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Artikel von Markus +

Die Gaming-Community in Europa hat ein deutliches Zeichen gesetzt. Die Initiative „Stop Killing Games“ hat nach offizieller Prüfung 1.294.188 gültige Unterschriften gesammelt, deutlich mehr als die benötigte Million, damit sich EU-Politiker formell mit dem Anliegen befassen müssen. Insgesamt wurden über 1,44 Millionen Stimmen eingereicht, wovon rund 89 Prozent verifiziert werden konnten. Damit gehört die Kampagne laut Organisatoren zu den erfolgreichsten EU-Bürgerinitiativen hinsichtlich der niedrigen Fehlerquote.

Das Update stammt von Moritz Katzner, einem freiwilligen Helfer der Initiative, der die Zahlen im offiziellen Subreddit (via PCGamer.com) veröffentlichte. Er betonte, dass das Team bewusst mit der großen öffentlichen Kommunikation gewartet habe. Man wollte „den Fall nicht unvorbereitet präsentieren, keine Informationen an Lobbygruppen durchsickern lassen und vor allem das Team nicht ausbrennen“. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass hinter dem Projekt keine Institution, sondern engagierte Menschen stehen.

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Worum geht es bei „Stop Killing Games“?

Die Initiative richtet sich gegen ein Problem, das viele Spieler in den letzten Jahren frustriert hat: Publisher stellen den Support für Online- oder Live-Service-Spiele ein und damit verschwindet oft das komplette Spiel, selbst wenn es zuvor gekauft wurde. Betroffene Titel werden unspielbar, weil Server abgeschaltet oder zentrale Online-Funktionen deaktiviert werden.

Wichtig ist: Die Initiative fordert „keinen ewigen Support“ durch Entwickler. Stattdessen sollen Unternehmen verpflichtet werden, „End-of-Life-Lösungen“ bereitzustellen. Beispiele sind Offline-Modi oder die Möglichkeit für Community-Server. Ziel ist, dass Spiele nach dem offiziellen Support-Ende zumindest in irgendeiner Form weiter zugänglich bleiben.

So stark war die Beteiligung in Europa

Die verifizierten Stimmen verteilen sich breit über die EU. Besonders stark vertreten sind unter anderem: Deutschland (233.180), Frankreich (145.289), Polen (143.826), Spanien (121.616) und die Niederlande (90.413). Österreich kommt auf 20.714 bestätigte Unterschriften. Es waren sogar ein paar mehr, aber nur 91,9 Prozent wurden als gültig nachgewiesen. Belgien war hier besser: 99,3 Prozent waren gültig, also 31.846 Stimmen. Die schlechteste Quote hatte hier Deutschland, wobei nur 76,1 Prozent gültig waren.

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Laut Katzner liegt die Ausfallquote der Initiative bei rund 10 Prozent. Zum Vergleich: Viele EU-Bürgerinitiativen bewegen sich eher im Bereich von 10 bis 15 Prozent, manche sogar bei 20 bis 25 Prozent. Damit zählt „Stop Killing Games“ statistisch zu den bestorganisierten Kampagnen dieser Art.

The Crew wurde am 31. März 2024 abgeschaltet und war Auslöser für die "Stop Killing Games"-Imitative. Es erschien am 2. Dezember 2014. - Bilder: Ubisoft - Montage

The Crew wurde am 31. März 2024 abgeschaltet und war Auslöser für die „Stop Killing Games“-Imitative. Es erschien am 2. Dezember 2014. – Bilder: Ubisoft – Montage

Wie geht es jetzt weiter?

Mit dem Überschreiten der Marke ist die Initiative offiziell qualifiziert. Das bedeutet, dass sich die Europäische Kommission mit dem Thema befassen muss. Vertreter der Initiative dürfen ihre Forderungen präsentieren, und die Kommission muss eine formelle Antwort geben. Ob daraus tatsächlich neue Gesetze oder Regelungen entstehen, ist offen. Politisch ignoriert werden kann das Thema nun nicht mehr.

Gegenwind aus Teilen der Branche gibt es bereits. Katzners Hinweis auf Lobbygruppen deutet an, dass große Publisher wenig Interesse an strengeren Vorgaben haben dürften. Für viele Spieler ist die Initiative dennoch ein Meilenstein. Sie zeigt, dass Gaming längst kein Randthema mehr ist, sondern Millionen Menschen betrifft, nun auch auf politischer Ebene.

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