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Artikel von Markus +

Physische Spiele ohne Spiel auf dem Modul? Genau das sind die umstrittenen Game-Key-Cards für die Nintendo Switch 2 und viele Fans finden das richtig mies. Statt echter Daten liegt auf dem Modul nur ein Download-Schlüssel. Für Sammler fühlt sich das wie eine Mogelpackung an. Trotzdem deutet eine neue Auswertung darauf hin: Die Leute greifen weiterhin zu.

Laut einer Nutzeranalyse die von Kotaku.com behandelt wurde, besitzen von über tausend befragten Nutzern mehr als zwei Drittel mindestens ein solches Game-Key-Card-Spiel. Heißt übersetzt: Trotz lautstarker Kritik landen diese „leeren“ Module trotzdem im Regal. Trotz Kritik.

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Warum regen sich Spieler überhaupt so auf?

Das Problem ist weniger technisch als emotional. Wer sich ein physisches Spiel kauft, erwartet ein Produkt, das auch ohne Download funktioniert. Gerade bei Nintendo-Spielern spielt Sammeln, Weiterverkaufen und Langzeit-Erhalt eine große Rolle. Ein Modul, das nur als Installationsschlüssel dient, fühlt sich eher wie eine Verpackung für einen Download-Code an. Xbox- und PlayStation-Spieler kennen dieses Thema schon länger, vor allem bei Call of Duty.

Dazu kommt der Gedanke an Spielbewahrung. Wenn Server eines Tages abgeschaltet werden, könnte ein Game-Key-Card-Titel unspielbar werden. Ein klassisches Modul mit vollständigen Daten bleibt dagegen eigenständig nutzbar. Genau deshalb sehen viele Fans diese Karten als Rückschritt. Unlängst veranlasste diese Entwicklung, dass irgendwann Online-Spiele „abgeschaltet“ werden, einige Fans eine eigene Initiative namens „Stop Killing Games“ zu gründen. Diese muss nun sogar im EU-Parlament behandelt werden.

Mario Kart World gab es zum Launch der Switch 2 u.a. als Bundle, aber nicht physisch, sondern als Download-Code. - Bild: Nintendo

Mario Kart World gab es zum Launch der Switch 2 u.a. als Bundle, aber nicht physisch, sondern als Download-Code. – Bild: Nintendo

Ungeliebte Game-Key-Cards ohne Inhalt werden trotzdem gekauft

Spannend ist: Viele der beliebtesten „Switch 2“-Titel erscheinen fast ausschließlich als solche Karten. Dazu gehören unter anderem Cyberpunk 2077: Ultimate Edition, Final Fantasy VII Remake Intergrade oder Street Fighter 6. Wer also große Third-Party-Spiele physisch besitzen will, hat oft schlicht keine Alternative. Ein weiterer Faktor ist Gewohnheit. Viele Spieler kaufen grundsätzlich physisch, egal in welcher Form. Lieber ein Modul im Regal als nur ein Icon im eShop. Genau dieses Verhalten dürfte Nintendo einkalkuliert haben.

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Warum keine Inhalte auf den Game Key Cards zu finden sind? Zum Start standen Publishern offenbar nur große und teure Modulgrößen zur Verfügung. Für viele Studios war es günstiger, nur einen Schlüssel auszuliefern und den Rest als Download zu erzwingen. Einige Ausnahmen wie Cyberpunk 2077 sollen die höheren Produktionskosten geschluckt haben, andere nicht.

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