Minecraft-Server plötzlich illegal? Eine Aussage der ESA sorgt für Empörung
Im Streit um Stop Killing Games sorgt die ESA für Aufsehen. Der Branchenverband bezeichnet private Minecraft-Server als illegal.
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Tim Rantzau Tim ist seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Nintendo-Fan und hat seine Begeisterung für Spiele mit einem Studium in Game Design vertieft. Beruflich arbeitet er an der Konzeption von Videospielen und kennt dadurch die Branche nicht nur von außen, sondern auch von innen. Seine größte Leidenschaft gilt jedoch dem Spiele-Journalismus, in dem er Trends einordnet, Hintergründe erklärt und mit viel Erfahrung über neue Entwicklungen berichtet.
Die Initiative Stop Killing Games kämpft seit Jahren dafür, dass gekaufte Spiele auch nach der Abschaltung offizieller Server weiterhin spielbar bleiben. Nun ist die Debatte erneut eskaliert – ausgelöst durch eine Aussage der Entertainment Software Association (ESA) während einer Anhörung im US-Bundesstaat Kalifornien.
Im Rahmen der Diskussion über den sogenannten Protect Our Games Act erklärte ESA-Vizepräsidentin Jennifer Gibbons, private Community-Server von Spielen wie Minecraft oder Call of Duty seien „illegal“ und würden aus Sicht des Verbands als Piraterie gelten. Diese Aussage sorgte innerhalb kürzester Zeit für massive Kritik – auch deshalb, weil Minecraft offiziell das Erstellen eigener Server unterstützt.
Minecraft wird zum Mittelpunkt der Diskussion
Besonders irritiert zeigte sich die Community darüber, dass ausgerechnet Minecraft als Beispiel genannt wurde. Schließlich stellt Mojang beziehungsweise Microsoft seit Jahren offizielle Server-Software zur Verfügung, mit der Spieler eigene Welten hosten können. Kritiker werfen der ESA deshalb vor, legale Community-Server mit tatsächlich illegalen Piraterie-Angeboten gleichzusetzen.
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Auch die Stop Killing Games-Bewegung reagierte scharf auf die Aussagen. Nach Ansicht der Initiative sollen private Server lediglich eine Möglichkeit sein, Spiele nach dem offiziellen Support-Ende weiterhin nutzbar zu machen. Ziel sei es nicht, Urheberrechte zu verletzen, sondern bereits gekaufte Spiele langfristig zu erhalten.
Nach der öffentlichen Kritik ruderte die ESA teilweise zurück. In einer späteren Stellungnahme stellte der Verband klar, dass nicht jeder private Server automatisch illegal sei. Problematisch seien vielmehr Server, die geistiges Eigentum verletzen oder ohne Zustimmung der Rechteinhaber betrieben werden. Dennoch blieb die grundsätzliche Kritik an privaten Servern bestehen.
Die Diskussion dürfte noch lange weitergehen
Der eigentliche Gesetzentwurf in Kalifornien scheiterte zunächst im zuständigen Ausschuss, kann jedoch erneut eingebracht werden. Unabhängig davon hat die Debatte deutlich gemacht, wie unterschiedlich Spielehersteller, Lobbyverbände und Spieler auf das Thema Game Preservation blicken.
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Für die Stop Killing Games-Initiative ist die Kontroverse daher eher Ansporn als Rückschlag. Die Organisatoren wollen ihre Kampagne fortsetzen und sich sowohl in den USA als auch in Europa weiter für den Erhalt digitaler Spiele einsetzen. Die Aussagen der ESA haben der Bewegung dabei vor allem eines verschafft: noch mehr Aufmerksamkeit.
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