Sonic the Hedgehog stand vor dem Aus! Ausrechnet der erste Kinofilm änderte die Meinung von SEGA
SEGA wollte die komplette Sonic-Reihe zeitweise einstellen. Takashi Iizuka verrät jetzt, wie knapp es wirklich war und was die Wende brachte.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Sonic the Hedgehog gehört heute wieder zu den größten Marken von SEGA. Es gibt erfolgreiche Spiele, Kinofilme, Serien und immer neue Projekte. Vor nicht allzu langer Zeit sah die Zukunft des blauen Igels allerdings wesentlich düsterer aus. SEGA dachte zeitweise sogar darüber nach, die komplette Sonic-Reihe einzustellen.
Das erzählt Takashi Iizuka, langjähriger Entwickler und heutiger Creative Officer der Sonic-Reihe, anlässlich des 35-jährigen Jubiläums. In einem aktuellen Interview mit One More Game erinnert er sich daran, dass die Führungsebene von SEGA während der schlimmsten Phase ernsthaft einen Schlussstrich ziehen wollte.
Iizuka musste nach eigener Aussage innerhalb des Unternehmens dafür kämpfen, Sonic the Hedgehog am Leben zu halten. Dass SEGA tatsächlich so weit ging, überrascht heute. Schließlich ist Sonic nicht irgendeine Spielefigur, sondern seit 1991 praktisch das Gesicht des japanischen Unternehmens.
SEGA sagte: Vielleicht reicht es mit Sonic
Ganz aus dem Nichts kam die Diskussion allerdings nicht. Die Geschichte der Reihe war über viele Jahre extrem wechselhaft. Nach erfolgreichen Klassikern und Sonic Adventure folgten immer wieder Spiele, die bei Kritikern und Fans deutlich schlechter ankamen. Besonders in den 2000er- und frühen 2010er-Jahren verlor die Marke viel von ihrem früheren Glanz. Iizuka hatte bereits zuvor erzählt, dass SEGA ihm vor ungefähr zehn Jahren praktisch den Auftrag gegeben habe, nach Amerika zu gehen und Sonic wieder aufzubauen. Andernfalls hätte die Reihe enden können.
Ganz tot war Sonic allerdings nie. Sonic Mania wurde 2017 zu einem wichtigen Schritt zurück zu den eigenen Stärken. In einem weiteren aktuellen Interview bezeichnet Iizuka das Spiel sogar als „Vorboten der späteren Wiederbelebung“. Danach kam allerdings ein Projekt, das die Wahrnehmung der gesamten Marke noch einmal deutlich stärker veränderte.
Der Sonic-Film wurde zum großen Wendepunkt
Als Sonic the Hedgehog 2020 ins Kino kam, war die Ausgangslage alles andere als perfekt. Das ursprüngliche Design des Film-Sonic löste im Internet massive Kritik aus und wurde anschließend komplett überarbeitet. Trotzdem entwickelte sich der Film zum Erfolg und erreichte plötzlich auch Menschen, die mit den Spielen wenig oder gar nichts anfangen konnten.
Für Iizuka war genau dieser Moment entscheidend. Den ersten Film bezeichnet er heute als den größten Meilenstein der jüngeren Sonic-Geschichte. Der Erfolg habe den Kurs des gesamten Franchise verändert. Das bedeutet nicht, dass allein Paramount Sonic vor der Einstellung bewahrt hat. Schon Sonic Mania und die Arbeit des Teams hatten zuvor die Grundlage für eine Erholung geschaffen. Der Kinofilm sorgte aber offenbar dafür, dass SEGA erkannte, welches Potenzial noch immer in der Marke steckt.
Seitdem ist Sonic längst nicht mehr nur eine Videospielreihe. Filme, Animationen und Spiele greifen immer stärker ineinander und bringen neue Fans zur Marke.
Die Filme verändern inzwischen sogar die Sonic-Spiele
Interessant ist, dass dieser Erfolg inzwischen auf die Spiele zurückwirkt. Iizuka erklärt, dass viele neue Fans Sonic erstmals über die Filme oder Animationen kennenlernen. Diese Spieler legen seiner Beobachtung nach deutlich mehr Wert auf Geschichten und Charaktere. Genau darauf möchte Sonic Team künftig reagieren. Kommende Spiele sollen stärker auf Story setzen, ohne die eigentlichen Gaming-Wurzeln aufzugeben.
Wie groß Sonic inzwischen wieder geworden ist, zeigt auch die Entwicklung von Shadow. Der Charakter war ursprünglich nach Sonic Adventure 2 für den Tod vorgesehen. Seine enorme Popularität sorgte schon damals dafür, dass SEGA ihn zurückbrachte. Durch den dritten Sonic-Kinofilm sei Shadow inzwischen laut Iizuka sogar fast auf einem ähnlichen Popularitätsniveau wie Sonic selbst angekommen.
Die Marke, die Sega zwischenzeitlich komplett einstellen wollte, hat sich damit in eine völlig andere Richtung entwickelt. Passend dazu feiert das Unternehmen 2026 ein umfangreiches 35-jähriges Sonic-Jubiläum mit Spielen, Events und neuen Projekten.
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Rückblickend wirkt die damalige Entscheidung deshalb beinahe surreal.
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