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Artikel von René Nikel +
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Wer aktuell nach einer neuen Gaming-Maus sucht, stößt immer wieder auf eine Zahl und zwar der sogenannten Polling Rate. Während lange Zeit 1000 Hz als Standard galten, werben immer mehr Hersteller inzwischen mit 4000 Hz oder sogar 8000 Hz. Auf den Verpackungen klingt das ja schön aber bringt so eine hohe Polling Rate wirklich Vorteile?

8000-Hz-Mäuse sind rein technisch eindeutig beeindruckend, aber ob diese Zahl auch wirklich etwas bringt, dem werden wir jetzt zusammen auf den Grund gehen!

Was bedeuten 8000 Hz überhaupt?

Die Polling Rate gibt an, wie oft eine Maus ihre Position pro Sekunde an den PC übermittelt. Das beduetet bei einer Gaming-Maus mit 1000 Hz passiert das 1000 Mal pro Sekunde. Das entspricht einem Intervall von einer Millisekunde.

Eine 8000-Hz-Maus sendet ihre Daten dagegen 8000 Mal pro Sekunde.

Auf dem Papier ist das ein enormer Sprung und es werden tatsächlich Bewegungen häufiger erfasst und an den Computer weitergegeben.

Hersteller wie Razer, ASUS, Corsair, Logitech und andere setzen deshalb zunehmend auf hohe Polling-Raten als neues Verkaufsargument.

Die Unterschiede sind da

Wenn ihr euch Vergeliche anschaut, werdet ihr schnell erkennen, dass die Technik funktioniert. Mausbewegungen werden bei 8000 Hz deutlich feiner aufgezeichnet als bei 1000 Hz.

Besonders auf sehr schnellen Monitoren mit einer hohen Hertzzahl kann das sichtbar werden. Während euch auf einem klassischen 60-Hz-Bildschirm kaum Unterschiede auffallen werden, profitieren Displays mit 240 Hz, 360 Hz oder sogar noch höheren Bildraten deutlich stärker davon.

Die Cursorbewegung wirkt einfach etwas gleichmäßiger und direkter. Vor allem in kompetitiven Shootern!

Allerdings sollte man die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen. Niemand wird nur durch eine 8000-Hz-Maus plötzlich besser in beispielsweise Overwatch. Es gibt Unterschiede, aber die bewegen sich in einem Bereich, der oft nur unter kontrollierten Bedingungen oder für sehr erfahrene Spieler wahrnehmbar ist.

Das Bild zeigt mehrere Gamer bei einer gemeinsamen Gaming-Session. Die Aufnahme steht für kompetitives Spielen und moderne Gaming-Hardware.

Hohe Polling-Raten sollen vor allem in kompetitiven Spielen für präzisere Eingaben sorgen. – Bild: Pexels / Vladimir Srajber

Die Technik hat auch Nachteile

Eine Höhere Polling-Raten bedeuten nicht nur mehr Daten für den PC, sondern auch mehr Arbeit für das System!

Besonders ältere Prozessoren können durch 8000 Hz stärker belastet werden. In manchen Spielen berichten Nutzer sogar von kleinen Leistungseinbußen oder unruhigeren Frametimes.

Moderne Gaming-PCs kommen damit natürlich problemlos zurecht. Trotzdem zeigt sich hier, dass höhere Zahlen nicht automatisch nur Vorteile mit sich bringen.

Auch wenn die Zahlen auf dem Papier stark variieren, ist der reale Unterschied zwischen 1000 Hz und 8000 Hz deutlich kleiner, als die meisten von euch annehmen würden. Wechselt ihr beispielsweise von einer günstigen Büromaus auf eine hochwertige Gaming-Maus mit gutem Sensor, ist der Unterschied weitaus gravierender als bei 1000 Hz gegenüber 8000 Hz.

Ihr könnt mir glauben, wenn ich euch sage, dass ihr immer von einem besseren Sensor mehr profitieren werdet als von einer höheren Hertzzahl!

Für wen lohnt sich eine 8000-Hz-Maus?

Die Zielgruppe ist relativ klar definiert und zwar eindeutig E-Sport-Spieler und besonders ambitionierte Shooter-Fans!

Wer Titel wie Counter-Strike 2, Valorant, Overwatch 2 oder Apex Legends auf einem 360-Hz-Monitor spielt und jede mögliche Optimierung nutzen möchte, erhält mit 8000 Hz tatsächlich einen kleinen Vorteil. Für die Mehrheit von uns sieht die Situation jedoch anders aus.

Spielt ihr auf einem 144-Hz oder 165-Hz Monitor, hauptsächlich Einzelspieler-Titel oder nutzt eure Maus auch für Büroarbeiten, werden euch die Unterschiede kaum auffallen. In solchen Fällen sind eine gute ergonomische Form sowie ein guter Sensor wichtiger als die maximale Polling Rate.

Marketing oder echter Fortschritt?

Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo in der Mitte.

8000-Hz-Mäuse sind keine Marketing-Lüge, aber auch nicht der ruhmreiche Trick, um euer Aim auf magische Weise zu verbessern. Aber ohne Frage, die Technik funktioniert und die Vorteile lassen sich messen!

Das erinnert ein wenig an den Wettlauf bei Monitoren. Auch dort gibt es reale Vorteile zwischen 240 Hz und 360 Hz. Dennoch würden viele den Unterschied im Alltag nur schwer erkennen.

Genau deshalb sollte die Polling Rate nicht das einzige Kaufkriterium sein. Sensorqualität, Gewicht, Ergonomie, Akkulaufzeit und Verarbeitung spielen für das tatsächliche Spielerlebnis oft eine deutlich größere Rolle.

Der Trend zeigt aber klar, wohin sich der Markt entwickelt. Nachdem Sensoren in den vergangenen Jahren immer präziser wurden, suchen Hersteller nach neuen Möglichkeiten, ihre Produkte voneinander abzuheben. Die Polling Rate ist dabei zum neuen Wettrüsten geworden.

Ob sich 8000 Hz langfristig als Standard durchsetzen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch schon heute, dass die Technik nicht nur ein Marketing Gag ist. Für die meisten wird sie allerdings eher ein netter Bonus bleiben als ein echter Kaufgrund. Gerade deshalb lohnt es sich, beim nächsten Mauskauf nicht nur auf die größte Zahl auf der Verpackung zu achten, sondern auf alle Kriterien!

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