter durch einen vollen Strafraum bewegen. Erst danach kannst du versuchen, deine Position gegen den Verteidiger zu behaupten.
Das gilt allerdings nicht für kurze Ecken. Dort bleibt die normale Gameplay-Kamera erhalten. Wenn du also nach Jahren fast automatisch jede Ecke kurz ausführst, übersiehst du ausgerechnet eine der interessanteren Gameplay-Neuerungen von FC 27.

Bei Ecken aufgepasst: Jetzt musst du die Spielerin/den Spieler der angespielt wird selbst steuern. – Bild: Electronic Arts
6. Karriere und Online-Modi spielen sich bewusst nicht identisch
Dieser Punkt kann für besonders viel Verwirrung sorgen. Tipps aus Ultimate Team oder anderen kompetitiven Modi lassen sich nicht automatisch eins zu eins auf eine Karriere übertragen. FC 27 unterscheidet zwischen Wettkampf-Gameplay und Authentischem Gameplay 2.0.
Gerade der Karrieremodus soll stärker nach klassischem Fußball aussehen. EA hat dort unter anderem das CPU-Verhalten, körperliche Duelle, Bewegungen und sogar Auswirkungen von Regen und Schnee angepasst. Zusätzlich gibt es 25 Gameplay-Schieberegler und zehn CPU-Schieberegler. Das bestätigt EA im Deep Dive zum Karrieremodus.
Wenn dir also jemand erklärt, dass eine bestimmte Verteidigung oder Spielweise in FC 27 „immer“ funktioniert, lohnt sich zuerst die Frage nach dem Spielmodus. Ein Ultimate-Team-Match soll sich nicht exakt wie eine Offline-Karriere verhalten.
Mach aus deinen ersten drei Spielen keinen Taktik-Test
Der vielleicht beste Einstieg in FC 27 besteht deshalb darin, nicht nach jedem Gegentor sofort fünf Einstellungen zu verändern. Spiele zunächst einige Partien mit einem konstanten Setup und achte gezielt auf die Dinge, die EA verändert hat: Verteidiger selbst übernehmen, Läufe beobachten, Steilpässe bewusst in den Raum zielen und bei Ecken tatsächlich den Empfänger bewegen.
Wenn du noch gar nicht sicher bist, ob du FC 27 kaufen möchtest, gibt es dafür diesmal eine interessante Alternative. EA SPORTS FC 27 Lite startet morgen, am 25. September um 18:00 Uhr österreichischer Zeit. Die kostenlose Version enthält ausgewählte Modi wie Anstoß und eignet sich damit zumindest dafür, das grundsätzliche Spielgefühl auszuprobieren.
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Unterm Strich versucht FC 27 nicht einfach nur, dieselben Abläufe etwas schneller oder langsamer zu machen. EA greift gezielt in Gewohnheiten ein, die sich Spieler über mehrere Jahre angeeignet haben. Genau deshalb kann sich der Einstieg zunächst seltsam anfühlen. Wer versteht, was das Spiel inzwischen von ihm selbst erwartet, dürfte aber deutlich schneller herausfinden, ob ihm das neue Gameplay tatsächlich besser gefällt.
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