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Artikel von Markus Bauer +
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  • Das Wichtigste in Kürze
  • Saudi-Arabiens Public Investment Fund prüft laut Bloomberg einen möglichen Zusammenschluss von Electronic Arts und Savvy Games Group.
  • Unter einem gemeinsamen Konzern könnten Marken wie Battlefield, EA Sports FC, Die Sims, Pokémon GO und Monopoly GO! zusammengeführt werden.
  • Ob die Fusion tatsächlich umgesetzt wird und welche Auswirkungen sie auf die einzelnen Studios und Spiele hätte, ist derzeit noch offen.

Electronic Arts ist erst seit wenigen Wochen nicht mehr an der Börse und schon könnte der nächste gewaltige Umbau bevorstehen. Saudi-Arabiens Public Investment Fund, kurz PIF, prüft offenbar einen Zusammenschluss von EA und der ebenfalls vom Fonds kontrollierten Savvy Games Group. Damit würde innerhalb kürzester Zeit einer der größten Gaming-Konzerne der Welt entstehen.

Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Eine endgültige Entscheidung soll allerdings noch nicht gefallen sein. Es handelt sich also noch nicht um eine beschlossene Fusion.

Battlefield, EA Sports FC und Pokémon GO unter einem Dach

Erst beim Blick auf die beteiligten Unternehmen wird deutlich, welche Dimension ein solcher Zusammenschluss hätte. Electronic Arts bringt einige der größten Marken des traditionellen Spielemarkts mit. Dazu zählen unter anderem EA Sports FC, Battlefield und Die Sims. Auch zahlreiche weitere bekannte Reihen und Studios gehören zum Publisher.

Savvy Games ist dagegen besonders stark im Mobile- und Esports-Geschäft vertreten. Das Unternehmen besitzt Scopely, das wiederum hinter dem Milliardenhit Monopoly GO! steht. Seit der Übernahme des Gaming-Geschäfts von Niantic gehören außerdem Pokémon GO, Monster Hunter Now und Pikmin Bloom zum Scopely-Portfolio. Allein Pokémon GO zeigt, wie groß dieser Teil des möglichen neuen Konzerns wäre. Scopely zufolge spielte der Titel 2025 erneut mehr als eine Milliarde US-Dollar Umsatz ein. Seit der Veröffentlichung wurde es von Hunderten Millionen Spielern genutzt.

Es geht um mehr als eine klassische Publisher-Fusion

Genau darin liegt der interessante Teil der möglichen Zusammenlegung. EA und Savvy ergänzen sich in Bereichen, in denen der jeweils andere Konzern bislang weniger stark vertreten ist. EA besitzt erfolgreiche PC- und Konsolenspiele, Sportlizenzen und große etablierte Marken. Savvy bringt dagegen ein enormes Mobile-Geschäft sowie mit der ESL FACEIT Group einen großen Akteur im eSports-Bereich mit.

Ein gemeinsames Unternehmen könnte damit praktisch die komplette Gaming-Kette abdecken: von großen Konsolen- und PC-Produktionen über Mobile Games und Live-Service-Titel bis zu eSports-Veranstaltungen und langfristig gepflegten Online-Communitys. Bloomberg zufolge geht es bei den Überlegungen auch darum, die verschiedenen Gaming-Beteiligungen des saudischen Staatsfonds besser miteinander zu koordinieren. Ein gemeinsamer Konzern könnte außerdem als zentrale Plattform für zukünftige Übernahmen, Spieleentwicklung und die Nutzung großer Marken dienen.

Battlefield 6 ist derzeit in Season 04. - Bild: EA

Battlefield 6 ist derzeit in Season 04. – Bild: EA

Vorher steht offenbar noch eine weitere Milliarden-Übernahme an

Mit einem schnellen Zusammenschluss ist trotzdem nicht zu rechnen. Weiter im Bloomberg-Bericht heißt es, dass eine Entscheidung frühestens nach Abschluss eines weiteren großen Savvy-Deals fallen. Savvy arbeitet derzeit an der rund 6 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme des chinesischen Mobile-Entwicklers Moonton.

Moonton ist vor allem für Mobile Legends: Bang Bang bekannt. Sollte auch diese Übernahme abgeschlossen werden, würde das Mobile-Portfolio von Savvy noch einmal erheblich wachsen, bevor überhaupt eine mögliche Fusion mit EA auf dem Tisch landet.

Was würde die Fusion für EA-Spiele bedeuten?

Für Spieler ist diese Frage momentan noch nicht zu beantworten. Aus den bisherigen Berichten geht nicht hervor, dass bestimmte Studios geschlossen, Marken verkauft oder Entwicklungsprojekte verändert werden sollen. Auch Electronic Arts und Savvy Games haben die möglichen Pläne bislang nicht öffentlich bestätigt.

Naheliegend wäre allerdings, dass ein gemeinsamer Konzern stärker versucht, seine Marken über verschiedene Plattformen und Geschäftsmodelle hinweg zu nutzen. Gerade Savvy und Scopely haben viel Erfahrung mit Mobile Games, langfristigen Live-Service-Modellen und wiederkehrenden Einnahmen. EA wiederum verfügt über eine Vielzahl weltbekannter Marken, die für solche Erweiterungen interessant sein könnten.

Das bedeutet allerdings ausdrücklich nicht, dass Battlefield oder andere klassische EA-Reihen nun automatisch zu Mobile- oder Free-to-Play-Spielen werden. Solche Auswirkungen werden in den bisherigen Berichten nicht genannt.

Noch handelt es sich deshalb um ein mögliches Szenario. Sollte PIF seine beiden Gaming-Schwergewichte tatsächlich zusammenführen, wäre das jedoch weit mehr als eine interne Umstrukturierung. EA Sports FC, Battlefield, Die Sims, Monopoly GO! und Pokémon GO könnten dann zumindest unter demselben Konzern-Dach stehen. Für die Games-Branche wäre das eine der größten Macht-Verschiebungen der vergangenen Jahre.

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