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Spieletest: Death Stranding

Eine Berg- und Talfahrt ohnegleichen.

Death Stranding - (C) Kojima Productions

Death Stranding ist der neuste Titel von Kojima Productions und gleichzeitig auch das erste Game das von Hideo Kojima gegründeten Entwickler-Studios. Lange lange wurde das Spiel von vielen heiß erwartet und bietet der Gamer Community nun nach Release viele Disskusionsmöglichkeiten.

Grundlegend dreht sich die Story um den Boten Sam Porter Bridges, dessen Mutter die aktuelle Präsidentin der nicht mehr vorhandenen USA ist. Nachdem diese verstirbt, soll Sams Schwester Amelie ran, welche ihren von einer offenbar Berührungsphobie geplagten Bruder um Hilfe bittet. Erstens soll er diverse Punkte abreisen, um das Land so wieder ans Netzwerk anzuschließen und die neue UCA (United Cities of America) bei der Entwicklung zu untestützen, als auch Amelies Körper finden der am Strand verloren ging. All dies und noch mehr spielt sich in einer postapokalyptischen Welt ab, in der die Menschheit vom aussterben bedroht ist. Denn neben dem Zeitregen, der wie Säure auf die Erde prasselt, gibt es noch BTs. Wesen die sich im Schatten umhertreiben und alles töten, was sich bewegt.

So im Großen und Ganzen ist wohl die grundlegende Geschichte, die allerdings wesentlich weitreichender und tiefgründiger ist, als ich es hier im Test beschreiben könnte.

Die Gratwanderung von Großartig zu… Naja und zurück

Ehrlich gesagt, diesen Test zu schreiben ist keine leichte Aufgabe. Death Stranding bietet viele unglaublich tolle Sachen, die aufgrund anderer Punkte grade wieder geschmälert werden und das Game in eine Position zwängt, die man hätte vermeiden können. Ein Teil davon ist, dass man die ersten paar Kapitel damit verbringt, mehr einen Film zu schauen als wirklich ein Game zu zocken. Dabei hat Kojima sich die gleiche Eigenschaft angeeignet wie David Cage (Beyond Two Souls, Detroit: Become Human). Denn der Spieler bekommt alle 2-3 Minuten eine Nahaufnahme der Gesichter von Normal Reedus (Sam) und anderen Charakteren zu sehen, um ja daran zu erinnern wie pervers realistisch man die Schauspieler nachgemodelt hat.

Neben der tiefgründigen Story, der geilen Grafik und dem tollen Sound ist Death Stranding eigentlich grob genommen ein Lieferando-Simulator. Denn einen großen Teil verbringen Spieler damit, Frachten in Terminals anzunehmen oder in der Welt zu finden und diese an einem anderen abzuliefern. Ein Teil der Strecke kann man gut mit dem Motorrad hinter sich bringen, doch durch die vielen Felsen die im Weg stehen ist man meist dazu angehalten lieber zu laufen. Leider versuchen diese Botengänge einfach nur das Game in die Länge zu ziehen. Denn während man am Anfang praktisch mit Cutscenes überhäuft wird, bildet sich dann eine sehr große Kluft in der Sam einfach nur von Punkt A nach B, dann nach C und zurück zu A tingeln muss. Für die Hauptkampagne allein benötigt man im übrigen rund 40 Stunden, wer die Nebenquests noch macht dürfte auf rund 50-55 Stunden kommen. Brücken- und Straßenbaumeister sind nach oben offen und können soviel Zeit investieren wie se lustig sind.

Like? Like?! Like!

Damit komme ich zum nächsten Punkt. Natürlich wäre es langweilig nur Laufbote zu spielen. Wem das, wie mir, zu langweilig ist der kann nebenbei auch Brücken und Straßen bauen. Das ist vor allem dahin nützlich, dass auch andere Spieler diese nutzen können. Denn das Game wurde mit eine Art Multiplayer Modus ausgestattet. Baue ich also nun eine Brücke, kann diese bei anderen Spielern ebenfalls angezeigt und verwendet werden. Finden Spieler die Platzierung nützlich, können sie zudem “likes” vergeben. Oh ja, richtig gelesen. Kojima hat sich die Like-Geilheit aus den sozialen Netzwerken in seinem Game zu nutze gemacht und in sein Spiel implementiert. Und diese erhält man auch wenn man Frachten an Terminals abgibt, Schilder platziert und vieles mehr. Je mehr Likes man hat, desto höher ist der Rang. Crazy wenn man sich überlegt, dass die Welt kurz vorm Untergang steht.

Ach im übrigen, an alle Energy-Drink Fans. Nicht jegliche Hoffnung ist verloren, denn offenbar scheint es bei dieser Katastrophe ein Unternehmen verschont zu haben. Dabei handelt es sich um Monster. Die Dosen mit dem grünen M sind praktisch in allen privaten Räumen vorhanden, wo man diese runterschlingen kann während man vor dem Spiegel Selfies knippst oder man beim Duschen mit den Wissenschaftlern über Körperflüssigkeiten quatscht. Kojima… ernsthaft?

Dass der japanische Producer in Death Stranding Grenzen überschreitet, dürfte wohl niemanden überraschen. Doch diese mehr als penetrante Werbung hat selbst mich etwas straucheln lassen. Desweiteren hat Kojima Productions ein weiteres heikles Thema eingebaut und zwar BB. Ein Baby das nach 24 Wochen aus dem Bauch der Todmutter entnommen wird und als eine Art Gegnersensor und vieles mehr dient. BBs werden von den Menschen als Sache angesehen und nachdem sie ihre Funktion erfüllt haben, einfach entsorgt. Ein sensibles Thema bei dem sicher Mütter und Väter ein paar mal schlucken dürften.

Fazit

Letzten Endes muss ich zugeben, dass die Story von Death Stranding an sich interessant ist, das restliche Gameplay allerdings nicht das ist das, was mir persönlich Vergnügen bereitet. Ich weiß natürlich von anderen Spielern, dass diese am Bauen von Straßen Fun haben und das ist auch gut so. Weil es Spielern wie mir das Ganze wesentlich vereinfacht. Ich empfehle allen erstmal vorab via Let’s Plays einen Blick in Death Stranding zu werfen, bevor man es sich zulegt. Denn es ist kein Game für Jedermann. Für mich allerdings fällt es trotz der tollen Besetzung und berauschenden Grafik nicht in die Kategorie “Spiel des Jahres 2019″.

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TestWertung

6SCORE

Hätte besser sein können...

Detail-Wertung

Grafik

10

Sound

10

Gameplay

5

Motivation

4

Steuerung

5

Multiplayer

5

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