Razer Tartarus Pro im Test: Gaming-Keypad mit analogen Switches
Wie gut schlägt sich das Gaming-Keypad im Alltag und beim Zocken?
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René Nikel Seit Dino Wars oder North & South am Amiga hat sich in der Spieleindustrie so einiges verändert, meine Leidenschaft für Videospiele allerdings nicht. Bereits mit fünf Jahren hatte ich zum ersten Mal einen Joystick in der Hand und seit diesem Moment war die virtuelle Welt wie ein zweites Zuhause für mich. Ich finde so ziemlich jedes Genre interessant, selbst wenn es sich nur um einen kleinen Indie Titel handelt. Die aktuellste Nintendo Konsole und ein leistungsstarker PC gehören bei mir zur Grundausstattung. Seit mittlerweile fast zehn Jahren verbinde ich meine Begeisterung für Videospiele außerdem mit dem Gaming Journalismus.
Mit abgestuften Auslösepunkten, einer ergonomischen Form und sogar einer Doppelbelegung der Tasten soll das Razer Tartarus Pro der perfekte Gaming-Begleiter sein. Ich hatte damals schon den Orbweaver. Ob das Tartarus Pro dabei eine gute Weiterentwicklung ist und wie es sich beim Gaming schlägt, schauen wir uns jetzt zusammen an.
Der Ersteindruck
Das Tartarus Pro ist ergonomisch geformt und die Handposition fühlt sich im ersten Moment gut an. Außerdem befindet sich auf der Rückseite eine gummierte Oberfläche, was dem Verrutschen entgegenwirkt. Das Scrollrad ist funktional und funktioniert, kann aber mit der Verarbeitung von Razers Top-Mäusen wie der Basilisk V3 Pro 35K nicht mithalten. Die analogen optischen Switches selbst vermitteln aber ein hochwertiges Feeling und das 8-Wege-DPad wirkt sehr präzise.
Bei einem Preis von rund 130 bis 150 Euro hätte ich mir ein wenig mehr Wertigkeit vorgestellt. Das gesamte Tartarus Pro ist ziemlich leicht und komplett aus Plastik gefertigt. Bei dem angesetzten Preis machen es selbst viele Gaming-Tastaturen im Full-Size-Format besser. Aber schauen wir einmal, wie sich das Tartarus Pro beim Gaming bewährt.
Die Technik
Das Tartarus Pro bietet insgesamt 32 frei belegbare Tasten und ihr könnt intern bis zu 8 Profile speichern, wobei Synapse trotzdem notwendig ist. Das Highlight sind aber natürlich die analogen optischen Switches. Die Switches registrieren dabei einen frei anpassbaren Auslösepunkt. Das bedeutet, ihr könnt euch in Synapse einstellen, wann eine Taste registriert wird. Wem das noch nicht reicht, kann sich auch eine Doppelfunktion belegen. Drückt ihr die Taste nur leicht an, geht ihr beispielsweise und drückt ihr die Taste ganz durch, lauft ihr. Der Auslösepunkt lässt sich dabei zwischen 1,5 und 3,6 mm einstellen.
Die analogen optischen Switches funktionieren ähnlich wie Hall-Effekt-Switches, unterscheiden sich technisch aber in ihrer Funktionsweise. Beide ermöglichen einen variablen Auslösepunkt, wodurch ihr selbst bestimmen könnt, wann eine Taste registriert wird.
Das Scrollrad funktioniert prinzipiell gut, meiner Meinung nach ist es aber nicht gut platziert. Das 8-Wege-DPad ist sehr präzise und direkt, gibt aber ein hörbares Klickgeräusch beim Drücken von sich. Ihr könnt euch aussuchen, ob ihr nur das DPad lieber habt oder einen 360-Grad Controlleraufsatz. Dies ist zwar eine reine Geschmacksfrage, aber bei der Anordnung des DPads frage ich mich, ob nicht ein richtiger Analogstick besser gewesen wäre. Nichtsdestotrotz lässt sich das DPad perfekt mit dem Daumen bedienen und funktioniert gut.
Synapse
Synapse ist ja als eine eher vielseitige Software bekannt und das zeigt sich auch beim Tartarus Pro. Ihr könnt jede einzelne Taste mit Makros und allen möglichen Funktionen belegen und euch auch bei der RGB-Beleuchtung richtig austoben. Ein kleines Problem hatte ich bei der Belegung des DPads. Es ist möglich, von einem 8-Wege auf ein 4-Wege DPad umzustellen. Wenn ihr das DPad aber für die Bewegung nutzt, wäre es am besten, es auf 4-Wege zu stellen. So registriert das DPad auch diagonale Bewegungen sehr gut und ihr habt im Endeffekt eine 360-Grad Bewegung. Das Problem ist nämlich, dass ihr die diagonalen Bereiche zwar selbst belegen könnt, aber nicht mit zwei Tasten. Bei WASD sollte links oben somit W+A ausgelöst werden, was leider nicht funktioniert. Mit der 4-Wege-Einstellung allerdings schon.
Wenn ihr das DPad fürs Inventar oder etwas anderes verwenden wollt, ist es sehr ungünstig, unabsichtlich zwei Tasten, also diagonal, drücken zu können. Hierfür habe ich das DPad dann auf 8-Wege gestellt und alle 4 diagonalen Bereiche deaktiviert. Hört sich im ersten Moment etwas unlogisch an. Aber da es sich grundsätzlich ja nur um ein DPad mit 4 Knöpfen und nicht um einen Analogstick handelt, funktionieren so meine zwei eingestellten Synapse-Profile problemlos. Das DPad Problem kommt allerdings rein softwaretechnisch zustande und könnte von Razer noch verbessert werden.
Tartarus Pro beim Zocken
Ich habe einige Games wie Metro 2033, Last Light und Horizon Zero Dawn mit dem Tartarus Pro getestet. Aber auch beim Videoschnitt oder für bestimmte Makros ist das Tartarus Pro ein super Begleiter beim Arbeiten. Der Fokus liegt aber ganz klar beim Gamen.
Für FPS-Games habe ich dabei eine Standardtastenbelegung mit WASD verwendet und für andere Games wie Horizon Zero Dawn und Horizon Forbidden West eine DPad-Steuerung. Das funktioniert auch sehr gut, aber trotzdem muss ich zugeben, dass ein paar Tasten einfach nicht wirklich ergonomisch geformt sind.
Das Zocken macht trotzdem richtig Laune! Ob einem mehr die DPad-Steuerung oder eine Standardbewegung mit Tasten lieber ist, bleibt euch überlassen. Ich selbst lege es am jeweiligen Spiel fest. Die Doppelfunktion habe ich mehrfach getestet und muss zugeben, dass man hier erst einmal das Gefühl dafür bekommen muss, eine Taste nicht vollständig durchzudrücken. Denn in meinem Test mit verschiedenen Games bin ich meistens gelaufen und habe es kaum geschafft, wirklich nur die erste Funktion der Taste auszulösen. Hier liegt mir persönlich der Auslösepunkt einfach zu dicht beieinander.
Ihr könnt den unteren Teil herausziehen und auf zwei Stufen an eure Hand anpassen. In meinem Fall komme ich bei einer Einstellung nur mehr sehr schwer an die obersten Tasten, bei der anderen Einstellung nur mehr schwer an die untersten Tasten. Außerdem finde ich die Taste 20, welche original als Space belegt ist, etwas ungünstig platziert.
Insgesamt sind alle Tasten zwar erreichbar, aber die ergonomischen Anpassungsmöglichkeiten hätte Razer hier eindeutig besser entwickeln können. Der Orbweaver war von der Ergonomie für meine Handgröße eindeutig angenehmer.
Trotzdem macht es Spaß, mit dem Tartarus Pro zu zocken und nach einer gewissen Eingewöhnungszeit fallen auch die kleinen ergonomischen Defizite nicht mehr so stark ins Gewicht.
Kein vollständiger Tastaturersatz
Einen Tastaturersatz stellt das Tartarus Pro ganz sicher nicht dar, aber als Gaming-Begleiter möchte ich es nicht mehr missen wollen. Solltet ihr eine Tastatur wie die Royal Kludge C98 oder eine Razer Huntsman V3 haben, würde ich eher nur eine eingeschränkte Kaufempfehlung abgeben. Solltet ihr aber so wie ich beim Arbeiten lieber auf taktile Switches setzen, könnt ihr trotzdem die Vorteile von Hall-Effekt oder analogen optischen Switches nutzen. Das Tartarus Pro ist daher ein durchaus sinnvolles Gaming-Gadget.
Wenn ihr einen 3D-Drucker zu Hause habt, gibt es auch allerhand gratis STL-Daten, um euer Tartarus etwas ergonomischer aufzurüsten. Es gibt das DPad als Ersatz, verschiedene 360-Grad-Sticks, eine Erhöhung für die Taste 20 und sogar eine eigene schräge Base. Mit vielen dieser Zusätze wird das Tartarus Pro um einiges ergonomischer und die Eingewöhnungszeit verkürzt sich rapide. Auch wenn einmal die Tasten des D-Pads kaputtgehen sollten, gibt es mit ein wenig Know-how einen sehr günstigen Ersatz.
Das Fazit
Auch wenn ich viele kleine Kritikpunkte angesprochen habe, bleibt das Tartarus Pro bei mir ein fester Begleiter beim Gaming. Der Preis von rund 130 bis 150 Euro ist zwar nicht günstig, und dafür würdet ihr schon eine sehr gute Gaming Tastatur bekommen. Die Technik und das Gaming-Gefühl können mich trotzdem überzeugen. Der Azeron Cyborg II wäre zwar eine interessante Alternative, welche ihr euch auch ergonomischer anpassen könnt. Für mich selber aber ehrlich gesagt etwas zu futuristisch und für ein Gaming-Keypad zu kostspielig.
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Insgesamt finde ich das Tartarus Pro trotz einiger Kritikpunkte gut und das Zocken macht damit einfach Spaß und genau darauf kommt es ja im Endeffekt an. Wer ein gutes Gaming-Keypad sucht und sich auf eine kleine Eingewöhnungszeit einlässt, wird den Kauf des Tartarus Pro nicht bereuen.
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Fragen & Antworten
- Diese Fragen wurden geklärt
- Das Tartarus Pro ist ein Gaming-Keypad mit 32 frei belegbaren Tasten und analogen optischen Switches.
- Ja. Der Auslösepunkt lässt sich in Razer Synapse zwischen 1,5 und 3,6 mm einstellen.
- Ja. Über die analogen Switches können einer Taste zwei unterschiedliche Funktionen zugewiesen werden.
- Ja. Das Tartarus Pro eignet sich gut für FPS-Games und kann mit WASD oder dem D-Pad genutzt werden.
- Ja. Es gibt verschiedene 3D-Druck-Erweiterungen, darunter alternative D-Pads, 360-Grad-Sticks und Anpassungen für die Handauflage.
- Für Spieler, die ein Gaming-Keypad mit vielen Anpassungsmöglichkeiten suchen, ist es interessant. Der hohe Preis und die nicht optimale Ergonomie sollten aber berücksichtigt werden.
Das Tartarus Pro macht beim Gaming richtig Spaß. Bei Ergonomie und Preis gibt es aber noch Luft nach oben.
- Analoge optische Switches
- Einstellbarer Auslösepunkt
- Doppelfunktionen pro Taste
- Präzises 8-Wege-DPad
- Umfangreiche Synapse-Software
- Viele Möglichkeiten zur Erweiterung per 3D-Druck
- Hoher Preis
- Viel Kunststoff und relativ leicht
- Ergonomie nicht für jede Hand optimal
- Doppelfunktion braucht Eingewöhnung
- Scrollrad ungünstig platziert
- Taste 20 unpraktisch positioniert
- DPad nicht für jeden Einsatzzweck ideal
- Orbweaver war für mich ergonomischer









