Käufer freute sich über RTX-4090-Schnäppchen und erlebte eine böse Überraschung
In China ist eine angebliche GeForce RTX 4090 aufgetaucht, die sich bei genauerem Hinsehen als raffinierte Fälschung entpuppte. Besonders kurios: Der vermeintliche Grafikchip bestand offenbar teilweise aus Plastik.
René Nikel Seit Dino Wars oder North & South am Amiga hat sich in der Spieleindustrie so einiges verändert, meine Leidenschaft für Videospiele allerdings nicht. Bereits mit fünf Jahren hatte ich zum ersten Mal einen Joystick in der Hand und seit diesem Moment war die virtuelle Welt wie ein zweites Zuhause für mich. Ich finde so ziemlich jedes Genre interessant, selbst wenn es sich nur um einen kleinen Indie Titel handelt. Die aktuellste Nintendo Konsole und ein leistungsstarker PC gehören bei mir zur Grundausstattung. Seit mittlerweile fast zehn Jahren verbinde ich meine Begeisterung für Videospiele außerdem mit dem Gaming Journalismus.
Wer bei einer GeForce RTX 4090 für umgerechnet rund 222 Dollar sofort misstrauisch wird, liegt vermutlich richtig. Genau ein solcher Fall sorgt derzeit in der Hardware-Szene für Gesprächsstoff. In China tauchte eine vermeintliche RTX 4090 auf, die sich bei genauerer Untersuchung als außergewöhnlich dreiste Fälschung entpuppte.
Gefälschte Grafikkarten sind zwar nichts Neues, doch dieser Fall hebt sich deutlich von vielen bisherigen Betrugsversuchen ab. Die Karte sah äußerlich zunächst wie eine normale RTX 4090 aus. Erst nach einer genaueren Analyse wurde klar, dass hier etwas nicht stimmen konnte.
Besonders interessant ist dabei, dass der Fall nicht von irgendeinem Social-Media-Beitrag stammt. Die Kollegen von Tom’s Hardware haben die Geschichte aufgegriffen und die Details der ungewöhnlichen Fälschung veröffentlicht. Selbst erfahrene Hardware-Enthusiasten dürften bei diesem Fund zweimal hinschauen.
Der Grafikchip bestand offenbar aus Plastik
Besonders kurios ist der angebliche Grafikchip selbst. Laut den von Tom’s Hardware veröffentlichten Informationen handelte es sich nicht um einen echten Nvidia-Chip aus Silizium. Stattdessen fanden die Techniker eine Attrappe vor, die offenbar teilweise aus Kunststoff gefertigt wurde.
Auch die aufgedruckten Markierungen sorgten für Verwunderung. Die Beschriftungen deuteten auf Produktionsdaten hin, die zeitlich überhaupt nicht zu einer echten RTX 4090 passen würden. Bereits dieser Umstand machte deutlich, dass hier manipuliert wurde.
Für Käufer wäre eine solche Fälschung auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen gewesen. Äußerlich wirkte die Karte weitgehend authentisch und orientierte sich stark am Design echter Modelle.
Gerade das macht den Fall so bemerkenswert. Viele Nutzer achten beim Kauf zunächst auf Kühler, Verpackung oder Herstellerlogo. Der eigentliche Grafikchip bleibt dagegen verborgen. Genau diesen Umstand scheinen sich die Betrüger zunutze gemacht zu haben.
Nicht nur der Chip war gefälscht
Die Probleme beschränkten sich offenbar nicht auf den Grafikprozessor. Tom’s Hardware berichtet außerdem, dass auch mehrere Speicherchips lediglich Attrappen waren und keine echte Funktion erfüllten.
Damit ging der Betrug deutlich weiter als bei vielen anderen gefälschten Grafikkarten. In manchen Fällen werden ältere GPUs umgelabelt oder modifiziert, um sie als modernes Modell auszugeben. Hier scheint jedoch ein erheblicher Teil der Hardware überhaupt keine echte Funktion erfüllt zu haben.
Genau deshalb sorgt der Fall derzeit für Aufmerksamkeit. Selbst erfahrene PC-Nutzer dürften nicht damit rechnen, dass eine vermeintliche High-End-Grafikkarte buchstäblich Kunststoff statt moderner Halbleitertechnik enthält.

ASUS ROG STRIX Nvidia GeForce RTX 4090 GPU 24GB Tweak III, with DLSS and Reflex, High End Graphics Card Kyiv Ukraine, 06-15-2024 — Photo by mr_tigga
Warum solche Betrugsversuche zunehmen
Die hohen Preise moderner Grafikkarten schaffen einen idealen Nährboden für Betrüger. Eine echte RTX 4090 gehört selbst heute noch zu den teuersten Gaming-Grafikkarten auf dem Markt und kostet je nach Modell oft deutlich über 1.500 Euro.
Wer plötzlich ein vermeintliches Schnäppchen entdeckt, lässt sich daher leichter zum Kauf verleiten. Genau auf diesen Effekt setzen viele Betrüger.
Besonders problematisch sind dabei Online-Marktplätze, auf denen Produkte häufig ohne ausführliche Prüfung angeboten werden. Käufer verlassen sich oft auf Bilder und Produktbeschreibungen, ohne die Hardware vor dem Kauf tatsächlich überprüfen zu können.
Gerade deshalb empfehlen Hardware-Experten seit Jahren, bei außergewöhnlich günstigen Angeboten besonders vorsichtig zu sein. Wenn der Preis zu gut klingt, um wahr zu sein, ist er es häufig auch.
Selbst erfahrene Käufer können hereingelegt werden
Der aktuelle Fall zeigt außerdem, wie professionell manche Fälschungen inzwischen gefertigt werden. Während ältere Betrugsversuche oft bereits auf den ersten Blick auffielen, orientieren sich moderne Fakes zunehmend an echten Produkten.
Das macht die Erkennung deutlich schwieriger. Viele Unterschiede werden erst sichtbar, wenn die Karte zerlegt oder technisch überprüft wird.
Hinzu kommt, dass sich moderne Grafikkarten äußerlich oft sehr ähnlich sehen. Ohne spezielle Software oder eine genaue Untersuchung der Hardware fällt es vielen Käufern schwer, Manipulationen zu erkennen.
Für PC-Spieler ist die Geschichte deshalb eine wichtige Erinnerung daran, bei Hardware-Käufen aufmerksam zu bleiben. Besonders bei hochpreisigen Komponenten kann ein vermeintliches Schnäppchen schnell zu einem teuren Fehler werden.
Eine der kuriosesten Hardware-Geschichten des Jahres
Auch wenn die Geschichte auf den ersten Blick fast absurd klingt, zeigt sie ein reales Problem innerhalb des Hardware-Marktes. Die Nachfrage nach leistungsstarken Grafikkarten bleibt hoch, während gleichzeitig immer raffiniertere Betrugsversuche auftauchen.
Dass eine angebliche RTX 4090 am Ende teilweise aus Plastik bestand, dürfte selbst langjährige Hardware-Fans überraschen. Genau deshalb sorgt der Fall derzeit weltweit für Schlagzeilen.
Gleichzeitig zeigt die Geschichte, wie kreativ manche Betrüger inzwischen vorgehen. Statt einfach eine alte Grafikkarte neu zu beschriften, wurde hier offenbar versucht, sogar die eigentlichen Komponenten nachzuahmen. Das macht den Fall besonders ungewöhnlich und hebt ihn von vielen bisherigen Hardware-Fälschungen ab.
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Wer eine High-End-Grafikkarte zu einem ungewöhnlich niedrigen Preis entdeckt, sollte besonders vorsichtig sein. Der aktuelle Fall zeigt eindrucksvoll, dass selbst überzeugend wirkende Angebote nicht immer halten, was sie versprechen.
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