64 GB RAM klingen nach Luxus, doch für Gamer ist die Sache nicht so einfach
32, 48 oder gleich 64 GB? Wer einen neuen Gaming-PC plant, steht häufig vor genau dieser Frage. Doch nicht jeder profitiert von einer größeren RAM-Ausstattung. Wir zeigen, wann sich der Aufpreis lohnt und wann ihr euch das Geld sparen könnt.
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René Nikel Seit Dino Wars oder North & South am Amiga hat sich in der Spieleindustrie so einiges verändert, meine Leidenschaft für Videospiele allerdings nicht. Bereits mit fünf Jahren hatte ich zum ersten Mal einen Joystick in der Hand und seit diesem Moment war die virtuelle Welt wie ein zweites Zuhause für mich. Ich finde so ziemlich jedes Genre interessant, selbst wenn es sich nur um einen kleinen Indie Titel handelt. Die aktuellste Nintendo Konsole und ein leistungsstarker PC gehören bei mir zur Grundausstattung. Seit mittlerweile fast zehn Jahren verbinde ich meine Begeisterung für Videospiele außerdem mit dem Gaming Journalismus.
Wer heute einen neuen Gaming-PC zusammenstellt, stolpert früher oder später über dieselbe Frage. Reichen 32 GB Arbeitsspeicher aus oder solltet ihr lieber direkt zu 64 GB greifen? Schließlich werden Spiele immer größer, Windows benötigt mehr Speicher als noch vor einigen Jahren und viele Hardware-Hersteller werben inzwischen offensiv mit 64-GB-Kits.
Doch lohnt sich der Aufpreis wirklich oder handelt es sich eher um eine Investition in die Zukunft?
Die Antwort fällt differenzierter aus, als viele vielleicht erwarten.
32 GB sind heute der neue Standard
Noch vor wenigen Jahren galten 16 GB Arbeitsspeicher als optimale Ausstattung für Gaming-PCs. Mittlerweile hat sich das deutlich verändert.
Immer mehr aktuelle Spiele empfehlen bereits 32 GB RAM oder profitieren zumindest davon, wenn im Hintergrund zusätzlich Programme wie Discord, Chrome, OBS oder Spotify geöffnet sind.
Wer heute einen neuen Gaming-PC kauft, macht mit 32 GB deshalb in den meisten Fällen nichts falsch. Für reines Gaming reicht diese Speichermenge aktuell völlig aus.
Wann 64 GB tatsächlich sinnvoll werden
Interessant wird es erst dann, wenn der PC deutlich mehr leisten soll als nur Spiele auszuführen.
Bearbeitet ihr Videos, streamt gleichzeitig auf Twitch, arbeitet mit virtuellen Maschinen oder öffnet regelmäßig viele speicherhungrige Programme parallel, können 64 GB durchaus Vorteile bringen.
Auch Content Creator profitieren häufig von zusätzlichem Arbeitsspeicher, da Programme wie Adobe Premiere Pro, DaVinci Resolve oder Blender große Projekte deutlich komfortabler bearbeiten können.
Moderne Spiele nutzen mehr RAM als früher
Viele aktuelle AAA-Spiele belegen inzwischen deutlich mehr Arbeitsspeicher als noch vor einigen Jahren. Offene Spielwelten, hochauflösende Texturen und komplexe Physikberechnungen erhöhen den Speicherbedarf kontinuierlich.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein Spiel auch 64 GB benötigt. Windows nutzt freien Arbeitsspeicher intelligent als Cache. Dadurch wirkt es häufig so, als würde ein Spiel deutlich mehr RAM belegen, obwohl ein Teil davon lediglich vorsorglich reserviert wird.
Lasst euch von einer hohen RAM-Auslastung deshalb nicht sofort verunsichern.

DDR5-Arbeitsspeicher – Bild: Andrey Matveev / Unsplash
Mehr RAM bedeutet nicht automatisch mehr FPS
Ein weit verbreiteter Irrtum hält sich bis heute hartnäckig. Viele Spieler glauben, dass doppelt so viel Arbeitsspeicher automatisch auch doppelt so viele Bilder pro Sekunde bedeutet.
So funktioniert Arbeitsspeicher allerdings nicht.
Sobald genügend RAM vorhanden ist, steigen die FPS meist kaum noch an. Viel wichtiger sind dann Prozessor und Grafikkarte. Zusätzlicher Arbeitsspeicher sorgt in erster Linie dafür, dass das System auch unter hoher Last flüssig bleibt.
DDR5 verändert die Situation zusätzlich
Mit DDR5 entwickelt sich Arbeitsspeicher stetig weiter. Höhere Taktraten und geringere Latenzen bringen in manchen Spielen einen größeren Vorteil als einfach nur mehr Gigabyte.
Deshalb lohnt es sich oft eher, in ein hochwertiges 32-GB-DDR5-Kit mit guten Timings zu investieren, als ein langsameres 64-GB-Kit zu kaufen.
Gerade Ryzen-Prozessoren reagieren häufig stärker auf schnelle Speicherprofile als auf eine besonders große Speichermenge.
Ein Blick in die Zukunft
Natürlich stellt sich auch die Frage, wie lange 32 GB noch ausreichen werden.
Spiele entwickeln sich kontinuierlich weiter und mit jeder neuen Konsolengeneration steigen häufig auch die Hardware-Anforderungen. Gleichzeitig nutzen Entwickler immer größere Texturen, komplexere Spielwelten und aufwendigere Simulationen.
Deshalb ist es durchaus denkbar, dass 64 GB in einigen Jahren häufiger empfohlen werden als heute. Aktuell gibt es dafür jedoch nur wenige Spiele, die diesen Speicher tatsächlich ausreizen.
Für wen lohnt sich welches RAM-Kit?
Wenn ihr ausschließlich spielt, sind 32 GB derzeit die beste Wahl. Ihr spart Geld und erhaltet trotzdem genügend Reserven für aktuelle und kommende Spiele.
48 GB können dagegen ein interessanter Mittelweg sein. Solche Kits bieten mehr Spielraum für Multitasking und kosten oft deutlich weniger als vergleichbare 64-GB-Varianten.
64 GB lohnen sich vor allem dann, wenn Gaming nur ein Teil eures PCs ist. Wer Videos schneidet, streamt, programmiert oder regelmäßig mit großen Projekten arbeitet, profitiert deutlich stärker von der zusätzlichen Speicherkapazität.
Das richtige Gesamtpaket zählt
Beim Kauf eines Gaming-PCs lohnt es sich immer, das gesamte System im Blick zu behalten. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Prozessor, Grafikkarte, SSD und Arbeitsspeicher bringt im Alltag deutlich mehr als eine einzelne High-End-Komponente.
Wenn ihr heute einen neuen Rechner ausschließlich fürs Gaming baut, könnt ihr mit 32 GB DDR5 weiterhin beruhigt zugreifen. Wer seinen PC dagegen viele Jahre nutzen oder neben dem Spielen auch produktiv arbeiten möchte, findet in 64 GB eine Investition, die sich langfristig durchaus auszahlen kann.
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Am Ende zählt beim PC-Bau nicht die größte Zahl auf dem Karton, sondern die Hardware, die am besten zu euren eigenen Anforderungen passt.
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